Weihnachtsengel und Krippenlicht

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Der Weihnachtsengel verteilt am Stationenweg auf dem Schönenberg kleine Geschenke an die Kinder. Am Nachmittag von Heiligabend gibt es zwar kein Krippenspiel, doch Weihnachten entfällt wegen der Pandemie nicht völlig.
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Ein Stationenweg im Freien anstatt dem traditionellen Krippenspiel in der Kirche: diese Idee der Kirchengemeinde Schönenberg bringt eine gute Lösung in schwieriger Zeit.

Ellwangen

Der Besuch auf dem Schönenberg gehört für viele Familien einfach dazu an Heiligabend. Dort steht auf der Empore eine der schönsten und größten Krippen weit und breit, dort wird von der Kirchengemeinde am Nachmittag traditionell das Krippenspiel aufgeführt. Doch wie sollte man in diesem Jahr, in dem alles von der Pandemie überschattet wird, damit umgehen?

Die Kirchengemeinde Schönenberg hatte frühzeitig beschlossen, das Krippenspiel im Kircheninneren durch einen Stationenweg im Freien zu ersetzen. Und diese Idee rettet vielen Familien ihr Weihnachtsfest. Als am Heiligabend gegen 15 Uhr die ersten Kinder mit Eltern, Großeltern oder anderen Begleitern eintreffen und das Friedenslicht in Empfang nehmen, regnet es. Eigentlich ist das gar nicht das richtige Wetter, um einer Veranstaltung im Freien beizuwohnen.

Doch niemand beklagt sich darüber. Die Kinder kommen in Gummistiefeln, Regenjacken mit Regenschirm und trotz Mund/Nasenschutz kann man sehen, wie sie sich freuen, als sie den Weihnachtsengel sehen.

An der ersten Station, am Westportal, sitzt Bruder Marinus mit seinem Rauschebart und liest die Weihnachtsgeschichte vor. Die frohe Botschaft von der Geburt des Jesuskinds, der Ruf des Engels "Fürchtet euch nicht", das scheint wie geschrieben für diese beängstigende Zeit, in der Kinder Dinge verstehen und Regeln befolgen sollen, die manche Erwachsene nicht verstehen.

Wir haben im Zusammenspiel versucht, diesen Tag zu ermöglichen.

P. Dr. Martin Leitgöb Gemeindepfarrer

Mit der Botschaft im Ohr geht es weiter, zum Labyrinth, zum großen Krippenlicht auf dem Kirchplatz. Das von Gerhard Stock für einen Ausschnittbogen gestaltete Motiv, haben viele zum 4. Advent gebastelt und ins Fenster gestell. Hier sehen sie das erstaunt in Übergröße. Sonja Zeller hat eine Woche lang die Aussegnungshalle zur Aussägehalle gemacht und die vier Bildmotive aus Holz nachgebaut, zusammen mit Zimmerleuten fest montiert. Der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Guido Gruber, hat eine schöne Beleuchtung installiert und so wird das Krippenlicht in Groß zum Blickfang undbleibt es bis zum 2. Februar. Vom Friedhof her erklingen Weihnachtslieder, eine Bläsergruppe des Musikverein Rattstadt, später abgelöst vom Musikverein Rindelbach, spielt Weihnachtslieder.

Der Weihnachtsengel verteilte zum Abschied noch kleine Geschenke, bevor die Kinder nach Hause gehen, mit diesen Eindrücken und der Gewissheit, dass auch eine Pandemie die Weihnacht nicht verderben kann.

Auch der Besuch der Krippe ist möglich, im Einbahnverkehr und mit Abstand. "Wir haben im Zusammenspiel versucht, diesen Tag zu ermöglichen", sagt Pater Dr. Martin Leitgöb, Gemeindepfarrer vom Schönenberg. Es war die richtige Entscheidung.

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