Wenn Kampfhubschrauber knattern

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Ein AH-64 Apache Kampfhubschrauber im Tiefflug. Helikopter dieser Art waren auch bei Hohenberg zu sehen. Symbolfoto: pixabay
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Obwohl keine Manöver angemeldet sind, üben Helikopterpiloten der US-Armee auch im Virngrund. Was der Sprecher der Einheit dazu alles zu sagen hat.

Ellwangen

In den vergangenen Tagen mehrten sich im nördlichen Virngrund Meldungen über länger andauernde nächtliche Hubschraubereinsätze. Sogar bei Tag gab es Helikoptersichtungen, die dann schnell den Verdacht auf die Verursacher lenkten: amerikanische Kampfhubschrauber vom Typ AH-64 Apache sowie UH-60 Blackhawk-Transporthubschrauber.

Beim Landratsamt war jedoch kein Manöver angemeldet, wie die Sprecherin Susanne Dietterle auf Nachfrage sagte, anders als noch im November vergangenen Jahres. Damals übten die Heeresflieger der 12th Combat Aviation Brigade (CAB) der US Army mit Sitz in Kattenbach bei Ansbach im Virngrund das Absetzen und Aufnehmen von Material bei Nacht.

Ungewöhnlich war diesmal aber nicht nur, dass kein Manöver angemeldet war, sondern auch, dass zahlreiche Helikopter bei Tag dicht und tief in der Nähe von bewohntem Gebiet operierten.

Auf Nachfrage der SchwäPo erklärt Major Robert Fellingham, dass es sich bei den Flügen um reguläre Trainingseinsätze der 12th und 3rd CAB in Illesheim bei Bad Windsheim handelte und diese auch nicht angemeldet werden müssten. Den Piloten fehlen derzeit coronabedingt viele Flugstunden, die eigentlich im Rahmen des ursprünglich für Frühjahr 2020 geplanten groß angelegten Nato-Manövers "Defender 2020" hätten erbracht werden sollen. Auch dieses Manöver wurde abgesagt.

Normal sollten die nicht da üben.

Robert Fellingham Pressesprecher 12th CAB

"Jeder Pilot muss ein Minimum von 30 Flugstunden im Monat erreichen, mit einem Mix aus Tag- und Nachtflügen", so Fellingham. Bei den Apache-Besatzungen kommen noch Tiefflugstunden hinzu.

Die US Army verfügt über mehrere solcher ausgewiesenen Trainingszonen in Süddeutschland. Damit sich die Belästigungen für die Anwohner in Grenzen hielten, würden die Flüge möglichst gleichmäßig verteilt.

Im Ellwanger Raum sollten diese Flüge aber eigentlich im eigens dafür ausgewiesenen, kaum besiedelten und dicht bewaldeten Trainingsgebiet nordöstlich von Ellwangen stattfinden (siehe Grafik). Dass die Hubschrauber zum Teil fast zehn Kilometer Luftlinie südlich und westlich außerhalb des Trainingsgeländes operierten, bedauerte Fellingham und versprach, dass die Sache intern verfolgt werde. Außerhalb des Trainingsgeländes müssten die Hubschrauber mindestens 600 Meter Höhe einhalten und dürften sich nur in direkter Linie zum Stützpunkt bewegen. Als mögliche Erklärung nannte Fellingham, dass in der Einheit derzeit viele Besatzungen rotieren und einige auch erst kürzlich aus den USA hierher verlegt worden seien.

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