Ukraine-Krieg: Solidarität mit Flüchtlingen zeigen

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Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter sprach in der Marienpflege über den Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen.
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In der Marienpflege schätzen Roderich Kiesewetter und Winfried Mack (beide CDU) die Situation ein.

Ellwangen. Der CDU-Stadtverband lud zu einem Informations- und Diskussionsabend zum Thema Ukraine-Krieg in die Marienpflege ein. Dort schilderten der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter und der Landtagsabgeordnete Winfried Mack (beide CDU) die derzeitige Situation in dem Kriegsland, bewerteten die Politik des russischen Machtinhabers Putin und wagten Prognosen.

Zahlreiche Stadträte, Mitglieder der Jungen Union, geistliche Vertreter und Oberbürgermeister Michael Dambacher waren als interessierte Zuhörer in den gut besuchten Festsaal der Marienpflege gekommen. Nachdem der ehemalige Lehrer am Peutinger-Gymnasium, Ihor Bilaniuk, dessen Eltern aus Galizien vor der Roten Armee in den Westen flohen, über die Geschichte der Ukraine referiert hatte, sprach Kiesewetter über die momentane Lage in der Ukraine. Aus seiner Sicht seien in der Vergangenheit einige Fehler und Versäumnisse seit dem Fall der Mauer gemacht worden, die auch zu der jetzigen Situation beitrugen. Das Interesse der Ukraine an einer NATO-Mitgliedschaft sei schon immer vorhanden gewesen, diese sei aber von Deutschland und Frankreich verwehrt worden.

Durch die Aufgabe der letzten Atomwaffen in der Ukraine 1996 habe das Land seine Souveränität verloren, so Kiesewetter. Die damals von Russland zugesicherte territoriale Unabhängigkeit werde nun durch den Krieg mit Füßen getreten. Auch die Hoffnung auf die EU-Mitgliedschaft erfüllte sich bislang nicht. Kiesewetter erklärte: „Wladimir Putin versucht, die Staatlichkeit der Ukraine zu zerstören. Das westliche Verhalten wird von ihm als Schwäche angesehen. Die größte Schmach ist für Putin der Zerfall der damaligen Sowjetunion. Das kann er nicht hinnehmen.“

Ein großer Teil der russischen Armee sei in den Ukraine-Krieg eingebunden. Nach Schätzungen seien bereits 10 000 russische Soldaten gefallen, viele davon junge Wehrpflichtige. „Putin hat sich verschätzt. Man ist in der Ukraine nicht mit Brot und Salz empfangen worden. Stattdessen wird erbitterter Widerstand geleistet.“

Kiesewetter wies auf die großen Flüchtlingsströme in den Westen hin. Viele Millionen könnten sich auf die Flucht begeben, so Kiesewetter. Vor allem Frauen, Mütter, Kinder und Witwen würden kommen. „Auch Deutschland muss sich darauf einstellen. Der Ukraine-Krieg zwingt uns, den Gürtel enger zu schnallen. Wir müssen Hilfsbereitschaft zeigen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft wahren“, beschwor der Bundestagsabgeordnete. Mack ergänzte dazu: „In dieser Zeit muss unser Land zusammenstehen. Es darf nicht passieren, was Putin gerne möchte, dass wir uns spalten, dann hätte die andere Seite gewonnen.“ Für die vielen Flüchtlinge müsse Wohnraum organisiert werden.  

In der sich anschließenden Diskussionsrunde sagte Dambacher auf Anfrage: „Es werden derzeit Hilfs- und Wohnangebote gesammelt und die LEA hat vorsorglich aufgerüstet, um Hilfe leisten zu können. Die Solidarität ist groß. Nach Corona werden wir auch diese Krise meistern“, ist sich Dambacher sicher.

Auf die Frage, wie lange der Ukraine-Krieg dauern wird, antwortete Roderich Kiesewetter: „Sollte der Krieg länger andauern, wird die russische Gesellschaft den Druck und die Repressionen nicht länger mitmachen. Die Ukraine wird nicht in die Unfreiheit gehen. Wir brauchen jetzt auch eine Europa-Begeisterung.“    ⋌ Achim Klemm

Eine laufend aktualisierte Zusammenstellung unserer Berichte zum Ukraine-Konflikt

Im Festsaal der Marienpflege sprach der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter über den Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen.

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