Verleihung der Bürgermedallie: Der Oberst und der Leberkäs

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Oberbürgermeister Michael Dambacher (l.) übergibt die Bürgermedaille in Gold an Fritz Seifert und Blumen an dessen Lebensgefährtin Gunhild Veit.
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Der Initiator und langjährige Vorsitzende von „Pro Ellwangen“, Fritz Seifert, wird mit der Bürgermedaille in Gold ausgezeichnet.

Ellwangen

Für ein schönes Fest war Fritz Seifert, Oberst a. D., schon immer zu haben. Jetzt war er der Anlass dafür, als im Neubau der Firma Kicherer rund 90 geladene Gäste zusammenkamen, um bei der Verleihung der Bürgermedaille in Gold dabei zusein.

Oberbürgermeister Michael Dambacher ging in seiner Laudatio auf die vielen Initiativen ein, die Fritz Seifert als Begründer und langjähriger Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „Pro Ellwangen“ gestartet hat.

Weitblick habe Seifert bewiesen, als er 2001 den Gewerbe- und Handelsverein, in dem die Einzelhändler und Gewerbetreibenden der Innenstadt zusammengeschlossen waren, in den neuen Marketingverein einband und das Stadtmarketing räumlich und thematisch ausweitete.

Dambacher: „Sie hatten den gesamtstädtischen Raum, die Innenstadt, Kernstadt, Industriegebiet und Ortschaften im Blick und beschäftigten sich mit Wirtschaftsförderung ebenso wie mit Tourismus und Handel.“

Der Kampf gegen Leerstände, die Vereinheitlichung der Ladenöffnungszeiten, die verkaufsoffenen Sonntage, der Weihnachtsmarkt, die Wirtschaftsgespräche: Vieles wurde unter Seiferts Ägide angepackt.

Ellwangen als Pferdestadt

Für die Ausrichtung Ellwangens als Pferdestadt war Seifert Vorreiter, meinte der OB. Droschkenlinie, Ellwanger Pferdetage, Werbung mit den Pferdeskulpturen und das Landespferdefestival habe Seifert initiiert beziehungsweise maßgeblich unterstützt. „Für diese ganzen Verdienste wurde Ihnen völlig zu Recht 2014 die besondere Auszeichnung 'Freund des Pferdes' durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) verliehen“, sagte der OB.

Dass Fritz Seifert, der 1948 mit der Mutter aus Sachsen nach Hamburg kam und später die Offizierslaufbahn einschlug, Anfang der 1980-er Jahre als Bataillonskommandeur an die Reinhardt-Kaserne kam, sei zum Glücksfall für die Stadt geworden. Er habe die Stadt nicht wie so viele andere Offiziere als Durchlaufstation genommen, sondern Wurzeln geschlagen. Als CDU-Stadtrat und vielfach ehrenamtlich engagierter Bürger entwickelte sich die Wirtschaftsförderung zu Seiferts Steckenpferd. Als Netzwerker im besten Sinn gelang es ihm, Kräfte zu bündeln, Menschen für seine Ideen zu begeistern und als Mitstreiter zu gewinnen. Dass für das Citymarketing eine hauptamtliche Stelle geschaffen wurde, ging maßgeblich auf Seiferts Bestreben zurück. Auch nachdem er 2012 den Vorstandsposten bei „Pro Ellwangen“ weitergegeben hatte, blieb er Botschafter für die Stadt. „Und sie sind es noch heute“, sagte Dambacher.

Alle Kräfte gebündelt

„Du hast dich immer für das große Ganze eingesetzt“, sagte Markus Frei, Vorstandsvorsitzender der KSK Ostalb, als Vertreter der Wirtschaft und Ex-Vorstandskollege. „Die Idee, alle gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln“ sei für Seifert immer bezeichnend gewesen, sagte Karl Bux, Vorstand von „Pro Ellwangen“.

Bürgermeister Volker Grab überbrachte dem Geehrten einen Laib warmen Leberkäse,, weil Seifert Begründer der „Leberkäsfraktion“ war: Im Stadtcafé trafen sich eine Zeit lang Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen bei Bier und Leberkäs.

Seifert selbst dankte für die große Ehre und erzählte eine Anekdote aus seiner Dienstzeit. Ein Staatssekretär im Verteidigungsministerium habe ihn eines Tages in den „Roten Ochsen“ zitiert, um als Kommandeur bei einer Hochzeit ein Grußwort zu sprechen. „Wir waren gerade dabei ins Manöver zu verlegen“, trotzdem habe er dem Politiker den Wunsch erfüllt und sei im Kampfanzug zur Hochzeit geeilt. Als er begann, rollten vor dem Fenster die 52 Schützenpanzer vorbei, worauf er die Rede abkürzte und sagte: „Liebe Braut, sie brauchen keine Angst haben, ich beschütze sie.“

Zum Festakt spielte das Streicherquartett der Musikschule Mozarts „kleine Nachtmusik“.

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