Starthilfe in ein besseres Leben

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Im neuen Domizil der Caritas finden Frauen in Not Unterkunft und eine Chance zur Neuorientierung.

Ellwangen

Ein Ort, um zur Ruhe zu kommen. Ein Ort, um sich neu zu orientieren, Und ein Ort, der Starthilfe in eine bessere Zukunft bieten soll. Bis zu drei Frauen in Not und deren Kinder werden ebendies im Obergeschoss eines Hauses am Sebastiansgraben finden können. Möglich wird das durch den Umzug der Ellwanger Caritas, die ihre Büroräume in der Badgasse verlässt und ihre Tätigkeit ins Erdgeschoss des neuen Domizils verlegt. Gemeinsam mit der Stadt Ellwangen und den Anna-Schwestern stellt sie dort ein neues Projekt auf die Beine.

In den Zimmern fehlt noch der eine oder andere Vorhang und in einem der Badezimmer das Licht. Ansonsten sind die Vorbereitungen im Haus Nr. 33 weit gediehen.

Das können Nicole Bühler, die Ellwanger Beauftragte für Familien, Frauen, Jugend, Senioren und Soziales, und Marcus Mengemann, Regionalleiter der Caritas Ostwürttemberg, bei einem Rundgang erfreut feststellen. Es ist schon sehr viel passiert, um das neue Zuhause zu einer wohnlichen Unterkunft werden zu lassen.

Manches Ausstattungsstück ist gebraucht, Vieles ist ganz neu. Zum Beispiel das Bettzeug und die Matratzen, die noch in ihren Plastikhüllen stecken. Oder die eben erst eingebaute Küche im Gemeinschaftsraum mit Balkon und Blick aufs Städtle. "Ein ordentlicher Standard ist uns wichtig", betont Markus Mengemann. "Hier können Frauen nun gut unterkommen."

Ob ganz alleinstehend oder auch mit Kindern – die Räumlichkeiten erlauben mit insgesamt vier Zimmern und zwei Bädern verschiedene Varianten der Aufteilung wie auch des Zusammenlebens.

Rund ums Haus, das den Franziskanerinnen von Sießen gehört, befindet sich ein hübscher kleiner Garten, der noch vollständig eingezäunt werden soll. Die Schwestern hätten einige Interessenten für das Haus gehabt, weiß Markus Mengemann, der sich über die Entscheidung für die Caritas sehr freut: "Es ist schön zu wissen, dass sie hinter dem Projekt stehen!"

Hauptziel ist die Stärkung und Stabilisierung der Frauen und Kinder.

Nicole Bühler Frauenbeauftragte Stadt Ellwangen

Das tun auch die Anna-Schwestern, die als dritter Kooperationspartner mit im Boot sind. "Ein toller Gewinn!", sagt Mengemann über die Option weiterer Unterstützung, die nicht nur seelsorgerisch, sondern auch beruflich erfolgen soll, zum Beispiel durch Angebot von Praktika.

Ab Januar wartet also im Haus am Sebastiansgraben ein ganzes Hilfspaket auf einige derer, die es benötigen. Nicole Bühler weiß, wie dringlich der Bedarf ist: "Auf die Stadt kommen immer mehr junge Frauen zu, die bezahlbaren Wohnraum suchen." Es sei "schwierig, guten Standard zu finden mit Begleitung dazu". Umso dankbarer sei die Stadt Ellwangen nun für diese Kooperation, die beides vereine. "Gut ist auch, dass eine gewisse soziale Kontrolle gewährleistet ist", so Bühler weiter. "Hauptziel ist die Stärkung und Stabilisierung der Frauen und Kinder."

Finanziell will die Stadt das Projekt mit maximal 5000 Euro jährlich unterstützen; vor Kurzem erst war "Wohnraum für Frauen in Not" Thema im Ausschuss für Kultur, Tourismus, Sport und Soziales gewesen und eine entsprechende Entscheidung gefallen. Von den vier bis fünf Mitarbeitern der Caritas, die im Erdgeschoss des Hauses am Sebastiansgraben Ansprechpartner für allerlei Probleme sein werden, sollen zwei allein für die im Obergeschoss lebenden Frauen zuständig sein, und zwar rund um die Uhr.

Neun bis maximal zwölf Monate dürfen die Bewohnerinnen im Haus bleiben, um sich dort nach dem ersten Ankommen beraten zu lassen und neue Orientierung fürs weitere Leben zu finden.

Aber auch nach Ablauf dieser Zeit werde die Caritas für sie da sein, verspricht Markus Mengemann: "Wenn die Frauen ausziehen, werden wir sie nicht allein lassen."

Charlotte Braig

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