Vier Wochen lang im Einsatz auf der Isolierstation in Ellwangen

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Stefanie Mack (links) und Kathrin Kruger, hier im Stationszimmer, erzählen ihre Geschichte von Corona. Die beiden Frauen arbeiten in der St.-Anna-Virngrundklinik in Ellwangen.
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Kathrin Kruger und Stefanie Mack haben Corona-Patientinnen und -Patienten betreut und begleitet. Was das für die beiden bedeutet

Ellwangen

Das Schlimmste ist vorerst überstanden. Die Überlastung blieb aus. In Ellwangen war man gut vorbereitet. Kathrin Kruger war eine, die sich während der Hochzeit der Corona-Pandemie freiwillig gemeldet hat, die freiwillig die Arbeit mit den Virus-Patienten übernommen hat. Jetzt habe sich die Lage absolut entspannt, findet Kathrin Kruger, die die Pflegerische Stationsleitung der St.-Anna-Virngrundklinik innehat.

"Man wollte das interdisziplinär machen, sodass von jeder Station Pflegepersonal dabei ist", beginnt Kruger zu erzählen. Schnell habe sie sich dafür entschlossen, auf der Isolierstation mitzuhelfen. Angst oder Bedenken hatte sie keine: "Ich wusste ja, dass wir komplett geschützt reingehen."

Einen Monat lang wurde die Isolierstation in der Chirurgie betrieben. Dort waren wegen der abgesagten Operationen Räumlichkeiten frei. "Das waren vier Wochen, von denen die ersten am anstrengendsten waren", stellt Kruger fest. Zu Beginn sei die Stimmung angespannt gewesen. "Die Unsicherheit war spürbar", sagt die Stationsleiterin. "Auch wir wussten nichts über Corona". Gefühlt stündlich kamen neue Änderungen der Hygienevorschriften." Doch irgendwann wurde die Ungewissheit zur Gewissheit und die neuen Herausforderungen zum neuen Alltag.

Obwohl Kathrin Kruger nicht unbedingt von "Alltag" sprechen will. Den hat sie nicht als solchen empfunden. "Es war ein Kommen und Gehen", berichtet sie. Jeder Patient, der Symptome zeigte, wurde aufgenommen, ein Abstrich gemacht. Bis der Befund kam, konnte es schon zwei, drei Tage dauern. So lange blieben auch die Verdachtsfälle auf Station.

Während der Zeit hat sich für Kathrin Kruger vor allem der Schwerpunkt der Krankenbeobachtung verlagert. "Da das Virus hauptsächlich auf die Lunge geht, lag der Fokus bei der Überwachung auf der Atmung und der Sauerstoffversorgung des Patienten." Teilweise waren sämtliche Betten belegt. Das lag auch an der langen Zeit, bis die Befunde kamen.

Ich wusste ja, dass wir komplett geschützt reingehen.

Kathrin Kruger Stationsleiterin

"Aber es war immer gut machbar", beurteilt Kruger die Situation. Für sie war es die richtige Entscheidung, wie sie erzählt: "Es war etwas Anderes. Ich habe viel Neues gesehen und gelernt, konnte viel aus diesem einen Monat mitnehmen. Für mich war es eine wirkliche Bereicherung."

Mittlerweile ist die Isolierstation nicht mehr in die Chirurgie integriert, sondern in die "Station zwei". Nach der anfänglichen Unsicherheit ist inzwischen Ruhe eingekehrt. "Nur wer unbedingt musste, ist zu Beginn der Pandemie ins Krankenhaus gekommen – das waren wesentlich weniger Patienten als sonst", sagt Stefanie Mack, die stellvertretende Stationsleiterin. Als Ursache dafür nennt sie die Angst vor einem erhöhten Infektionsrisiko.

"Die Lage hat sich wesentlich entspannt; wir und die Patienten gehen gelassener mit der Situation um", betont Stefanie Mack. Die Corona-Patienten sind, laut Mack, gut in den Alltag des Pflegeteams integriert.

Wie der aussieht? Zu Schichtbeginn wird festgelegt, wer für die Corona-Patienten zuständig ist, damit diese so wenig wie möglich Kontakt zum Personal haben. Wie bei allen anderen Patienten machen die Krankenschwestern und Pfleger ihre Runden; kontrollieren Werte und verabreichen Arznei.

Dennoch sind die Corona-Patienten in einem extra Bereich untergebracht. "Der ist durch Glastüren abgetrennt. Diese funktionieren als Schleuse und Schutz für die anderen Patienten", beschreibt Mack. Prinzipiell haben alle Ärzte und Pflegekräfte Zutritt in diese "Abteilung". Ausgenommen sind jene, die zur "Risikogruppe" zählen. Ein Krankenbesuch ist selbstverständlich nicht erlaubt, betonen Kathrin Kruger und Stefanie Mack unisono.

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