Trost und Hoffnung am Marientag

+
Kardinal Walter Kasper feierte das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel mit einem Festgottesdienst in der Basilika
  • schließen

Kardinal Walter Kasper begeht mit den Ellwangern Mariae Himmelfahrt. Wie er die Seligsprechung von Pater Philipp erlebt hat und was Jeningen so aktuell macht.

Ellwangen

Das Fest Mariae Himmelfahrt feierten Ellwangens Katholiken mit einem Festgottesdienst am Montagabend in der Basilika. Kardinal Walter Kasper, der zur Seligsprechung von Pater Philipp Jeningen nicht anwesend sein konnte, war gekommen, um in der Basilika Gottesdienst zu feiern. Stadtpfarrer Professor Dr. Sven van Meegen war stolz den mit 27 Ehrendoktortiteln bedachten Kardinal in Ellwangen begrüßen zu dürfen.

Er sei es auch gewesen, der 1999 die Türen zwischen Basilika und Stadtkirche geöffnet habe. In erster Linie sei Kasper Schwabe, dessen Lieblingsessen Spätzle sei. Für Kasper war es eine große Freude diesen Marienfesttag in Ellwangen verbringen zu dürfen: „Besser kann man es nicht machen. Und hier schließe sich der Kreis. Jeningen sei ein großer Marienverehrer gewesen.“ Launig erzählte der Kardinal in seiner Predigt, was er mit der Seligsprechung zu tun hatte. Die Akten habe er etwas in die Höhe befördert und bei der zuständigen Stelle gemeint, dass die Ellwanger nun schon Jahrhunderte auf die Seligsprechung warten würden und dies sei ja schon Wunder genug. Zwei Aspekte seien es gewesen, die den verehrten Pater ausmachten. Er sei ein großer Beter gewesen, demütig und bescheiden. Jeningen habe Gott groß sein lassen, so der Kardinal weiter. In der heutigen Zeit, meinte er weiter, sei Gott im Alltag nicht oft präsent. Eine Welt ohne Gott sei ohne Boden, ohne Halt. Wir bräuchten heute mehr Vorbilder, die Licht aussenden in diese Welt. Jeningen sei zudem ein unermüdlicher Missionar gewesen. Missioniert habe er Ellwangen und den Virngrund. Viele brauchten in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg Trost und Hoffnung. Er war auch nicht immer bei allen willkommen. Genau wie heute.

Kritische Worte zur Kirche

Zur Zeit bröckle und brösle es in der katholischen Kirche. Gebraucht werden gründliche Reformen. Man brauche wieder Menschen, die den Glauben mit dem ganzen Leben bezeugen. Es müsse eine Willenskultur geben, eine Hinausgehenskirche. Zuhören, meinte er, sei schon die erste Form der Mission. Man sei zu viel zu einer Sitzungskirche geworden. Die Freude am Glauben müsse wieder mehr sichtbar gemacht werden. Der 89-jährige Kardinal meinte abschließend, man müsse das Erbe weiter entwickeln und froh sein Christ sein zu können.

Am Ende des Gottesdienstes weihte der Kardinal die zahlreich mitgebrachten Kräuterweihbüschel. Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Liederkranz Ellwangen unter der Leitung von Hans Kucher. Für die kräftigen und fröhlichen Töne an der Orgel war Regionalkantor Benedikt Nuding verantwortlich. Genauso gut besucht wie der Gottesdienst war der anschließende zwanglose Empfang mit guten Gesprächen im Kreuzgang.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Kommentare