Stadt Ellwangen bekommt PV-Anlage geschenkt

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Die PV-Anlage auf dem Dach der eugen-Bolz-Realschule hat eine Leistung von knapp 25 KWP. Auch nach 20 Jahren läuft sie ohne Leistungsminderung.
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Die Solarinitiative übergibt ihre erste PV-Anlage auf dem Dach der Eugen-Bolz-Realschule komplett der Stadt Ellwangen. Die EEG-Förderung lief 2021 aus. 

Ellwangen. Es ist, wenn man so will, eine Win-Win-Win-Situation: Die Solarinitiative, der lose Zusammenschluss von Leuten, die schon zur Jahrtausendwende fest an die Notwendigkeit der Energiewende glaubten und gemeinsam mehrere Photovoltaikanlagen errichteten, die Stadt Ellwangen und die Umwelt profitieren von diesem Deal, der am Mittwoch im Rathaus mit den Unterschriften von OB Dambacher und Wolfgang und Christine Helmle besiegelt wurde.

Die Stadt Ellwangen übernimmt die 2001 errichtete PV-Anlage auf dem Dach der Eugen-Bolz-Realschule und bekommt noch eine „Mitgift“ von 1000 Euro. Die Solarinitiative muss die Anlage, die sie nach Auslaufen der EEG-Förderung nicht mehr kostendeckend betreiben kann, nicht demontieren.

Vorteil für die Stadt: Sie kann den Strom, den diese Anlage nach wie vor tadellos erzeugt, immerhin 24 000 Kilowattstunden pro Jahr, direkt im Schulzentrum nutzen. Und zwar komplett, wie der städtische Energiebeauftragte Olaf Butz versichert. Er hat die Module und Wechselrichter der 24,48 KWP-Anlage überprüft, aus einem Versicherungsfall hat er sogar Ersatzmodule beschafft, falls doch einmal eines ausfallen sollte, und es spreche nichts dagegen, dass diese Anlage weitere 20 Jahre Strom liefert.
Weil die Stadt für das gesamte Schulzentrum einschließlich Waldstadion einen gemeinsamen Stromanschluss hat, ist die Eigennutzung des PV-Stroms besonders vorteilhaft. „Wir können praktisch allen erzeugten Strom selbst nutzen, müssen so gut wie nichts ins Netz einspeisen“, sagt OB Michael Dambacher und versichert: „Es wäre Blödsinn gewesen, diese Anlage abzubauen. Sie weiter zu betreiben, war der Solarinitiative aber auch nicht zuzumuten. Der Bund muss nachsteuern, damit die PV-Anlagen, die aus der EEG-Förderung fallen, nicht abgeschaltet werden.“

Dambacher dankte den „Solarpionieren“ um Christine und Wolfgang Helmle. Die Stadt habe deren Initiative damals unterstützt, indem sie keine Miete für das Dach der Schule verlangt hat. Für spätere Anlagen, etwa auf der Mittelhofschule, wurde Miete fällig.
Christine Helmle teilte mit, dass es ein Anliegen der bisherigen Besitzer sei, dass die Anlage weiter Strom liefere und dass die Stadt der bis 2040 angestrebten Klimaneutralität einen Schritt näher komme. „Wir haben dieses Jahr noch einen der Wechselrichter reparieren lassen. Es spricht nichts dagegen, dass diese Anlage weiter 20 Jahre Strom produziert.“

Wolfgang Helmle erinnerte an den Bau dieser ersten großen PV-Anlage in Ellwangen: „Allein der Anschluss an das Netz der ODR kostete damals 14 000 DM. Pro KWP kostete die Anlage 7000 Euro.“ Seitdem sanken die Kosten für PV-Anlagen deutlich. Trotzdem habe sich das Investment auch ökonomisch rentiert, technisch sowieso. Helmle: „Wir haben hier 483 046 Kilowattstunden Strom produziert. Die Leistung im Jahr 2021 war genauso hoch wie 2001.“ Die beim Bau prognostizierte, allmähliche Leistungsminderung sei nicht eingetreten. Wie lange die Module noch Strom liefern werden, sei nicht absehbar. Doch selbst, wenn sie irgendwann den Geist aufgeben, könne man auf die Unterkonstruktion neue, leistungsfähigere Module setzen.

Olaf Butz rät dazu, die Anlage so lange zu betreiben, wie sie Strom liefert, auch wenn die Leistung irgendwann nachlässt: „Selbst mit einem Leistungsverlust lohnt sich der Betrieb.“

Die Mitglieder der Ellwanger Solarinitiative bei der Inbetriebnahme der PV-Anlage auf dem, Dach der Eugen-Bolz-Realschule 2001: Die EEG-Förderung ist ausgelaufen. Weitere Anlagen betreibt die Initiative auf den Dächern der Mittelhofschule und der Schule St. Gertrudis.

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