Wenn die orangenen Fahnen wehen

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Sie sagen laut "Nein zur Gewalt gegen Frauen" und werben für die anstehenden Orange Days , von links: Schülerin Layba Daud, Tamara Bolz von der Caritas, Heike Gaugler von der Kirchengemeinde Schönenberg, Sachgebietsleiter für Soziales Karsten Dambacher, Bürgermeister Volker Grab, die beiden SI-Vertreterinnen Birgit Löffelad und Christine Faber, Barbara Stock (stellvertretende Schulleiterin Sankt Gertrudis), Sandra Bäurle (Lehrerin Sankt Gertrudis) und die Schülerin Ella Blatt.
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Am 25. November starten wieder die Orange Days. Auch in Ellwangen beteiligt man sich wieder und sagt laut: "Nein zur Gewalt an Frauen". 

Ellwangen - Am 25. November ist der "Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen". Dieser Tag markiert gleichzeitig auch den Start der internationalen Orange Days-Kampagne der UN. 16 Tage lang sind dazu weltweit Aktionen geplant. Die Stadt Ellwangen wird sich auch in diesem Jahr wieder beteiligen - maßgeblich unterstützt durch den Soroptimist International Club (SI) sowie die Kirchengemeinde Schönenberg, die Caritas und die Sankt-Gertrudis-Schule.

Zu den Orange Days ist in Ellwangen wieder einiges geplant. Zwar wird wegen der Energiekrise in diesem Jahr auf eine Illuminierung der Schönenbergkirche in orange verzichtet. Sichtbar soll die Antigewalt-Kampagne gegen Frauen in Ellwangen aber trotzdem sein. Vor dem Rathaus und der Schönenbergkirche werden dazu die Orange-Day-Fahnen gehisst. Zusätzlich werden in der ganzen Stadt Flyer ausliegen und Plakate hängen. Auch die Ellwanger Kneipen sind mit im Boot; auf Bierdeckeln wird auf die Aktionstage aufmerksam gemacht. Die Sankt-Gertrudis-Schule informiert unterdessen im virtuellen Raum und hat dazu extra einen Instagramkanal eingerichtet, außerdem wird es an der Schule am 10. Dezember auch noch eine Lesung mit dem dem Titel "Hinter Zahlen stecken Lebensgeschichten"geben.

Beim Pressegespräch am vergangenen Mittwoch im Palais Adelmann wurde das Programm vorgestellt; gleichzeitig unterstrichen die Organisatoren, dass man auch heute - im Jahr 2022 - immer noch nicht auf solche Aktionstage verzichten könne. Gewalt gegen Frauen - psychisch oder physisch - sei "leider" nach wie vor ein brandaktuelles Thema in der Gesellschaft, erklärte Bürgermeister Volker Grab. Deshalb unterstütze die Stadt Ellwangen auch jedes Jahr aufs Neue die "Orange Days".

Die  SI-Präsidentin Christina Faber betonte, dass Gewalt gegen Frauen ein Problem sei, das alle Altersgruppen und alle sozialen Schichten treffe. Laut Faber wurden im Jahr 2020 wieder über 140 000 Fälle von häuslicher Gewalt in Deutschland polizeilich registriert - in über 80 Prozent dieser Fälle seien Frauen die Opfer gewesen. Umso wichtiger sei es, Frauen auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen - was bei den Orange Days passiert. Auf den Flyern finden sich verschiedene Telefonnummern, an die sich Frauen in Not wenden können. Das Angebot werde während der Orange Days erschreckend stark angenommen, informierte Faber.

Wobei die diesjährigen Orange Days nicht nur auf Hilfsangebote für Frauen aufmerksam machen wollen, sie möchten auch präventiv wirken und aufklären, ergänzt SI-Vorstandsmitglied Birgit Löffelad. Unter dem Motto "Read the Signs" erhalten Frauen in diesem Jahr auf Plakaten und Flyern auch Hinweise und Tipps, wie sie toxische Beziehungen und Partner, die ihnen nicht gut tun, frühzeitig erkennen können.

Aufklärungsarbeit will man auch an der Sankt-Gertrudis-Schule leisten, betonen die beiden Zehntklässlerinnen Layba Daud und Ella Blatt. Über Instagram sollen vor allem junge Frauen und Mädchen erreicht und für das Thema senisbilisiert werden - und das nach Möglichkeit weltweit. "Das ist natürlich ein ambitioniertes Ziel, aber es ist für uns tatsächlich auch eine Herzensangelegenheit", unterstrich Layba Daud beim Pressegespräch mit Nachdruck.

Der Ellwanger Beauftragter für Frauen, Familien, Senioren und Soziales, Karsten Dambacher, wies darauf hin, dass sich jedes Jahr verzweifelte Frauen bei der Stadt melden, die Hilfe bräuchten. Die Stadt könne - gemeinsam mit starken Partnern -  ein Netzwerk bieten, das diese Frauen auffängt und trägt. Zu diesen Partner gehört unter anderem die Caritas, die in Ellwangen ein Wohnprojekt für Frauen in Not anbietet. In den vergangenen zwei Jahren hätten hier elf Frauen Unterschlupf und wichtige pädagogische Begleitung gefunden, berichtete Caritas-Mitarbeiterin Tamara Bolz. 

Zum dritten Mal in Folge wird bei den Orange Days auch wieder die Kirchengemeinde Schönenberg mitmischen. Beim Schönenbergbasar wurden dazu bereits fleißig Flyer verteilt, informierte die stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Heike Gaugler.  Sie erklärte auch eindrücklich, warum für ihre Gemeinde kein Weg an den Orange Days vorbeiführt und zitierte dazu aus dem Matthäus-Evangelium: "Selig sind die, die keine Gewalt anwenden." "Wo dieser Grundsatz verletzt wird, dürfen Christen nicht wegschauen", sagte Gaugler. Die Kirche habe den Auftrag, sich für die Rechte und Würde von Frauen einzusetzen. Mit der Teilnahme an den "Orange Days" wolle man "ein entsprechendes Zeichen" setzen.

Weitere Informationen und das Programm finden Interessierte unter https://clubellwangenjagst.soroptimist.de

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