Stiftskeller: Vergleich vorgelegt

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Der glanzvolle Ellwanger Stiftskeller vor 2017. Das einstige Aushängeschild der Gastronomie gibt es nicht mehr.
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Wie die Eigentümerin des Stiftskellers nach den jüngsten Starkregenfällen Bewegung in den jahrelangen Rechtsstreit mit der Stadt bringen will.

Ellwangen.

Ende April 2019 schloss der Stiftskeller seine Türen. Ebenso lange schon befindet sich die Eigentümerin, Dr. Ingrid Alice Mayer, im Rechtsstreit mit der Stadt Ellwangen.

Und das ausgewiesene Kulturdenkmal zerfällt. Einst war es das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Aushängeschild der Ellwanger Gastronomie, jetzt ist das große Kellergewölbe am Marktplatz nur noch ein Schatten seiner selbst.

Bei jedem Starkregen strömt Wasser in den Bau, es schimmelt. Der Keller ragt unterirdisch mit der „Jägernische“ auf einer Fläche von etwa 5 Mal 3 Metern bis unter Parkplatzreihe am Markt.

„Das wurde damals nicht berücksichtigt“, so Mayer. Die jüngsten Starkregenfälle der vergangenen Wochen haben das Problem nun aktuell noch einmal vergrößert, erklärt Mayer.

Am Ende verliert die Stadt, denn sie ist um eine Attraktion ärmer.

Dr. Ingrid Alice Mayer, Eigentümerin Stiftskeller

Dabei sei bis 2014 der Keller trocken gewesen. Dann begann die Marktplatzsanierung, und mit ihr die Probleme durch eindringendes Wasser. Mehrfach habe sie auf die Probleme aufmerksam gemacht, sei bei der Stadt aber nur auf Ablehnung gestoßen. Bis es schließlich nicht mehr ging, ein Gastronomiebetrieb nicht mehr möglich war: „Dabei hat es da 50 Jahre lang nie reingeregnet.“ Und Mayer schließlich vor Gericht zog.

Drei Jahre Gutachterstreit

Drei Jahre nun streiten sich Gutachter und Gegengutachter bereits. Um Schuld, Bausubstanz und ausgeführte Bauarbeiten. Ein Ende ist nicht absehbar. „Dabei hätten die nötigen Maßnahmen weniger gekostet als die Gerichtskosten bislang“, sagt Mayer. Und versteht nicht, warum die Stadt nicht eingesteht, dass die Bauarbeiten ursächlich seien. „Als Bauherr ist die Stadt versichert, ebenso die Planer und die ausführende Baufirma.“

Auch von OB Michael Dambacher sei sie enttäuscht: „Er hat sich persönlich noch kein Bild gemacht.“

Appell an Gemeinderat

Und wendet sich nun mit einem Appell erneut an die Gemeinderäte. Mayer hat einen Vergleich eingereicht: Die Stadt solle auf eigene Kosten rund um das Gebäude eine größere Asphaltfläche mit Kastenrinne und Entwässerung in die Kanalisation am Marktplatz und in der Secklergasse anbringen.

Darauf könne dann oberflächlich wieder der sickerfähige Pflasterbelag aufgebracht werden. „Ich selbst kann solche Baumaßnahmen nicht einfach veranlassen“, sagt Mayer. „Oberirdisch ist das städtische Fläche.“ Aber egal, wie der Streit ausgehe: „Am Ende verliert die Stadt, denn sie ist um eine Attraktion ärmer.“

Stadt äußert sich nicht

Und die Stadt? Verweist weiterhin auf die bekannte Position. „Wir äußern uns auf Anraten unseres Anwalts nicht zu laufenden Verfahren“, erklärt der Pressesprecher der Stadt Ellwangen, Dr. Anselm Grupp.

Der Rechtsstreit um den Stiftskeller

Der Stiftskeller ist ein Sandstein-Kellergewölbe unter dem Gebäude Marktplatz 18, das bis ins 17. Jahrhundert zurückdatiert. 2014 begann die Stadt mit der Marktplatzsanierung. Noch während der Marktplatz-Bauarbeiten versiegelte die Stadt die Fläche vor dem Gebäude Marktplatz 18. Nicht ausreichend, befindet die Eigentümerin. Seitdem sei der Keller feucht, so Mayer. 2017 richtete sie deshalb eine Petition an den Gemeinderat, ohne Erfolg. Im Dezember 2018 befasste sich der Petitionsausschuss des Landtags vor Ort mit Vertretern des Landesdenkmalamts mit dem Fall. Letztlich zog Mayer 2019 vor Gericht. Seitdem läuft das Verfahren. jku

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