Stengel punktet mit Fertigbädern

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Fertig montiertes Badezimmer der Stengel Gruppe, das so mit dem Kran in den Rohbau eingehoben wird: Fast alle Bauteile sind aus Metall, die Beschichtung mit Foto-Optik ist ein Patent des Unternehmens.
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Die Produktion von Fertigbädern für Hotels und Wohnheime will die Ellwanger Firma verdoppeln. Dazu erweitert Stengel das Werk 7 im Industriegebiet Neunheim-Neunstadt.

Ellwangen

Entspannte Gesichter beim Spatenstich für den Anbau einer neuen Produktionshalle im Stengel-Werk in der Felix-Wankel-Straße 1. Wo einst im Club 7 die Partys gefeiert wurden, werden jetzt Fertigbäder für den Hochbau endmontiert. Dieses Geschäftsfeld entwickele sich seit 2015/16 zunehmend rasant, sagt Geschäftsführer Josef Stengel. 20 bis 25 Prozent des Geschäfts bei Stengel mache der Hochbau momentan aus.

Das Ellwanger Unternehmen fertigt komplette Badezimmer, die mit dem Kran in den Rohbau eingehoben werden. Der Bauherr spart Zeit und Geld. „Ab 50 Einheiten desselben Typs sind unsere Nasszellen günstiger als die von konventionellen Anbietern“, erklärt Prokurist Patrick Mayer, der nun die Erweiterung von Werk 7 leitet.

Die zweigeschossige Erweiterung der bestehenden Halle bietet 80 000 Quadratmeter Nutzfläche. PV-Zellen auf dem Dach werden den Strom liefern für die fahrerlosen, akkubetriebenen Transportsysteme, die im Inneren die Nasszellen fortbewegen.

Wo derzeit noch unter beengten Verhältnissen montiert wird, soll sich mit mehr Platz und mehr Mitarbeitern die Produktion verdoppeln. Mehr als 6000 der kompakten Badezimmer will die Stengel Gruppe ab März 2022 pro Jahr montieren, 32 am Tag.

Wo werden die Nasszellen und die Miniküchen verbaut, die Stengel vorwiegend aus Metall in seinen Ellwanger Werken vorfertigt und schließlich montiert?

Einer der größten Kunden ist das Unternehmen i-Live in Aalen, das für Hotels, Wohnheime und Wohnanlagen auf die Produkte von Stengel setzt.

Größter Vorteil sind die verkürzte Bauzeit, die gleichbleibend gute Qualität und der geringere organisatorische Aufwand. Ein Badezimmer von Stengel vereint bis zu fünf Gewerke.

Mittlerweile werden die fertigen Nasszellen auch in gewöhnlichen Wohnhäusern verbaut. „Das kommt immer mehr“, sagt Patrick Mayer, weil auch beim Bau eines Eigenheims mittlerweile Zeit Geld ist.

Die nächste Stufe des kompakten Wohnungsbaus hat Stengel bereits in Planung. Im Showroom der Firma kann man komplette Appartements besichtigen, die nach den Vorgaben des Architekten in Serie hergestellt werden, mit Möbeln, schlüsselfertig. Diese Appartements werden in den Rohbau eingesetzt oder eingeschoben, angeschlossen und sind sofort bewohnbar.

Solche Lösungen werden sich im Hochbau durchsetzen, vielleicht sogar bei der Altbausanierung, glaubt Josef Stengel, etwa wenn Gewerbe- in Wohnflächen umzuwandeln sind. Der Unternehmer hat für ein weiteres Werk noch Flächenreserve: weitere 40 000 Quadratmeter.

OB Michael Dambacher freut sich, dass die Stengel Gruppe die vom Gemeinderat geforderte, verdichtete Bauweise umsetzt: „Stengel zeigt, dass man auch zweigeschossig bauen kann.“

Ab 50 Einheiten desselben Typs sind unsere Nasszellen günstiger als die von konventionellen Anbietern.“

Patrick Mayer, Prokurist und Projektleiter

Die Geschichte der Firma Stengel

1967: Rosa Stengel gründet in Pfahlheim den „Apparatebau Rosa Stengel“, der Karteikästen aus Metall für Banken produziert.

1985: Sohn Josef Stengel steigt in das Unternehmen ein, schafft die erste CNC-Stanzmaschine an und produziert Büromöbel.

1988: Josef Stengel, mittlerweile Diplom Ingenieur (FH), steigt in die Geschäftsführung ein und gründet parallel die Stepa GmbH im Industriegebiet.

1994: Josef Stengel wird alleiniger Geschäftsführer. 1997 vereinigt er Stepa GmbH und Stengel Apparatebau GmbH.

2003: Nach Fertigstellung des neuen Gebäudes im Werk 3 ziehen Fertigung und Verwaltung nach Ellwangen. Der Standort Pfahlheim wird aufgegeben.

2010: Stengel wächst stark und produziert mit 250 Mitarbeitern auf über 40.300 Quadratmetern unter anderem Ausstattung für Kreuzfahrtschiffe.

2016: Das ehemalige Bundeswehrgelände (MOB-Depot) wird zu Produktions- und Lagerhallen ausgebaut. Gründung der UAB MS Maritime in Litauen.

2019: In Werk 7 werden Badezimmer für Hotels, Studentenwohnheime, Pflegeheime produziert. Gründung der UAB MS Tubes in Litauen.

2020: Die Stengel-Gruppe hat 850 Mitarbeiter, davon in Deutschland 580. 18 eigene LKW bringen die Produkte zum Kunden.

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