Widerspruch gegen Erweiterung des Kobeleshofs

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Der Kobeleshof in Ellwangen-Hintersteinbühl. Geht es nach den Plänen der Betreiber, entsteht hier ein landwirtschaftlicher Großbetrieb für 1313 Rinder plus Nachzucht. Dies wäre einer der größten Höfe dieser Art in Baden-Württemberg. Archivfoto: sab
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Nach neun Monaten andauerndem Schriftverkehr legt der BUND Regionalverband Ostwürttemberg Widerspruch gegen die Erweiterungspläne des Hofes ein.

Ellwangen-Hintersteinbühl

Mitten im ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres genehmigte das Landratsamt des Ostalbkreises das Baugesuch für die Erweiterungspläne des Kobeleshofes auf 1313 Kühe plus Nachzucht (wir berichteten).

Nach einem nunmehr gut neun Monate andauernden Schriftverkehr unter Anwälten und zahlreicher Rechtsprüfungen bekam der BUND Regionalverband Ostwürttemberg schließlich weitgehend Einsicht in die Pläne und reichte am 15. Dezember einen begründeten Widerspruch beim Landratsamt und Regierungspräsidium Stuttgart ein.

Sechs Punkte rügten die Anwälte in der gut 40 Seiten umfassenden Begründung. Nach Ansicht des Regionalverbands liege eine Genehmigungsvoraussetzung nicht vor, da bereits die Vorprüfung der Umweltverträglichkeit durch das Landratsamt verfahrensfehlerhaft war.

Weiterhin wurde die Beeinträchtigung eines nahe gelegenen Biotopes nicht gewürdigt und andere wertvolle Biotope wurden nicht betrachtet bzw. schon im Vorfeld durch das Landratsamt nicht untersucht.

Auch den unzureichenden Brandschutz kritisierte der BUND. Für die Rettung der Tiere bei einem Brand wurden nicht ausreichend Flächen ausgewiesen, sodass es letztendlich bei einem Brand zu einer Gefährdung der Feuerwehrleute und einer Einschränkung der Wirksamkeit der Löscharbeiten kommen kann, so der Verband.

Zudem zweifelt der BUND an, ob das Landwirtschaftsprivileg bei der Erweiterung des Kobeleshofes überhaupt noch greife, da die Hälfte des benötigten Futters für die Kühe nicht auf den hofeigenen Flächen erzeugt werden könne.

Das Landratsamt winkte das Vorhaben ohne Detailprüfung durch.

Werner Gottstein Vorsitzender BUND Ostwürttemberg

Wasserversorgung gesichert?

Ob die Wasserversorgung durch den eigenen Brunnen und die öffentliche Wasserversorgung bei weiteren "Dürrejahren" auf Dauer gesichert sei, wird ebenfalls angezweifelt. Auch die Entnahme von voraussichtlich 31.000 m³ Wasser und deren Auswirkung auf die Trinkwasserversorgung der Stadt Ellwangen sei nicht ausreichend geprüft worden.

Auch der CO2-Ausstoß sei durch das Landratsamt nicht einmal ansatzweise geprüft worden, kritisierte der Regionalverband. Dabei trage gerade die Milchviehhaltung zu einem nicht unerheblichen Teil zum Klimawandel bei.

Bis jetzt sei unklar, ob überhaupt genügend Flächen für die zusätzliche Güllemenge zur Verfügung stünden und vor allem wo diese sich befinden, befand der Regionalverband in seiner Begründung.

Widerspruch Der Widerspruch hat aufschiebende Wirkung. Bis zu einem Entscheid, der vom RP Stuttgart erwartet wird, darf nicht gebaut werden. Nach dem Entscheid steht zudem den Parteien der Klageweg offen.

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