Wie Ellwangen Zeichen setzt gegen Gewalt an Frauen

+
Die Akteurinnen und Akteure der Orange Days in Ellwangen.
  • schließen

Zu den „Orange Days“ gibt es verschiedene Aktionen. Die Soroptimistinnen planen die „Aktion Bierdeckel“, Gertrudis-Schülerinnen engagieren sich und der Schönenberg wird leuchten.

Ellwangen

Nein zu Gewalt an Frauen“ sagen die Frauen vom Soroptimist International, Club Ellwangen, und die Stadt Ellwangen nicht nur zu den „Orange Days“ vom 25. November bis 10. Dezember, sondern 365 Tage im Jahr. Dieser Meinung schlossen sich beim Pressegespräch im Großen Sitzungssaal des Rathauses die Kooperationspartner Kirchengemeinde Schönenberg, Schule Gertrudis und die Efi-Filminitiative an.

Schon seiteinigen Jahren wird während dieses Zeitraums Unaussprechliches und Unsichtbares sichtbar gemacht: Gewalt gegen Mädchen und Frauen aus allen Bevölkerungsschichten ist immer noch ein Thema, über das nur vorsichtig gesprochen wird. Hauptinitiatorin Ellwangens Frauenbeauftragte Nicole Bühler ist nicht nur von Amts wegen, sondern mit ganzem Herzen die Frau, die sich in Ellwangen und seinen Teilgemeinden um Frauen, die häusliche Gewalterfahren haben, kümmert.

Ellwangen besitzt bereits zwei Frauenschutzwohnungen und hat zusammen mit der Caritas drei weitere zur Verfügung, die als Anlaufstelle für Frauen und Kinder in Not dienen. Gerade während der Corona-Zeit und dem damit verbundenen Lockdown hätten sich die Konflikte in den Familien verstärkt, berichtet sie. Ihre beruflichen Erfahrungen kann sie mit aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes verdeutlichen. Mehr als einmal pro Stunde werde in Deutschland eine Frau gefährlich verletzt. Im vergangenen Jahr habe es zirka 13 600 sexuelle Belästigungsdelikte gegeben. Es gab 22 000 weibliche Opfer. Dies seien nur die Fälle, die zur Anzeige kämen. Sie selbst führe mindestens jede Woche zwei Beratungsgespräche. Im vergangenen Jahr habe es in Ellwangen 50 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt gegeben.

Bierdeckel mit Notrufnummer

Jede Tat ist eine zuviel. Die Soroptimistinnen in Ellwangen möchten mit dazu beitragen, dass Betroffene sich möglichst schnell Beratung und Hilfe holenkönnen. Sie publizieren die Hilfsangebote in all ihren Medien. Die derzeitige Präsidentin der Organisation, Christina Faber, forderte dazu auf, nicht wegzuschauen. Zusammen mit der Stadt Ellwangen stellte der Club einen Bierdeckel vor, auf dem die Nummern der Hilfstelefone abgedruckt sind. Hier sei Baden-Württemberg vorbildlich: 24 Stunden, kostenfrei, in 17 Sprachen, bekomme man unter der Nummer anonym Rat und Hilfe.

St. Gertrudis mit Ausstellung

Dass auch dieses Jahr der Schönenberg zu den„Orange Days“ orange leuchte, ist für Pater Leitgöb mehr als ein Fotomotiv: Es ist vielmehr ein Signal, das gesehen und verstanden werde. Friede, meinte er, beginne im eigenen Haus. Wenn im Kleinen kein Friede herrsche, könne der große Friede nicht beginnen.

Auf dem Schönenberg selbst gibt es am Freitag, 10. Dezember, um 19 Uhr einen Abschlussabend, den Schülerinnen der Schule St. Gertrudis mit gestalten. Die 1100 Schülerinnen sind jedes Jahr sehr engagiert und wollen dieses Jahr mit der Ausstellung „(UN)SICHTBAR“ die Ängste im Alltag darstellen. Während der Aktionstage gibt es einen Instagram-Account, nicht nur wegen der medialen Reichweite, sondern um auch zu zeigen, welche Gewalt Cyber-Mobbing im Netzanrichten kann.

Die Filminitiative Efi zeigt am Donnerstag, 25. November, den Dokumentationsfilm „Women“. Im Film sprechen Frauen von Mutterschaft, Bildung, Sexualität, Ehe und finanzielle Unabhängigkeit sowie über häusliche Gewalt.

  • Orange TheWorld
  • Für einegewaltfreie Welt
  • Der„Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am25.November markiert den Start der alljährlichen Orange Days. 16Tage lang wird international auf die Benachteiligung von Frauen, aufdie Gewalt gegen Frauen und die Verletzung der Menschenrechte vonMinderheiten aufmerksam gemacht. Die Farbe Orange verbindet dieweltweiten Aktionen mit dem Ziel zu sensibilisieren.

Zurück zur Übersicht: Stadt Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare