Wie man die Schienen queren kann

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So würde das Büro hutterreimann aus Berlin die Bahnlinie barrierefrei überqueren: ein Geh- und Radweg entlang der Westtangentenauffahrt und eine Treppe, die vom Brückenpark hinzu kommt. Grafik: LGS Ellwangen 2026 GmbH
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Interessante Details finden sich auch in den Entwürfen der Zweit- und Drittplatzierten des Architektenwettbewerbs. Die Stadt hat auch diese Pläne angekauft.

Ellwangen

Der Architektenwettbewerb für die Daueranlagen der Landesgartenschau 2026 ist entschieden. Gewonnen hat das Berliner Büro relais. Ob das Gelände wirklich in allen Details so gestaltet wird, wie das Marianne Mommsen und ihr Team geplant haben, ist jedoch offen. Die Stadt Ellwangen hat auch die Entwürfe des Zweitplatzierten, Büro hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH Berlin und des Drittplatzierten, Büro lohrer hochrain landschaftsarchitekten und stadtplaner aus München angekauft.

Ganz unterschiedliche Konzepte haben die Büros beispielsweise für ein Detail mit zentraler Bedeutung für die Stadt und die LGS 2026, den Fußgängersteg über die Bahnlinie.

Das Büro hutterreimann nutzt die Westtangente, um Fußgänger und Radfahrer barrierefrei auf die Höhe von sechs Metern zu bringen, indem ein Geh-/Radweg entlang der Auffahrt Mühlgraben und dann in einem weiten Schwenk über das heutige Jugendzentrum und die Gleise zur Bachgasse geführt wird. Ein Treppenaufgang vom heutigen Jagstwehr kommt hinzu. Dieser Steg verbindet Gartenschaugelände und Innenstadt ohne Umwege und sieht auch keine Extra-Aussichtsplattform vor.

Das Büro lohrer hochrain hat eine ganz andere Idee: eine Rampe entlang des Mühlgrabens erklimmt barrierefrei die sechs Meter Höhe und gabelt auf Höhe Bachgasse in drei Äste: einer führt über die Gleise in die Stadt, einer führt zum Neubau auf der Jagstinsel und einer führt geradeaus zu einem Aussichtsturm. Das neue Jugendzentrum wird bei diesem Entwurf ein lang gezogenes Bauwerk entlang der Rampe.

Der Brückenpark bildet den Ankommenspunkt aus der Innenstadt.

Timo Herrmann zum zweitplatzierten Entwurf

Bezeichnenderweise waren es nicht die Steglösungen, die der Jury an diesen Entwürfen imponierten. Zum 2. Platz sagte Fachpreisrichter Timo Herrmann: "Die Arbeit besticht durch einen sehr durchgängig gestalteten Landschaftsraum der Jagst. Die Aue ist räumlich gefasst durch Gehölzgruppen mit sehr starker Renaturierung, die aber auch im städtischen Bereich noch fortgesetzt wird. Der Brückenpark als urbaner, grüner Eingangsplatz leitet wunderbar in diesen Bereich über und bildet den Ankommenspunkt aus der Innenstadt." Die barrierefreie Querung sieht er als "Manko", möglicherweise wegen der Parallelführung an der Westtangentenauffahrt entgegen dem Fahrzeugverkehr.

Zum 3. Preis meinte Fachpreisrichterin Dr. Ulrike Böhm: "Was überzeugt hat, ist das Konzept, dass vom Naturraum mit den Mäandern der Jagst sich immer mehr Funktionalität entwickelt, mit dem Stadtstrand, Beach-Volleyball und Brückenpark". Schwächen sah die Jury in der Wegeführung, speziell im Bereich des Brückenparks.

Das Büro lohrer hochrain bekam für die Anbindung des Ausstellungsgeländes an die Kernstadt den Anerkennungspreis für den Korrespondenzbereich. Über "Altstadtgärten" und einen "grünen Ring" mit Baumreihen entlang der früheren Stadtmauer sollen die Besucher die Innenstadt erleben. Öffentliche Bereiche sollen in die Gartenfolge eingebunden werden.

Info: Eine detaillierte Vorstellung der Pläne, die den 1., 2. und 3. Preis gewonnen haben finden Sie unter www.ellwangen.de

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