Wie die Legorampen entstehen

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Praxistag bei der Klasse 8b der Rupert Mayer-Schule: Legosteine werden zu befahrbaren Rampen verbaut.
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Einmal pro Woche bauen die Jugendlichen der Klasse 8b der Rupert Mayer Schule an den Rampen für den Ellwanger Seniorenrat.

Ellwangen

Mittwoch ist Praxistag für die vier Jungs und das Mädchen der Klasse 8b an der Rupert Mayer Schule. Vom Ellwanger Seniorenrat hat die Klasse den Auftrag bekommen, aus Legosteinen Rampen zubauen, auf denen Menschen mit Rollstuhl oder Rollator Treppenstufen überwinden können.

Was sich zunächst einmal recht simpel anhört, gestaltet sich durchaus anspruchsvoll, wie Klassenlehrer Matthias Seitzer betont. Er hat selbst ein erstes Modell angefertigt und dann den Prototyp zusammen mit seiner Klasse gefertigt. Ziel war es, die Treppe vor dem Ellwanger Rathaus barrierefrei zu machen. Dort zur Spitalstraße hin eine Stufe, die mit zwei Rampen aus Legosteinen überwindbar werden soll.

Beim Praxistest mit den Prototypen, zu dem Rollstuhlfahrer der Badgassen-WG geladen waren, zeigte sich, dass diese Rampen mit 13 Zentimeter zu schmal waren. Matthias Kümpflein musste schon sehr genau zielen, um mit den Reifen seines elektrischen Rollstuhls genau auf der Rampe zu fahren.

Nun arbeitet die 8b am weiterentwickelten Modell: dieselbe Neigung, aber doppelt so breit, 26 Zentimeter. Was sich entscheidend auf das Gewicht der Rampen auswirkt. "Da sind 2500 bis 3000 Steine verbaut, es kommen also schon ein paar Kilogramm zusammen", sagt Seitzer. Im Raum stand sogar die Idee, eine durchgehende Rampe von knapp 90 Zentimetern Breite zu bauen. Doch die wäre dann so schwer geworden, dass man sie nur noch mit erheblichem Aufwand hätte entfernen können. 

Das Handling ist ein wichtiger Aspekt der Ellwanger Lego-Rampen, die neben dem Rathaus auch noch verschiedene Geschäfte und Bürogebäude der denkmalgeschützten Innenstadt barrierefrei machen sollen. Nach den Vorstellungen des Seniorenrats sollten die bunten Gebilde so mobil sein, dass der Geschäftsinhaber oder Hausmeister sie am Morgen auslegen und am Abend wieder einholen kann. Bei Nacht sollen die Rampen nicht im Freien sein, wegen Vandalismus und Diebstahl und auch wegen der Stolpergefahr.

Um die Stabilität der Lego-Rampen macht sich Seitzer keine Sorgen. Er hält die Schüler und die Schülerin immer wieder dazu an, am Rand auf Versatz zu bauen, damit die Legosteine besser zusammenhalten. Im Notfall bliebe auch noch die Option, die Steine zu verkleben. Doch dann könnte es schwierig werden, später eventuelle Beschädigungen zu reparieren.

Für die 8b ist der Praxistag jedenfalls ein Höhepunkt in der Woche, dann gilt es an den Rampen weiterzubauen oder neue Lego-Lieferungen zu sortieren. Gebaut wird bislang mit gespendeten Legosteinen, in einigen Ellwanger Geschäften sowie im Tourist-Info sind Boxen aufgebaut, in die jeder Lego einwerfen kann. Verbaut werden allerdings nur die kubischen Legosteine, andere Bestandteile wie zum Beispiel Reifen, Achsen, Lego-Männchen werden von der 8b aussortiert.

Praxistag bei der Klasse 8b der Rupert Mayer-Schule: Legosteine werden zu befahrbaren Rampen verbaut.
Praxistag bei der Klasse 8b der Rupert Mayer-Schule: Legosteine werden zu befahrbaren Rampen verbaut.

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