Viele Ideen für eine neue Landschaft

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Das Jagstwehr in der Abendsonne: Vielen Bürgern fällt schwer, sich die Jagst ohne den Aufstau vorzustellen. Das Versprechen der Planer: der Fluss wird frei fließend viel lebendiger werden.
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Im "Digilog" stellten rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen an die Planer, äußerten Bedenken und brachten Anregungen ein.

Ellwangen

Die Serie der Landesgartenschau- (LGS) Gespräche begann am Freitagabend mit einem "Digilog", einer online-Informationsveranstaltung, bei der in zwei Workshops auch Kritik und Ideen einfließen konnten.

200 Personen hatten im Vorfeld Interesse angemeldet, im Livestream erlebten dann knapp 160, wie Oberbürgermeister Michael Dambacher die Fachleute begrüßte, die den Bürgerinnen und Bürgern Antworten auf ihre Fragen liefern sollten.

Ehrengast war die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für den ländlichen Raum. Sie ging auf die Entwicklung der Landesgartenschauen seit 1980 ein. Was anfangs eher eine gärtnerische Leistungsschau war, sei mittlerweile zu einem grünen Infrastrukturprojekt geworden, das in den Städten als Triebfeder für Stadtplanung mit dem Ziel nachhaltiger Wohlfahrtsentwicklung funktioniere.

Die LGS verfolge heute grünplanerische Ziele mit Langzeitwirkung, gebe Impulse für mittelständische Betriebe, Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus. Mehr innerstädtisches Grün, die Natur als Erfahrungsraum werde immer wichtiger, auch vor dem Hintergrund klimatischer Veränderung.

Schließlich sei die LGS ein Schaufenster der Region, für regionale Landwirtschaft und Produkte, ein Podium für die Menschen, die deshalb auch schon bei der Planung möglichst breit eingebunden werden.

Tobias de Haen und Stefan Powolny, die beiden Geschäftsführer der LGS GmbH, machten deutlich, wie man in Daueranlage, Ausstellung und Betrieb beziehungsweise Veranstaltungen unterscheidet, wie der Zeitplan dafür aussieht.

Powolny sprach das Thema "digitale Gartenschau" an, das Thema 5G-Vernetzung auf dem Gelände, die Möglichkeiten einer geplanten LGS-App. Die soll vom Audioguide über Parkplatzführer bis zur Verknüpfung von realem und digitalem Spielen für Kinder einiges leisten und später als Verbindung von Park und Bildung für Schulen nutzbar sein.

Dann begab man sich, in zwei Gruppen, in die Perspektivräume. Auskunft über die konkreten LGS-Planungen gaben Stadtplaner Klaus Ehrmann, vom OB auch "Vater der Landesgartenschau" genannt, die Landschaftsarchitektin Marianne Mommsen und Eva de Haas vom Regierungspräsidium Stuttgart.

Die Jagst wird ein frei fließendes Gewässer, in dem sich die Barbe als Leitfischart wohlfühlen wird.

Eva de Haas Regierungspräsidium Stuttgart

Mühlkanal wird "Regengarten"

Sie gingen auf die Bereiche des LGS-Geländes ein, zu denen die 70 bis 80 Zugeschalteten konkrete Fragen hatten. Etwa zum Mühlkanal, der nach der Jagstabsenkung kein fließendes Gewässer mehr sein wird, sondern ein "Regengarten", eine vegetative Zone, Versickerungsfläche für das Regenwasser, das im Brückenpark zusammenfließt.

Das Jugendzentrum sei an diesem Standort besonders wichtig, weil von dem Gebäude, das während der LGS als Treffpunkt BW genutzt wird und danach als JuZe, der Bereich für Spiel und Sport auch betreut werden soll.

Thema waren beispielsweise Fuß- und Radwege vom LGS-Gelände in die Innenstadt. Die geplante Bahnquerung sei als Treppe mit Aufzug nur bedingt für Radfahrer geeignet, wurde angemerkt. Radverkehr soll nicht in erster Linie über das neue Brückenbauwerk, sondern durch die bestehenden Unterführungen geleitet werden.

Eva de Haas war froh, dass der Absenkung der Jagst zugestimmt wurde: "So bekommen wir ein frei fließendes Gewässer, in dem sich die Barbe als Leitfischart wohlfühlen wird." Die Jagst werde insgesamt artenreicher und widerstandsfähiger gegen Schadstoffeintrag.

Die Zugeschalteten brachten Ideen im Chat ein. Zum Beispiel die einer Ufergastronomie südlich der Jagstbrücke, wo früher der "Club" war.

Der LGS-Digilog wurde vom Zentrum für Digitale Entwicklung (ZDE) und der LGS GmbH veranstaltet. Inhalte sind auf www.ellwangen2026.de einsehbar.

Der Blick auf den Plan des gesamten Gartenschaugeländes: Die Jagst zieht sich wie ein grünes Band an der Innenstadt vorbei und verbindet naturnahe Rückzugszonen für Tier und Pflanzen mit neuem Erlebnisraum für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Grafik. relais-architekten

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