Wie die Feuerwehr in der Pandemie übt und löscht

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Ellwanger Feuerwehrleute tragen Mund-/Nasenschutz im Einsatz: Am Dienstag brannte auf der Mülldeponie Reutehau eine Lagerhalle mit Kartonagen und gelben Säcken.
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Die Coronaverordnung gilt auch für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Über Maskenpflicht und Abstandsgebote im Einsatz.

Ellwangen

Abstandsgebot, Maskenpflicht, Desinfektionsplan: Auflagen zum Infektionsschutz in der Coronapandemie sind nicht überall anwendbar. Bestes Beispiel ist die freiwillige Feuerwehr. Wie will man im Rettungseinsatz auf Abstände achten? Und bei den Übungen?

"Doch, das geht", versichert Stadtbrandmeister Wolfgang Hörmann, der auch stellvertretender Kreisbrandmeister ist. Die Feuerwehr halte sich genauso an die Coronaverordnungen wie jeder andere auch.

"Am 12. März trafen sich der Kreisbrandmeister und seine Stellvertreter zur Dienstbesprechung, am gleichen Tag kam ich und mein Stellvertreter Rainer Babbel mit Bürgermeister Volker Grab zusammen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Danach wurden alle Übungen der Einsatzabteilungen und der Jugendfeuerwehr eingestellt", berichtet Hörmann, der für die Einsatzbereitschaft der Ellwanger Feuerwehr verantwortlich ist.

Ein Ansteckungsereignis in der Feuerwehr bei einer Übung oder einem Einsatz hätte verheerende Auswirkungen. Unvorstellbar, wenn eine ganze Abteilung in zweiwöchige Quarantäne müsste. Deshalb achten der Kommandant und die Abteilungskommandanten strikt darauf, dass die Vorgaben eingehalten werden.

Beim Einsatz bedeutet dies, dass nur noch sechs Personen in einem Löschfahrzeug fahren dürfen. Bislang waren es neun. Die Feuerwehr rückt also mit mehr Fahrzeugen aus, wenn es irgendwo brennt, wie am Montag auf der Mülldeponie Reutehau.

Im Fahrzeug müssen die Einsatzkräfte Mund-/Nasenschutz tragen, am Einsatzort auch. Nur wer mit Atemschutzgerät arbeitet, kann die Maske ablegen. Auf Abstand wird so gut wie möglich geachtet und nach dem Einsatz werden Fahrzeuge und Geräte desinfiziert.

Wir üben derzeit nur in Gruppenstärke.

Wolfgang Hörmann Stadtbrandmeister

Der Übungsbetrieb war bis zu den Pfingstferien komplett eingestellt und ist jetzt wieder angelaufen, allerdings nur in Gruppenstärke, also mit maximal neun Personen.

"Dauerhaft können wir darauf aber nicht verzichten. Die Einsatzkräfte müssen die Zusammenarbeit üben, damit es im Ernstfall keine Pannen gibt und jeder genau weiß, was zu tun ist", sagt Hörmann.

Auch die Ausbildung war seit März ausgesetzt, soll aber nun wieder nach den Sommerferien aufgenommen werden. Darauf haben sich die Kreisbrandmeister verständigt. Die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal hatte im März den Betrieb eingestellt und nur Web-Seminare angeboten. Jetzt wird wieder langsam hochgefahren.

Die Feuerwehr Ellwangen ist personell insgesamt gut aufgestellt. Trotzdem wurde in den vergangenen Monaten versucht, neue Einsatzkräfte zu gewinnen. Und dies ist auch gelungen. Stadtbrandmeister Wolfgang Hörmann hat jetzt 15 neue Einsatzkräfte verpflichtet.

Dazu ist er zu den verschiedenen Abteilungen gefahren. Denn eine Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ellwangen wird es dieses Jahr nicht geben.

Feuerwehrleute im Einsatz auf der Mülldeponie Reutehau: Abstandsgebot und Mundschutz gilt.

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