Wie man unter Wasser Schach spielt

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Jugendliche des Schachclub Ellwangen trainieren Tauchschach. Das Schachbrett am Boden eines Schwimmbeckens ist 1,2 auf 1,2 Meter groß.
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Der Schachclub Ellwangen veranstaltet am 30. Oktober im Wellenbad die erste Deutsche Meisterschaft im Tauchschach.

Ellwangen. Das dürfte ein Ereignis werden, zu dem Interessierte auch von weither nach Ellwangen kommen werden: die erste deutsche Meisterschaft im Tauchschach am 30. Oktober. Veranstalter ist der Schachclub Ellwangen 1846 und initiiert hat das Ganze der Vorsitzende Benjamin Vitek. "Es gab bislang noch keine solche Meisterschaft, der Schachverband hat uns erlaubt, unser Turnier als Deutsche Meisterschaft zu bezeichnen." Eine Weltmeisterschaft dagegen gab es schon, vor einigen Jahren in London. "Wir haben auch schon Interessierte aus dem Süden Deutschlands, die teilnehmen wollen", erzählt Vitek. Wie viele Teilnehmer es am Ende sein werden, die auf dem Boden des Bewegungsbeckens im Ellwanger Wellenbad den gegnerischen König schachmatt setzen wollen, weiß er noch nicht. "Ich denke wir werden vier Bretter aufbauen", Spezialbretter versteht sich, aus Kunststoff, die Figuren gefüllt mit Basalt. Die klassischen Figuren aus Holz würden das Tauchschach unnötig erschweren.

Die Disziplin ist so schon schwierig genug. Auch wenn sich auf den ersten Moment die Disziplin ganz simpel anhört. "Man muss tauchen, um das Spielfeld zu studieren, um die eigenen Figuren zu ziehen, um zu sehen, wie der Gegner zieht", erklärt Vitek. Dabei sind keine Hilfsmittel erlaubt, also keine Schnorchel oder gar Tauchausrüstung. Nur eine Badebrille wird genehmigt sein. "Tauchschach ist Denksport mit einer ganz besonderen Herausforderung: Konzentration in einer Situation, in der der menschliche Organismus auf Instinkte zum Überleben umschalten will", macht Vitek deutlich. Luft anhalten, untertauchen, Tauchbewegungen gegen den Auftrieb machen und dann auch noch das Spielfeld analysieren und Züge überlegen, während der eigene Körper eigentlich nur an die Wasseroberfläche zum Luftholen will: das ist die Kunst, die ein Meister im Tauchschach besser beherrschen muss als alle anderen.

Die Deutsche Meisterschaft wird in zwei Altersklassen ausgetragen werden: für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahre und für Erwachsene. Gespielt wird nach dem Schweizer System: Die erste Runde wird gesetzt oder gelost; nach jeder Runde wird der Zwischenstand bestimmt, und in den folgenden Runden spielt stets der Führende gegen den Zweitplatzierten, der dritte gegen den vierten und so weiter. Zu gewinnen gibt es Sachpreise im Wert von 400 Euro, die von Sponsoren gestiftet werden. Und bei der Startgebühr ist der Eintritt ins Wellenbad inbegriffen.

Natürlich werden auch Zuschauer kommen, vielleicht sogar überregionale Presse. Damit sie die Spiele verfolgen können, soll eine Unterwasserkamera das Geschehen live auf einen Bildschirm über Wasser senden, natürlich so, dass das Bild für die Spielerinnen und Spieler nicht einsehbar ist.

Muss man sich Sorgen machen, dass jemand bei diesem Sport vor lauter Konzentration ertrinken könnte? Vitek: "Ich denke nicht. Aber Bademeister und Rettungsschwimmer werden anwesend sein."

Gerhard Königer

"Bademeister und Rettungsschwimmer werden anwesend sein."

Benjamin Vitek, Vorsitzender des Schachclubs
  • Anmeldung und Probetraining
  • Wer sich zur Tauchschachmeisterschaft anmelden oder an einem Probetraining am 26. September im Wellenbad teilnehmen möchte, kann über die Internetseite des Vereins, www.schachclub-ellwangen.de, Kontakt aufnehmen.

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