Symbol für Mehrwert dörflicher Kultur

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Das Gemeinschaftsprojekt Kreiselkunst Neunheim ist vollbracht: (von links) Rudolf Wiedmann, Martin Hald, Thomas Roth, Ulrich Brauchle, Volker Grab und Johannes Veit.
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Die von Ulrich Brauchle gestaltete Stahlskulptur auf dem Kreisverkehr in Neunheim steht für die Dorfgemeinschaft und alles was sie ausmacht.

Ellwangen-Neunheim

Nach drei Jahren Ideenfindung und Vorarbeit steht am Kreisverkehr Ortseingang Neunheim jetzt eine Skulptur, die der Ellwanger Künstler Ulrich Brauchle gestaltet hat. Vier unterschiedlich hohe Stelen aus Stahl, jede mit einem Wort und einem Symbol versehen, sind verbunden über Querstreben.

"Die Begriffe Tradition, Genuss, Zukunft und Lebenswert sollen die Ortschaft Neunheim charakterisieren", erklärt Brauchle, der in Neunheim aufgewachsen ist. Die Reduzierung von Begrifflichkeit und Symbolik auf eine Form, die für ganz Neunheim und seine Bewohner stehe, sei die eigentliche Arbeit gewesen, erklärt er.

Die Idee zu einer Kreisel-skulptur kam Martin Hald und Rudolf Wiedmann bei einem Stammtisch im "Hirsch". Ihr Plan: das Projekt sollte für ganz Neunheim stehen und sich komplett über Sponsoring tragen.

Mit den Bauunternehmern Johannes Veit von der Firma Hans Fuchs und Thomas Roth fanden sich weitere Unterstützer, die das Fundament und die Elektrik finanzierten. Josef Stengel übernahm die Herstellung der Stelen aus Stahl.

So gelang es, das ganze Projekt für die Stadt weitgehend kostenneutral umzusetzen, was Bürgermeister Volker Grab anerkennend betonte. "Die vier Begriffe finden beim Schutzengelfest perfekt zusammen", meinte er und lobte die bürgerschaftliche Initiative, die zu einem gelungenen Kunstwerk geführt habe. Das Kunstwerk stehe auch für den Mehrwert dörflicher Kultur.

Die Reduzierung von Begrifflichkeit und Symbolik war das Schwierigste.

Ulrich Brauchle Künstler

Die höchste der vier Stelen zeigt eine Ähre und das Wort "Tradition". Sie zeigt nach Osten und stehe für die Landwirtschaft, aber auch für die Kirche, erklärt Ulrich Brauchle. Er habe versucht, das Gesamtbild so zu gestalten, dass es der Ansicht der Schutzengelkapelle nicht abträglich sei. Die südliche Stele mit dem Wort "Zukunft" sowie einem stilisierten Industriebau und dem verfremdeten Logo der Firma Hans Fuchs stehe für alle Unternehmen im Industriegebiet. Das Wort "Genuss" und der stilisierte Hirschkopf deute auf die Gastronomie am Ort und natürlich den Gasthof "Hirsch", die nördliche Stele mit dem Begriff "Lebenswert" und einer stilisierten Blüte erinnere an den Pflegedienst von Rudolf Wiedmann, stehe aber für alle Bewohner, die Neunheim zu einer lebenswerten Ortschaft machen.

Bei Nacht wird die Skulptur von Strahlernin verschiedenen Farben beleuchtet, wirft vielfältige Schatten und komme eigentlich dann erst so richtig zur Geltung, sagt Brauchle. Der Stahl werde noch mit Säure bearbeitet und entwickle dann die typische rostrote Farbe, die man auch von anderen Stahlskulpturen in Ellwangen kennt.

Die Mitte des Kreisverkehrs, derzeit noch mit Rindenmulch bedeckt, wird im Frühjahr einen Belag aus Rollrasen erhalten. Gepflegt wird der Kreisverkehr künftig vom städtischen Baubetriebshof.

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