Was der Ellwanger Inklusionsbeirat im ersten Jahr geleistet hat

+
Das Bild zeigt den Ellwanger Inklusionsbeirat beim Besuch des Theaterstücks „Ziemlich beste Freunde“ der TheaterMenschen im Sommer auf dem Schloss. Die Karten waren eine Spende der Bürgerstiftung.

25 Männer und Frauen wollen dazu beitragen, das Leben in Ellwangen für Menschen mit einer Behinderung leichter zu machen.

  • Annette Diessner ist neue Ansprechpartnerin
  • Ansprechpartnerin der Stadtverwaltung für den Inklusionsbeirat ist künftig Annette Diessner. Sie ist Nachfolgerin von Anke Schönherr, die sich anderen beruflichen Aufgaben widmen wird. Annette Diessner ist im Rathaus unter Tel. 07961/84-293 erreichbar.

Ellwangen

Der Inklusionsbeirat der Stadt Ellwangen hat sich am 11. November 2020 gegründet, um wichtigen Themen für Menschen mit Behinderung die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen.

25 Personen sind im Inklusionsbeirat vertreten: Menschen mit Behinderung, Oberbürgermeister Michael Dambacher, Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, ein Vertreter für Angehörige von Menschen mit Behinderung, Vertreter von Vereinen (Seniorenrat Ellwangen, Behinderten- und Versehrtensportgemeinschaft Ellwangen) und eine Vertreterin der Eingliederungshilfe. Zudem sind die Beauftragte für Menschen mit Behinderung des Landkreises, die Beauftragte für Gleichstellung in Ellwangen und die Beauftragte für Inklusion in Ellwangen dabei.

Kurz nach der Gründung bildeten sich sieben Arbeitsgruppen für die Themen Arbeit, Barrierefreiheit, Bildung, Kultur und Freizeit, Öffentlichkeitsarbeit, Teilhabe und Wohnen.

Im ersten Jahr waren nur selten persönliche Treffen möglich, meist besprach man sich über Video. Am 7. Oktober 2021 trafen sich jedoch alle Mitglieder im Rathaus, wo sich die Arbeitsgruppen gegenseitig informierten.

Barrierefreiheit:

Anna Schnabel, Sprecherin der Arbeitsgruppe (AG) Barrierefreiheit, nannte viele Bereiche in der Stadt, die noch nicht barrierefrei sind. Manche seien für Menschen mit Behinderung sogar gefährlich. Als Beispiele nannte die Rollstuhlfahrerin den den Bereich beim ehemaligen Postgebäude: Dort wird oft auf dem Gehweg geparkt, genau an der abgesenkten Stelle. Gehbehinderte Menschen oder Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer können dann die Straße nicht überqueren. Grundsätzlich fehlten an vielen Orten abgesenkte Bordsteinkanten, zum Beispiel vor dem Restaurant „Taj Mahal“ am Bahnhof. Viel zu schnell fahrende Autos, zum Beispiel in der Badgasse, wo es keine Bürgersteige gibt, seien ein weiteres Problem.

Die Arbeitsgruppe plane Aktionen mit dem Ordnungsamt, um Mitbürgerinnen und Mitbürger darauf aufmerksam machen, welche Hindernisse es für Menschen mit Behinderung im Alltag gibt.

Als positives Beispiel für Barrierefreiheit nannte Anna Schnabel den neu gestalteten Fußgängerweg am Gasthof „Kronprinzen“ mit Markierungen für blinde und sehbehinderte Menschen. Erleichterung im Alltag sollen auch die mobilen Rampen aus Legosteinen bringen, die der Ellwanger Seniorenrat plant.

Arbeit:

Klaus Juraske ist Sprecher der Arbeitsgruppe Arbeit. Mit einem Werbefilm wolle man mögliche Arbeitgeber dazu anregen, mehr Menschen mit Behinderung zu beschäftigen.

Wohnen:

Stephan Steinbach, Sprecher der Arbeitsgruppe Wohnen, fordert mehr Wohnraum für Menschen mit Behinderung, der bezahlbar, barrierefrei und zentrumsnah ist. Die AG sammelt derzeit Zahlen und Fakten.

Teilhabe:

Eine „Tour de Ländle“ plant die AG Teilhabe: Der Inklusionsbeirat soll sich auch in Nachbargemeinden mit Angeboten vorstellen. Die beiden Sprecher Rudolf Wiedmann und Matthias Kümpflein kritisierten, dass Menschen mit Behinderung sich immer noch an Angebote von Vereinen und Organisationen anpassen müssten. Es müsse aber genau umgekehrt sein: Die Vereine und Organisationen sollten ihre Angebote an Menschen mit Behinderung anpassen. Erst dann könne man von wirklicher Teilhabe reden.

Kultur und Freizeit:

Tina Brenner ist Sprecherin der AG Kultur und Freizeit und plant eine barrierefreie Reise für Menschen mit und ohne Behinderung. Diese soll eventuell in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und der Konrad-Biesalski-Schule umgesetzt werden.

Bildung:

Für die AG Bildung nannte Sprecher Rigobert Bastuck zwei Schwerpunkte: Die Voraussetzungen für barrierefreies Lernen an den Schulen müssten geklärt werden. Und der Zugang zu Informationen auf der Internetseite der Stadt sollten barrierefrei möglich sein.

Öffentlichkeitsarbeit:

Weil der Inklusionsbeirat in der Stadt noch viel zu wenig bekannt ist hat sich die AG Öffentlichkeitsarbeit gegründet. Sprecherin ist Charlotte Braig.

Die Arbeitsgruppe plant unter anderem Bild und Tonaufnahmen des Inklusionsbeirats auf der Internetseite der Stadt sowie regelmäßige Pressemitteilungen an Tageszeitungen und Stadtinfo. Der Inklusionsbeirat will zudem Infostände und Workshops anbieten und eine Sprechstunde für Menschen mit Behinderung.

Als künftige erste Ansprechpartnerin der Stadtverwaltung für den Inklusionsbeirat stellte sich Annette Diessner vor. Sie ist Nachfolgerin von Anke Schönherr, die sich künftig anderen beruflichen Aufgaben widmen wird.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

Kommentare