Unterricht aus dem Museumskoffer

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Lara Brenner und Andreas Gut zeigen den Inhalt des Museumskoffer, den Lehrkräfte für den Unterricht ausleihen können.
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Die Lehramtstudentin Lara Brenner hat für das Alamannenmuseum einen Materialienkoffer samt Unterrichtsentwurf erstellt.

Ellwangen

Das kostbarste Stück im Unterrichtskoffer des Alamannemuseums dürfte die silberne Runenfibel aus Forchheim sein. Zwar nur ein Replikat, aber immerhin aus Silber. "Ich habe überlegt, ob wir den neuen Museumskoffer versichern müssen", sagt Andreas Gut, Leiter des Museums. Auch die silberne Nadel und das Gürtelgehänge mit der bronzenen Zierscheibe sind einiges Wert.

Gepackt wurde der Koffer nach den Vorgaben von Lara Brenner, die an der PH Schwäbisch Gmünd Lehramt für die Sekundarstufe studiert. Im Seminar von Geschichtsdidaktik von Dr. Eva Luise Wittneben war die Aufgabe einen Museums- oder Geschichtskoffer zu konzipieren mit dem die Kinder einen anderen Zugang zum Lerninhalt bekommen können. Neben Schmuck und anderen handwerklichen Artefakten wie einem gedrechseltem Kerzenständer, gewebten Stoffen und einem Webgewicht, finden die Kinder der 5./6. Klassen, für die der Koffer ausgearbeitet wurde, auch zwei Gewänder zum Anziehen und ein hölzernes Schwert.

Lara Brenner hat einen Unterrichtsentwurf zum Koffer erarbeitet, der ausgehend von der Runenfibel das Alltagsleben der Alamannen, ihre handwerklichen Techniken, Ernährung, Wohnen sowie politische Hintergründe zur Völkerwanderungszeit, Einflüssen der Römer und der Christianisierung beleuchtet. Lehrerinnen und Lehrer, die den Koffer im Unterricht für Geschichte oder auch für handwerkliches Gestalten nutzen wollen, können damit einen Museumsbesuch vorbereiten.

"Der Koffer ersetzt den Museumsbesuch nicht", sagt Andreas Gut, der vielmehr hofft, dass der Inhalt Appetit macht, dass die Kinder mehr über die Alamannen erfahren wollen. Denn der Besuch von Schulklassen, der 2004 noch bei 73 Schulklassen lag, ging zurück, nachdem die Alamannen aus dem Bildungsplan gestrichen wurden. Dabei lassen sich mit dem Angebot des Alamannenmuseums auch übergeordnete Inhalte wie "Germanen", "Christianisierung" oder Völkerwanderung erarbeiten. Vor allem aber ist das Ellwanger Alamannemuseum ein außerschulischer Lernort in der Heimat, wie ihn der Bildungsplan explizit vorsieht.

Andreas Gut will nun sehen, wie das Angebot ankommt und gegebenenfalls einen zweiten Koffer mit Originalfunden bestücken: "Keramikscherben, Knochen oder Artefakte aus Eisen können sehr gut einen authentischen Eindruck des frühen Mittelalters vermitteln, über den sich Lerninhalte besser einprägen, als nur über Text."

Der Museumskoffer für den Unterricht

Den neuen Museumskoffer für die Klassen 5 und 6 mit Replikaten aus Holz, Silber, Bronze, Glas, Ton, Leder und Textilien kann man im Alamannenmuseum anfordern beziehungsweise abholen. Die Verleihdauer ist eine Woche.

Der Museumskoffer enthält Replikate von Artefakten der Alamannen, wie man sie tatsächlich als Grabbeigaben gefunden hat.

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