Vorbereitung hin zur Seligsprechung des guten Paters Philipp

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"Die Wallfahrts-Prozession auf dem Weg zum Grab Philipp-Jeningens in der Liebfrauen-Kapelle" (Foto: Wi)
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Die Fußwallfahrt der etwas anderen Art zum Auftakt der geistlichen Vorbereitung auf die Seligsprechung des Ellwanger Paters Jeningen (1642-1704).

Ellwangen. Die Fußwallfahrt „Auf den Spuren Philipp Jeningens“ fand jetzt zum 30. Mal statt und sie war anders als in den Jahren vorher: wenig Wanderschaft zu Fuß, viel Kontakt der Wallfahrer untereinander digital per Telefon und Videokonferenz, die Prozession vom Schönenberg in die Ellwanger Basilika zum abschließenden Festgottesdienst wie gehabt.

Wegen der Corona-Bedingungen wurde die Wallfahrt vom Fußmarsch von Eichstätt nach Ellwangen zu einer Veranstaltungsreihe gewandelt. Die Wallfahrer*innen trafen sich zu Andacht und Einkehr an den traditionellen Stationen: am Geburtshaus von Philipp Jeningen, dessen Angedenken die Wallfahrt gewidmet ist, in Eichstätt und im Dom dortselbst, in der Basilika Maria Brünnlein in Wemding im Ries, am Grab von Pfarrer Patriz Hauser in Neuler und am Sonntag zu Sternwanderung, Andacht am Bergaltart unter dem Schönenberg, zu Prozession zur Basilika St. Vitus und Festgottesdienst zum Abschluss in der Basilika.

Wichtige Elemente der Wallfahrt fanden virtuell statt: der tägliche Impuls am Morgen in Telefonkonferenzen. Auch an den Abendgebeten konnte man per Telefon teilnehmen. Ein „Vortrag mit Gespräch“ von Wolfgang Steffel fand am Samstag als Videokonferenz statt.

An die hundert Wallfahrer*innen waren auf diese Weise eine Woche lang unterwegs. Zur Sternwallfahrt machten sich am Sonntagmittag vier Gruppen auf den Weg aus Dankoltsweiler, vom Combonikloster Josefstal, aus Dalkingen, aus Hirlbach. Ziel der Gruppen war eine „statio“ am Bergaltar. Von dort ging der Weg in geordneter Formation als Prozession nach St. Vitus am Ellwanger Markt, mit Gesang und trotz des unfreundlichen Regens offenbar in guter, froher Stimmung. Der ausführliche Festgottesdienst wurde per Telefon und als Livestream übertragen.

In der Kirche waren über 100 Männer und Frauen, die älteren Jahrgänge eher stärker vertreten als die Jugend. Viel kräftiger Gesang zu Flöten und Gitarre aus dem sorgfältig gestalteten Buch zur Wallfahrt und einem zusätzlichen Liedblatt ließen die große Kirche klingen.

Pfarrer Michael Windisch predigte über das biblische Gleichnis von dem Hirten, der 99 Schafe sich selbst überlässt, um das eine verlorene Schaf der Herde zu suchen und zu finden. Diesen Hirten solle man sich als Gott auf der Suche nach den Menschen vorstellen, legte Windisch seiner Zuhörerschaft nahe, und dass die Menschen Gottessucher sein sollen so wie Gott ein Menschensucher sei. Gebete, unter anderem vom Ordensgründer Ignatius von Loyola und dem 1704 in Ellwangen gestorbenen Jesuitenpaters Philipp Jeningen S.J. verstärkten den Impuls zu „Gott in allem suchen“, so das Motto der Wallfahrten.

Die Wallfahrt wird seit 1992 jährlich veranstaltet. Im geistlichen Mittelpunkt steht Philipp Jeningen, der in Eichstätt geboren wurde und lange Jahre in Ellwangen und im ganzen Land als „Volksmissionar“ gewirkt hat und als „der gute Pater“ berühmt und geliebt war.

Kürzlich wurde bekannt, dass Philipp Jeningen voraussichtlich im nächsten Jahr vom Papst seliggesprochen werden soll. Das genau Datum steht noch nicht fest. Marcus Krämer, Leiter der Wallfahrt und der Ellwanger „action spurensuche“ stellte zum Abschluss des Gottesdienstes fest: „Die 30. Fußwallfahrt ist jetzt beendet. Zugleich beginnt heute die Vorbereitungszeit hin zur Seligsprechung des guten Pater Philipp Jeningen.“

"Die Wallfahrts-Prozession auf dem Weg zum Grab Philipp-Jeningens in der Liebfrauen-Kapelle" (Foto: Wi)
"Die Wallfahrts-Prozession auf dem Weg zum Grab Philipp-Jeningens in der Liebfrauen-Kapelle" (Foto: Wi)

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