Vögel im Winter richtig füttern

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Dieses Rotkehlchen freut sich über Futter im Winter. Wer ein Futterhäuschen im Garten hat, sollte es allerdings regelmäßig reinigen, weil die Vögel dort Kot hinterlassen. Hygienischer ist ein Futtersilo.

Bernd Kreidler vom Nabu Ellwangen gibt Tipps, was zu beachten ist, wenn Tierfreunde Vögeln im Winter etwas Gutes tun wollen.

Ellwangen

Die Winterzeit hat nun begonnen und die Vögel finden wegen der immer niedrigeren Temperaturen auf gefrorenen Böden weniger Futter. Was raten Experten, um Vögel bei ihrer Futtersuche ein wenig unter die Arme zu greifen. Die Schwäbische Post hat beim Vorstandsmitglied des Naturschutzbund (Nabu) Ellwangen, Bernd Kreidler, nachgefragt.

Wann und was füttern: "Am besten ist es zu füttern, wenn es draußen richtig kalt ist, also zwischen November bis Ende Februar und Anfang März. Sonnenblumenkerne sind ideal als Basisfutter, weil sie von vielen Vogelarten gefressen werden", erklärt Kreidler eingangs.

Futtersilo: Ein Futtersilo zum Aufhängen sei besser geeignet als ein klassisches Vögelhäuschen, weiß der Vogelexperte: "Hier picken sich die Vögel an der Seite hängend das Futter heraus und sind so besser vor Krankheiten geschützt und bleiben gesund."

Futterhäuschen: Im Futterhäuschen können die Tiere dagegen Kot absetzen. Eine regelmäßige Reinigung ist, wenn man schon ein Vogelhäuschen im Garten oder auf der Terrasse stehen hat, Pflicht, am besten mit kochendem Wasser.

Meisenknödel: Meisenknödel sind beliebt bei Finken, Sperlingen und den Meisen. Sie lieben Gemische aus Fett und Samen. Meisenknödel kann man im Übrigen auch selbst herstellen. Auch Obst, Rosinen und ungesalzene Nüsse werden gerne verspeist. Die Futterspender sollen in jedem Fall unerreichbar für Katzen aufgehängt werden.

Bitte keine Schälchen: Von kleinen Schälchen mit Wasser gefüllt, die so mancher in die Vögelhäuschen stellt, rät Bernd Kreidler jedoch ab: "Diese können Krankheiten übertragen und sind daher ungeeignet."

Bernd Kreidler macht jedoch deutlich: "Über die Winterfütterung kann man weniger als zehn Prozent der Vogelarten erreichen. Denn grundsätzlich nutzen lediglich 15 Arten das Angebot und möglicherweise erreicht man dabei keine gefährdeten Vögel." Die Vorzüge der Winterfütterung sieht Kreidler in Bezug auf das Naturerlebnis: "Es ist gerade jetzt, wenn man in Corona-Zeiten mehr Zeit zu Hause verbringt, eine schöne Gelegenheit, die gefiederte Natur aus nächster Nähe zu beobachten und zu studieren."

Um bedrohte Vogelarten zu schützen, benötigt man aber eine naturverträgliche Umwelt. "In Sträuchern, wie Holunder, Weißdorn oder Liguster findet das Gefieder Nahrung. Diese bieten im eigenen Garten eine optimale Futterstelle mit ihren Beeren", rät Bernd Kreidler.

Mitmachen bei der "Stunde der Wintervögel"

Wer eine besondere Freude an der Vogelbeobachtung hat, kann bei der "Stunde der Wintervögel" mitmachen. Vom 8. bis zum 10. Januar sind Naturfreunde aufgerufen, die Vögel eine Stunde lang an der Futterstelle, im Garten oder auf dem Balkon und Terrasse zu zählen und diese zu melden.

Die "Stunde der Wintervögel" ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. Möglichst viele Menschen sammeln dabei gemeinsam eine große Datenmenge und geben somit wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhält man unter: www.stundederwintervoegel.de

Ein solches Futtersilo empfiehlt der Nabu-Experte als hygienischere Alternative zum Futterhäuschen.
Meisenknödel sind – wie der Name schon sagt – beliebt bei Meisen. Unbedingt außer Reichweite von Katzen aufhängen.

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