Wenn der Anthony kein Handabatsch geben will

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Wenn Ernst Mantel über die Liebe des Schwaben zur "Schwarzwurscht" singt, bleibt kein Auge trocken.
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Ernst Mantel begeistert am Kressbachsee beim "Sommernachtsflimmern" mit Szenen und Liedern über den wahren Schwaben.

Ellwangen. Nach dem heftigen Regen am Samstagnachmittag hatten sich viele der rund 150 Besucherinnen und Besucher vermutlich schon auf das Schlimmste eingestellt. Doch als Ernst Mantel am Abend auf die riesige Open-Air-Bühne am Kressbachsee tritt und im ersten Lied von der Schwierigkeit des Anfangens singt, ist der Himmel klar und Niederschläge nicht in Sicht. Das Publikum hat sich mit Klappstühlen, Decken, Jacken und Getränken eingerichtet und lässt sich gerne den Spiegel vorhalten. Welcher echte Schwabe fühlt nicht mit, wenn Gottlob sich in den Keller schleicht und sich ein herzhaftes Stück von seinem Schwarzwurschtring abschneidet? Oder wenn das Hochlied auf die Farbe "beesch" erklingt, in dem der Schwabe sich fast alles anschafft, sogar den "beesche Fuß". Ernst Mantel kann beides: singen, Gitarre spielen und erzählen. Wenn der "Checker" am Telefon mit Anglizismen um sich wirft, in astreinem "schwenglisch" sozusagen, oder wenn in einem anderen Telefonat die korrekt schwäbische Aussprache des "st" quasi als "linguischtische Demonschtration" bis zum Exzess betrieben wird, dann kennt das Lachen der Schwaben keine Grenzen mehr. "Der meint ja mich", denkt man sich ein ums andere mal. Genau so sind die Schwaben, auch wenn Mantel natürlich ins Extreme persifliert. Etwa beim Opa, der den Enkel Anthony beim Arzt im Wartezimmer animiert: "Dua brav Handabatscha gäba, Anthony. Warum dusch du net Handabatsch gäba? Der duat sonscht so brav Handabatscha gäba." Nach knapp zwei Stunden sind es die Ernst Mantel-Hits "Scheißabach" und "Pardy bisses Dach lupft", die zum kollektiven Klatschen mitreißen. Nach drei Zugaben ist dann endgültig Schluss und der Stiftsbund hat mit diesem Kabarettabend wieder einmal voll ins Schwarze getroffen. Gerhard Königer

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