Was der Circus Rudolf Renz auf dem Schießwasen bietet

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"drunter und drüber" war das Motto der Kamele und Lamas
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Riskante Artistik, atemberaubende Tierdressuren und lustige Clowns begeistern das Publikum bei der Premiere.

Ellwangen

Endlich wieder Zirkus, nach über zwei Jahren. Ein Aufatmen spürte man bei Artisten und Zuschauern im Zelt auf dem Schießwasen. Keine noch so glitzernde Fernsehshow erzeugt dieses Gefühl, am Rand einer Manege zu sitzen, wenn sich der Geruch von Sägespänen, Popcorn und Zuckerwatte mit dem Duft von Pferd und exotischen Tieren vereinen. Gut besucht ist die Premiere am Donnerstagabend, erwartungsvoll fiebern Kinder und Erwachsene dem Satz entgegen: „Hochverehrtes Publikum – die Vorstellung beginnt“. Wie von Zauberhand gleiten sechs Araberpferde elegant durch den Manegenvorhang. Ohne große Kommandos formieren sie sich, drehen Pirouetten und gruppieren sich um Zirkusdirektor Rudolf Renz. Ein erhabenes Verbeugen der edlen Köpfe und entschwunden sind die Araber. Einen kraftvollen Akt in atemberaubender Höhe zeigt Alexander Tsurcanuins an den Strapaten. Bei den Aerial Straps ergänzen sich Muskelkraft und Eleganz in waghalsiger Luftakrobatik.

Katzen sind Diven? Dass dieses Vorurteil nicht stimmt, beweist die nächste Nummer. Elegant springen sie durch Reifen, balancieren auf dem Hochseil. Die Hunde schauen brav auf ihren Hockern zu. Applaus für diese tierisch gute Nummer von Janika de Vries.

Zu südamerikanischen Klängen bewegt Jaqueline ungezählte Hula-Hoop-Reifen um alle Körperteile. Freiwillige und Halbfreiwillige holt sich Clown Mario. Vier stattlichen Männern wird der Hocker in der Manege förmlich unter dem Hintern weggezogen. Um nicht auf den Po zu plumpsen, bilden sie vereint eine menschliche Brücke.

Mini-Ponys streicheln oder Kamele füttern im Freien bei der Tierschau und Direktor Renz plaudert dazu aus dem Nähkästchen. Die Zirkusbranche leide an Personalmangel, hört man. In der Pandemie hätten viele Artisten einen anderen Broterwerb gesucht und trauten sich nicht in ihr altes Leben zurück. Ukrainer, die Verträge hatten, durften nicht mehr ausreisen. Ein Duo konnte dann doch antreten, hatte aber keinen Wohnwagen. Den habe man besorgt, damit sie blieben.

Marius Stoica zeigt nach der Pause eine Rola-Rola-Show verbunden mit Balance auf höchstem Niveau: Schwerkraft elegant durch Muskelkraft überwunden, eine atemberaubende Darbietung. Temporeich geht es weiter, der Größte und das Kleinste „Mini und Maxi“, treten auf. Mühelos flitzt das Mini-Pony unter dem Bauch des Irish Tinker durch. Dann heißt es Kopf in den Nacken, Akrobatik in der Kuppel. Man bangt: wen holt Clown Mario als nächstes in die Manege, um mit Schadenfreude für Lacher zu sorgen? Bianca nimmt es mit Humor und wedelt im Tutu mit bunten Tüchern.

Dann: Wüstenschiffe und Lamas spielen dirigiert von Rudolf Renz „unten durch und oben drüber“. Absolut krönender Abschluss des knapp zweistündigen Programms: Alexander und Anastasia aus der Ukraine mit ihrer Luftnummer. Langanhaltender Applaus ist der Dank des Publikums für die kurzweilige Auszeit vom Alltag.

Info: Der Zirkus Rudolf Renz gastiert noch bis Samstag in Ellwangen.

Hochverehrtes Publikum, die Vorstellung beginnt.“

Rudolf Renz, Zirkusdirektor
Clown Mario
Mini-Pony und einen Irish Tinker in einer lustigen Dressur mit Direktor Rudolf Renz
"drunter und drüber" war das Motto der Kamele und Lamas
Janika de Vries und ihre Stubentiger und Hundestars
In ihrer waghalsigen Solonummer schwebte Anastasia in einem Luftring
Die Zuschauer sahen mit Anastasia und Alexanderein fantastisches Duo, das Akrobatik in Perfektion zeigte
Während der Pause gab es eine kleine Tierschau
Zu südamerikanischen Rhythmen liess Jaqueline Renz die 30 Hula-Hoop Reifen um ihre Hüften kreisen.
Clown Mario stellte eine menschliche Brücke mit Protagonisten aus dem Publikum zusammen
Marius Stoica zeigte bei seiner Rola Rola Show Artistik verbunden mit Balance auf höchstem Niveau.
Mini-Pony und einen Irish Tinker in einer lustigen Dressur mit Direktor Rudolf Renz
Janika de Vries und ihre Stubentiger und Hundestars
Janika de Vries und ihre Stubentiger und Hundestars

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