Wertstoffhof: Im April sollen die Bagger rollen

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Rund zehn der Linden müssen weichen, damit in diesem Bereich eine Abbiegespur für den neuen Wertstoffhof gebaut werden kann. Elf Ersatzbäume werden gepflanzt, der Radweg in diesem Bereich neu geschaffen.
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Wohin die GOA umzieht, warum die Wahl auf diesen Standort fiel, wie der Zeitplan aussieht und warum Burgen dabei eine Rolle spielen.

Ellwangen

Der Wertstoffhof Ellwangen muss umziehen. Wohin es geht, wie die Pläne aussehen und was alles damit zusammenhängt, erklären der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Klaus Ehrmann, und Marco Pilzena, Chef des Tiefbauamts. „Auslöser ist die Landesgartenschau“, sagt Ehrmann. Der bisherige Standort des Wertstoffhofs liege innerhalb der geplanten Begrünung des Schießwasens.

Gute Erreichbarkeit, auch für Rosenberg und Jagstzell, die verkehrliche Anbindung und eine geeignete Fläche - das waren die maßgeblichen Punkte bei der Suche des Ersatzstandorts. Die Wahl fiel auf das Gelände südlich der Landesstraße 1060, gegenüber des Stadtteils Braune Hardt. „Wegen der direkten Nähe zum bestehenden Gewerbegebiet und dem Thema Emissionen, wäre ein Wohngebiet hier eher schwierig.“ Da seien die Ansiedlung von Wertstoffhof und Lagerflächen des Baubetriebshofs die bessere Nutzung.

Bisher besteht das ungefähr zwei Hektar große Areal aus einer Wiese und einer Lagerfläche des Straßenbauamts. „Im gesamten Bereich gibt es dort Auffüllungen: Erdauffüllungen, aber auch Hausmüllablagerungen. Das geht bis zu fünf Meter tief.“ Von daher sei der Bereich prädestiniert als Lagerfläche und nicht für Wohnbebauung. Für die verkehrliche Erschließung sei die Entscheidung für eine Linksabbiegerspur gefallen. „Das ist absolut erforderlich, um bei Stoßzeiten genügend Rückstauraum zu haben“, sagt Ehrmann.

Ein Kreisverkehr für einen Bereich, der nur in Stoßzeiten stark bedient werden müsse, sei nicht die richtige Lösung gewesen – und hätte auch viel zu viel Platz gebraucht, wie der Leiter des Tiefbauamts, Marco Pilzena, ergänzt. Kommen soll eine 100 Meter lange Abbiegespur. „Damit blockieren wir nicht die Landstraße“, führt Ehrmann aus.

Dafür gab's eine Leistungsberechnung: Wie viel ist zu Spitzenzeiten beim bestehenden Wertstoffhof los? „Auf diesen Wert haben wir noch einen Zuschlag drauf gepackt. Das muss die Abbiegespur mindestens abdecken können“, erklärt Pilenza. Und das sei mit den 100 Metern Länge rechnerisch nachgewiesen. Die geplanten Kosten liegen grob bei 165 000 Euro für den neuen Radweg auf diesem Abschnitt von mehreren hundert Metern entlang der L1060, der provisorisch an den Bestand angeschlossen werde, 1,3 Millionen für die Zufahrt und Erschließung zur GOA und dem Baubetriebshof inklusive Entwässerung und knapp 490 000 Euro für die Linksabbiegespur.

Für den Radweg vor und hinter diesem Bereich erfolge im zweiten Schritt eine separate Ausschreibung, die Gesamtlösung hierfür spätestens bis zur LGS. Für den Bau der Abbiegespur müssen gut zehn Linden der Allee weichen, ähnlich viele neue würden gepflanzt, informiert Ehrmann. Weiter seien rund 480 Gehölzpflanzungen auf rund 1000 Quadratmetern vorgesehen. Damit die GOA „einziehen“ kann, musste jemand anderes umziehen: die dort ansässigen Zauneidechsen. Für sie waren im März neben dem zukünftigen Baubetriebshofsgelände Ersatzhabitate – acht Zauneidechsenburgen - geschaffen worden. „Dass wir in dem Gelände leichten Höhenversatz haben, passt gut“, findet Ehrmann. So seien die Container im tiefer gelegenen Bereich leichter zugänglich.

Der Baubetriebshof bekommt für das Zwischenlagern von Erde, Schotter oder Grünschnitt den östlichen Teil des Areals, die GOA den Westlichen. Bis zum 31. Januar liegen Bebauungsplan- und Satzungsentwurf aus. Pilenzas Ziel: Vergabe der Arbeiten im März, Baubeginn im April, Umzug des Wertstoffhofs im Oktober, da bis dahin - wie von der Landesgartenschau GmbH gefordert - der Platz beim Schießwasen geräumt sein muss. „Das ist ein sportliches Ziel bei dieser Summe“, weiß Pilzena. Aber „an sportliche Ziele müssen wir uns jetzt gewöhnen.“ Die Zeit bis zum Beginn der LGS läuft. Die Arbeiten an der L1060 sollen abschnittsweise in Längsrichtung erfolgen, so dass für den Verkehr so gut wie keine Sperrungen nötig sind.

Im gesamten Gebiet gibt es Auffüllungen. Das geht bis zu fünf Meter tief.“

Klaus Ehrmann , Leiter Amt für Stadtentwicklung
Klaus Ehrmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, ist zufrieden mit der erarbeiteten Lösung für die Umsiedlung von Wertstoffhof und den Lagerflächen des Baubetriebshofs.

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