Üppiges Jahresprogramm bei der Stadtverwaltung

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Autokino am Schießwasen: Vielleicht kommt 2022 eine Neuauflage?
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Oberbürgermeister Michael Dambacher blickt beim Pressegespräch zurück auf das Jahresergebnis 2021 und voraus auf den Projektplan 2022.

Ellwangen

Anstatt des traditionellen Kuttelessens zum Kalten Markt hatten Oberbürgermeister Michael Dambacher und sein Pressesprecher Dr. Anselm Grupp zum Pressegespräch in den "Roten Ochsen" eingeladen. Seine Pferdewitze hatte der OB zu dem Zeitpunkt schon im aktuellen Kalter-Markt-Film auf YouTube zum Besten gegeben.

Doch auch der Rückblick auf das Jahresergebnis 2021 machte gute Laune: 33 Millionen Euro Gewerbesteuer hat die Stadt eingenommen, 14 Millionen mehr als geplant. Unter dem Strich schafft die Stadt ein positives Jahresergebnis und kann sogar die Verschuldung senken. Das war so vor einem Jahr noch nicht zu erwarten. Die Pandemie und die dadurch entstandene Materialknappheit in vielen Branchen hat sich in Ellwangen nicht auf die Gewerbesteuer ausgewirkt. Dambacher: "Unsere Wirtschaft ist heterogen aufgestellt und dadurch relativ krisensicher."

Es werden immer mehr: Wie Ellwangen wächst

Erfreulich ist auch die Bevölkerungsentwicklung: Zum Jahresende zählte Ellwangen 24 588 Einwohner, 249 mehr als ein Jahr zuvor. 2990 Menschen sind im vergangenen Jahr aus Ellwangen weggezogen, 3270 sind zugezogen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell trotz Winterpause in einigen Branchen bei 1,9 Prozent, das ist Vollbeschäftigung.

Trotz Pandemie waren wieder einige kulturelle Veranstaltungen möglich. Anselm Grupp zählt neben verschiedenen Ausstellungen das Autokino, das Luftschlossfestival und die Open Air-Veranstaltungen am Kressbachsee auf. Auch die Städtepartnerschaft wurde gepflegt, bei der Feier zum 30-jährigen Bestehen der Verbindung mit Abbiategrasso und bei einer Veranstaltung in Langres. 2022 soll der Austausch weiter gepflegt werden, der deutsch-italienisch-französische Dreibund besteht seit 30 Jahren.

In der Projektliste 2022 zählt der OB eine ganze Reihe von Maßnahmen im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2026 auf: die Fußgängerbrücke über die Bahnlinie und die Renaturierung der Jagst sollen planfestgestellt werden, das Jugendzentrum zieht ins Interimsquartier um, das alte Gebäude wird abgerissen. Der Wettbewerb für den Neubau Treffpunkt BW/Jugendzentrum wird entschieden. Außerdem geht die Planung des neuen Campingplatzes weiter. Für eine Bebauung der Jagstinsel wurden die Grundlagen geschaffen, hier werde nach einer Beratung im Gemeinderat ebenfalls ein Wettbewerb angestrebt.

Im Gewerbegebiet Neunheim soll 2022 die Umlegung der Flächen abgeschlossen und der Bebauungsplan aufgestellt werden. Derzeit befindet sich die Stadt im Rechtsstreit mit Grundbesitzern. 59 Unternehmen, die Hälfte einheimische Betriebe, wollen hier bauen.

Entwicklungsgesellschaft soll Kaserne bebauen

Die EATA soll im Z-Bau, Gebäudeteil C, noch im Herbst einziehen, der Rest der Sanierung soll bis Frühjahr 2023 abgeschlossen sein. Finanziell sieht die Bausanierung für die Akademie zur Qualifizierung von jungen Leuten aus der EU in Mangelberufen deutlich entspannter aus, nachdem das Land eine Nachfinanzierung von 70 Prozent zusagte. Im vergangenen Jahr wurde öffentlich, dass das Projekt statt der geplanten 15,7 tatsächlich rund 27 Millionen kosten wird. Dambacher: "Es war richtig, dass wir beschlossen haben, das Projekt trotzdem weiterzuführen."

Für die Entwicklung des Konversionsgeländes zu einem großen Wohngebiet will die Stadtverwaltung dem Gemeinderat die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft vorschlagen. "Wir können uns nicht leisten, das Thema liegen zu lassen", meint der OB. Bereits 2023 werde die Stadt keine Wohnbauflächen mehr zur Verfügung haben", sagt er. Allein der Rückbau der schweren Betonbauwerke werde eineinhalb bis 2 Jahre dauern.

In dem Zusammenhang muss man auch die Beratungen sehen, die Stadt, Land und Landkreis bezüglich Ende der LEA Ellwangen führen. Ende Januar finde die nächste Verhandlungsrunde statt und der OB wagt keine Prognose zum Ergebnis: "Das Land hat eine schwierige Aufgabe vor sich, weil es zusätzliche Unterbringungskapazitäten schaffen muss."

"Es macht Spaß in diesem Verwaltungsteam zu arbeiten. Die Aufbruchsstimmung in Hinblick auf die Landesgartenschau ist ungehemmt."

Michael Dambacher, Oberbürgermeister
Die geplante Fußgängerbrücke über die Bahnlinie von Norden: Die Querung bei der Bachgasse soll noch in diesem Jahr planfestgestellt werden.

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