Wie das Betzold-DIGIBIZ im ersten Jahr angelaufen ist

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Schulung im digitalen Lernen beim Betzold DigiBiz.
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Das digitale Schulungszentrum der Betzold GmbH nahm im Juli den Betrieb auf. Trainerin Lynn Brincks erzählt welche Inhalte vermittelt werden.

Ellwangen

Im Juli 2020 hat die Betzold GmbH das digitale Bildungszentrum DIGIBIZ mit Standorten in Ellwangen, Berlin und Schaffhausen (Schweiz) eröffnet. Hier sollten sich Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Multiplikatoren im Bildungsbereich zu Themen der digitalen Bildung fortbilden können. Unterrichtsideen sollten vermittelt werden, die sich an den Bildungsplänen orientieren und leicht in den Unterricht integrieren lassen. Die Pandemie mit Schließung von Kindergärten und Schulen machte digitale Bildung quasi über Nacht zu einem hochaktuellen Thema. Die Trainerin digitales Lernen, Lynn Brincks, die im Ellwanger DIGIBIZ Seminare gibt, berichtet über die Inhalte, die besonders nachgefragt werden.

Wie viele Lehrerinnen und Lehrer haben bislang an Kursen des DIGIBIZ teilgenommen?

Lynn Brincks: Dazu habe ich aktuell keine genauen Zahlen. Ich kann aber sagen, dass unser Angebot an allen Standorten sehr gut angenommen wird. Wir machen Schulungen in Präsenz und auch digital. Ursprünglich sollte der Schwerpunkt auf Präsenzkursen liegen. Wegen der Pandemie waren wir gezwungen, mehr Online-Angebote zu entwickeln, was so gut funktioniert, dass wir das auch beibehalten werden, wenn es keine pandemiebedingten Einschränkungen mehr geben sollte.

Sind es eher Initiativen von Einzelpersonen oder werden die Schulungen eher von Schulleitungen für die Kollegen angefragt?

Sowohl als auch. Wir haben viele einzelne Teilnehmer, die an unseren offenen Schulungen teilnehmen. Das sind Lehrkräfte oder Beschäftigte in Einrichtungen zur Kinderbetreuung, die sich auf eigene Initiative im Bereich des digitalen Lernens fortbilden wollen. Wir gestalten aber auch interne Schulungen auf Anfrage von Schulen oder Bildungsinstituten zu gewünschten Themen. Da können wir für das ganze Kollegium Workshops in Präsenz oder online anbieten. Wir haben auch schon pädagogische Tage für Schulen gestaltet. Bei den interaktiven Schulungen haben wir maximal 22 bis 25 Teilnehmende, es können auch mal weniger sein.

Welche Schulen sind besonders interessiert? Welche Inhalte stoßen auf besonders großes Interesse?

Ein Dauerbrenner sind unsere Angebote für den Kita-Bereich und die Grundschule. Da geht es häufig darum, wie man beispielsweise tägliche Routinen mit Grundlagen der Digitalisierung verknüpfen kann, um eine solide Basis mit den Kindern aufzubauen. Auch darum, wie ein Computer überhaupt funktioniert und was Digitalisierung bedeutet. Solche Inhalte werden bei der pädagogischen Ausbildung nicht überall vermittelt.

Die Digitalisierung für Kinder im Vorschulalter ist sicher nicht unumstritten. Viele Eltern beklagen doch, dass ihre Kinder zu viel digitale Inhalte konsumieren.

Das ist richtig und deshalb ist es wichtig zu differenzieren. Ein Computer oder ein Tablet ist ja nicht per se etwas Schlechtes. Schlecht ist es vielleicht, wenn die Kinder nur passiv konsumieren. Das Gerät kann aber auch zur Kommunikation und kreativ eingesetzt werden. Fachkräfte können beispielsweise den Kindern die Aufgabe geben, mit dem Tablet im Garten die Blätter von möglichst vielen verschiedenen Bäumen zu fotografieren und daraus dann eine Collage zu gestalten. Das Ergebnis kann man unter verschiedenen Aspekten betrachten und vergleichen. Es kommt darauf an, wie man das Gerät nutzt und welche Ziele man setzt. Und selbstverständlich sollte das digitale Gerät nicht den ganzen Tag eingesetzt werden.

Welche Probleme treten beim digitalen Unterricht besonders deutlich hervor? Wie schwer ist es, Schüler über einen Bildschirm zum Lernen zu motivieren?

Der Onlineunterricht wirft viele Fragen auf. Beispielsweise die nach dem Datenschutz, aber auch welche konkrete Anwendungen auf den Geräten möglich sind, die der jeweiligen Schule zur Verfügung stehen. Da sind auch die Datenschutzbeauftragten der Schule gefragt, die das System einstellen. Wenn der Unterricht gelingen soll, ist es wichtig zunächst einmal Vertrauen in die Online-Umgebung und zwischen Lehrenden und Lernenden aufzubauen. Wenn man feststellt, dass sich einzelne Kinder entziehen, zum Beispiel die Kamera nicht einschalten, dann kann das verschiedene Gründe haben. Weiß das Kind nicht, wie das geht? Oder will es nicht, dass die anderen sehen, wie es bei ihm zuhause aussieht?

Wenn der Lehrer das Kind nicht sieht, wie weiß er dann, ob es überhaupt am Unterricht teilnimmt?

Da gibt es mittlerweile Programme, die zum Beispiel Hinweise senden, wenn die Maus bewegt wird. Der Lehrer erkennt also, welches Kind mitmacht und welches nicht. Man kann auch immer wieder die einzelnen Kinder ansprechen und erkennt so, ob sie noch dabei sind. Man kann auch die Chat-Funktion verwenden, um mit einzelnen in Kontakt zu treten.

Wie kann ein Lehrer im Digitalunterricht Arbeiten bewerten? Er weiß ja nie, ob da nicht die Mutter oder der große Bruder geholfen haben.

Auch für die Bewertung von digitalen Schülerarbeiten gibt es mittlerweile gute Lösungen. Man kann zum Beispiel online korrigieren und bewerten, da sieht das Kind dann am Bildschirm, was falsch war. Oder man kann die Kinder sich selbst korrigieren lassen. Da erfährt man dann auch gleich, wie sie sich selbst einschätzen können. Oder die Kinder korrigieren sich gegenseitig. Manchmal ist es auch von Vorteil, wenn ein Kind mit dem Bruder oder der Mutter gemeinsam eine Aufgabe löst. Zusammenarbeiten ist ja auch eine wichtige Kompetenz.

Inwiefern arbeiten die drei Standorte des Betzold-Digibiz zusammen?

Sehr eng. Wir sprechen uns fast täglich ab. Bei unseren Online-Seminaren gibt es auch keine regionalen Aufteilungen.

  • Kontakt
  • Das aktuelle Kursangebot findet man auf www.betzold.de/digibiz. Konkrete Anfragen sind unter digibiz@betzold.de möglich.
Lynn Brincks ist Trainerin digitales Lernen beim Bezuold DigiBiz

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