Satire für die Virngrundklinik: “Bin Salmen singt keine Psalmen”

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Die “Wellbappn” vom Ammersee.
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Die “Wellbappn” vom Ammersee verbinden “Stubnmusi” mit Gesellschaftskritik und Politikerschelte.


Ellwangen-Dettenroden. Volles Haus konnte die Familie Thomer vermelden beim Benefizkonzert mit den “Wellbappn”. Und vollen Erfolg mit dazu, denn das Publikum war bestens unterhalten beim Gastspiel der Oberbayern, die quasi als “kleines, florierendes familienunternehmen” ihre ganz besondere Art von Humor verbreiten. Die Wellbappn, das sind Vater Hans Well, Sohn Jonas und die beiden Töchter Sarah und Tabea. Gemeinsam spielen sie urbairische Stubnmusi mit Tuba, Fidel, Gitarre, Akkordeon und anderem Instrumentarium. Und sie dichten dazu, was sie eben gerade so bewegt.

Ganz erstaunt sind die Zuhörerinnen und Zuhörer, wie gut die Familienband vom Ammersee über die Radwegeplanung im Raum Pfahlheim-Röhlingen informiert ist. Überhaupt wird das ganze Programm hindurch immer wieder Ostälbler Lokalkolorit eingestreut.

Zumeist geht es aber um die bayrische Heimat und die dortigen Politiker wie “den Markus”, der keine Windräder mag oder der “Kurt”, ehemaliger Verkehrsminister, der zwar Verträge unterschreiben, aber nicht lesen kann. In Bayern sei die Welt noch in Ordnung, auch wenn dort mittlerweile Mikroplastik im Essen so verbreitet ist, dass man im Wertstoffhof aufs Klo gehen muss.

Die Wellbappn sind musikalisch und sprachlich ein Genuss, etwa wenn sie von der Digitalisierung im Kindergarten singen, wo die Kleinen den Porsche vom Papa auf Ebay verkaufen, für 100 Euro, und sich auf die neue Kindergärtnerin freuen, Alexa.

Man singt über die IAA in München: “Der Fahrassistent ist so intelligent, dass er die Dummheit des Fahrers sofort erkennt.”

Zwischendrin erklingt dann auch einmal das mehrstimmige “Ein Covid, ein Covid der Gemütlichkeit!”

Mitunter besingt man auch die böse weite Welt, Putins “Friedensmörderschar” oder jenen Herrscher von Arabien, bei dem sich im Zusammenhang mit der Tötung eines Journalisten folgender Reim anbot: “Bin Salmen singt keine Psalmen, dös is a Rowdi, die Sau di.”

Die gesamten Einnahmen spendet die Familie Thomer an den Verein Die Ostalb hilft, den Freundes- und Förderkreis St. Anna-Virngrundklinik, Die Ärzte für Afrika Dr. Jung und Solidarität Mnero Dr. Bernreiter.

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