Was wird aus der Partnerschaft mit Troyan?

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Besucher aus Bulgarien und anderen Balkanstaaten tanzen beim Methodiustag 2022 auf dem Marktplatz.
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Die Stadtverwaltung meldet für die Räume des südosteuropäisch-bulgarischen Kulturinstituts im Palais Adelmann Eigenbedarf an. Das Institut will aber in Ellwangen bleiben.

Ellwangen

So ganz konnte das südosteuropäisch-bulgarische Kulturinstitut, das im Palais Adelmann seine Niederlassung hat, die Erwartungen vieler bislang nicht erfüllen. 2010 gegründet, sollte das „Methodiuszentrum“, wie es in Ellwangen auch genannt wird, die Beziehungen zu Osteuropa, insbesondere zu Bulgarien festigen und für einen regen kulturellen Austausch sorgen.

Zum Methodiustag kommen schon seit den 1970er-Jahren Besucher aus Osteuropa um den Heiligen der orthodoxen Kirchen, der nach Ansicht vieler Historiker zeitweise in Ellwangen gefangen war, zu ehren. Seitdem finden jedes Jahr um Pfingsten Kranzniederlegungen, Gottesdienste und Veranstaltungen e statt. Beim 52. Methodiustag am 28. Mai war auch zum vierten Mal das „Danube Leaders Camp“, bei dem sich junge Leute aus dem Donauraum trafen. Vier Tage lang waren junge Leute aus acht Nationen in Ellwangen und sprachen in Workshops über verschiedene Zukunftsthemen.

Das Ellwanger Kulturinstitut, ein Ableger des bulgarischen Kulturinstituts in Berlin, sollte neben dem jährlichen Methodiustag Begegnungen zwischen bulgarischen und deutschen Instituten, Organisationen und Vereinen sowie einzelnen Forschern, Künstlern und Intellektuellen anbahnen.

Tatsächlich hat der Leiter, Professor Emil Ivanov, eine Reihe von Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen veranstaltet. Doch seit der Coronapandemie kocht die deutsch-bulgarische Kulturbegegnung auf Sparflamme.

Das südosteuropäisch-bulgarische Kulturinstitut belegt im Palais Adelmann zwei repräsentative Räume, ist aber nur geöffnet, wenn Ivanov in Ellwangen weilt. Sein Hauptwohnsitz ist in München.

Wie Kulturamtsleiter Dr. Anselm Grupp dem Gemeinderat kürzlich im Kulturausschuss mitteilte, benötigt die Stadtbibliothek zusätzliche Räume, weshalb man dem Kulturinstitut gekündigt habe. Da die Bulgaren jedoch in Ellwangen weiter präsent sein wollen, helfe man Ivanow bei der Suche nach einem anderen Standort.

Dass die Freundschaft mit der bulgarischen Stadt Troyan nicht so richtig in Schwung kommt, liege an der großen Entfernung, sagte Grupp. Besuche sind praktisch nur mit dem Flugzeug möglich, wodurch größere Besuchergruppen nicht zu erwarten sind.

Bürgermeister Volker Grab sagte, die Begegnung mit Bulgarien litten unter den hohen Reisekosten.

An fehlenden Einladungen nach Troyan liegt es jedenfalls nicht. Zum bulgarischen Pflaumenfest (23.-25.9.) und zum Tag der Schutzpatronin Paraskeva Petka (14.10.) lägen Einladungen vor. Die deutsch-bulgarische Handelskammer und die IHK Ulm hätten vom 26. bis 28.9. nach Sofia eingeladen, sagte Grupp.

Dass am Donauraum-Jugendcamp zwar Studenten aus acht südosteuropäischen Ländern teilnahmen, jedoch keine Ellwangerinnen und Ellwanger, wurde bedauert. Es ging eine Einladung an das Hariolf-Gymnasium, teilgenommen hat jedoch niemand. Was ein Stück weit mit dem Altersunterschied erklärt wurde.

Herbert Hieber (SPD) meinte, man solle zum nächsten Methodiustag am 27. Mai 2023 und dem nächsten „Danube Leaders Camp“ auch die politischen Jugendorganisationen der Stadt und weitere Ellwanger Schulen einladen: „Diese Jugendbegegnungen sind sehr gut, ganz im Geiste von Methodius.“

Bettina Vierkorn-Mack forderte neue Formate zum Methodiustag und zur Begnung mit Troyan: „Wir brauchen einen Austausch auf Bürgerebene.“

Info: Der nächste Methodiustag ist am 27. Mai 2023

Besucher aus Bulgarien und anderen Balkanstaaten tanzen beim Methodiustag 2022 auf dem Marktplatz.

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