Weltladen zieht zwei Häuser weiter

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Das neue Domizil des Weltladens ist in der Spitalstraße 13: das Bild zeigt (v.l.) Christine Ostermayer, Elisabeth Deis und Jutta Scheiger.
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Den Eine-Welt-Kaffee, die fair gehandelten Bananen und alles andere gibt es ab Januar im ehemaligen Reisebüro Mack gegenüber vom Rathaus.

Ellwangen

Im Januar zieht der Weltladen um in die Spitalstraße 13. Das gab die Vorsitzende des Treffpunkts Nord-Süd, Christine Ostermayer bei einem Pressegespräch bekannt. Das Haus Brechenmacher in der Spitalstraße 5, in dem der Weltladen seit 2002 seinen Sitz hat, wurde verkauft und soll grundlegend saniert werden.

„Wir sind froh, dass wir uns mit der Familie Scheiger schnell einig geworden sind, der neue Laden ist für unsere Zwecke sehr gut geeignet“, sagt Christine Ostermayer. Die Ladenfläche vergrößert sich, auch die Schaufensterfläche, wobei die Vermieter ein Fenster für ihr Angebot an Busreisen weiter nutzen werden.

Besonders vorteilhaft: das ehemalige Reisebüro ist von der Fußgängerzone aus barrierefrei erreichbar und auch die verschiedenen Niveaus im Inneren sind über eine Rampe verbunden. Wie der Laden eingerichtet wird, inwieweit sich das Sortiment verändert, all das werde noch entschieden, sagt Ostermayer.

Klar ist aber: am grundlegenden Konzept des Ellwanger Weltladens wird nichts verändert. Das Geschäft hat 35 Jahre Tradition, verzeichnet von Jahr zu Jahr Umsatzsteigerungen und wird komplett ehrenamtlich von den rund 30 Helferinnen und Helfern betrieben.

„Im vorigen Jahr ging der Umsatz zurück auf den Stand von 2018, wegen Corona“, verbessert Elisabeth Deis, die für die Abrechnungen zuständig ist. Aber schon dieses Jahr sehe es wieder nach Wachstum aus.

„Wir sind mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, stellt Christine Ostermayer fest. Das sehe man an der Kundschaft, aber auch an der Unterstützung der sonstigen Aktivitäten. 10 000 bis 15 000 Euro spendet der Treffpunkt Nord-Süd Jahr für Jahr an soziale Projekte und betreibt entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sind zentrale Themen, dafür hat man sich mit anderen Gruppen vernetzt. Die Ortsgruppe von amnesty international trifft sich regelmäßig im Weltladen, man ist an politischen Aktionen wie Friedensdekade, Ostermarsch, Flüchtlingsarbeit beteiligt. Dafür und für den Ladendienst werden ständig Helfer gesucht.

Wir sind nach 35 Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Christine Ostermayer, Vorsitzende Treffpunkt Nord-Süd
  • Was in 35 Jahren Weltladen geschah
  • 1986: Aus dem AK dritte Welt im Jugendzentrum entsteht der Weltladen. Comboni-Pater Bruno Haspinger hat die jungen Männer und Frauen dazu ermuntert, Räume zur Verfügung gestellt, Geld für den ersten Wareneinkauf geliehen. Mit Nicaragua-Kaffee und Umweltschutzpapier geht es los, ganz hinten in der Halle der Combonis. Träger des Ladens ist der Verein Treffpunkt Nord-Süd.
  • 2002: Nach stetiger Erweiterung des Sortiments und wachsenden Umsätzen zieht der Weltladen in die Innenstadt um. Im ehemaligen Schreibwarengeschäft Brechenmacher. werden auch Textilien, Schmuck und Kosmetik angeboten.
  • 2014: Der Gemeinderat beschließt die Beschaffung nach Fair-Trade-Kriterien, Ellwangen wird Fair-Trade-Stadt. Nun zieht der Weltladen weiter in die Spitalstraße 13. gek

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