Wie trickreiche Handwerker bluffen

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Keine schriftliche Rechnung, sondern Bargeld für Handwerkerleistungen? Bei dieser Forderung sollten Auftraggeber misstrauisch werden. Symbolfoto: K.-P. Adler/stock.adobe.com
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Betrüger versuchen, Senioren mit Handwerksdienstleistungen an der Haustüre abzuzocken. Was deshalb die Polizei rät, um nicht zum Opfer zu werden.

Ellwangen

Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist in der Regel unwahr. Doch immer wieder fallen vor allem ältere Menschen auf sogenannte Haustürgeschäfte herein. Eine besonders fiese Masche: spontane und vor allem vermeintlich günstige Handwerksdienstleistungen. So geschehen auch kürzlich in Ellwangen, als ein 93-jähriger Senior "überredet" wurde.

Der Trick funktioniert dabei meist gleich. Ein Handwerker bietet an der Haustür an, das Dach zu decken, die Einfahrt zu pflastern oder die Fassade nebst Platten von Moos und Algen zu befreien. Eigentlich würde der Handwerker erst in ein paar Tagen wieder kommen, aber nur jetzt und wenn gewünscht, könnte er auch gleich loslegen, denn er habe gerade alles dabei und zufällig ein wenig Zeit. Bezahlen kann der Senior auch gleich, gerne bar oder per Karte.

Arbeit dient als Vorwand.

"Die Arbeiten selbst werden meist nur minderwertig oder unfertig ausgeführt, dienen aber auch oft nur als Vorwand", warnt Polizeisprecher Robert Kreidler. Denn durch vermeintlich günstige Dienstleistungen bekommen Betrüger ein genaues Bild von potenziellen Opfern: Sind sie leicht zu überrumpeln? Haben sie größere Mengen Bargeld zur Hand, ist das Objekt selbst lohnenswert?

Durch unfertige Arbeiten kommen die Betrüger dann ein zweites Mal, oft mit gleich mehreren Personen. Dann folgt der Schock: Die Betrüger verlangen plötzlich mehr Geld, setzen ihr Opfer unter Druck oder verlangen Unterschriften. Und wer jetzt mit Karte zahlt, begibt sich in die Gefahr, dass mit den Kartendaten das Konto leer geräumt werden kann. Aus Scham verschweigen die Opfer dann oft den Vorfall.

Und unser Senior? Kam noch einmal glimpflich davon, denn glücklicherweise rief er einen Nachbarn an, um sich den Handwerker auch einmal anzusehen. Der Nachbar verständigte die Polizei, nachdem ihm der angebliche Malermeister mit dem Reinigungsmittel in ungekennzeichneten Plastikkanistern im Kofferraum einer Mercedes-M-Klasse, mit Wohnsitz in Frankreich und einem Reisegewerbeschein vom Bodensee, sehr dubios vorkam. Die Polizei nahm die Personalien auf, der Handwerker zog ab.

"Die Polizei rät von Handwerkerleistungen, die an Haustüren angeboten werden, dringend ab", so Polizeisprecher Robert Kreidler.

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Ein Farbausdruck als Nachweis über das verwendete Reinigungsmittel ist ebenfalls ohne Aussagekraft, wenn die Kanister ungekennzeichnet sind.
Ein echter Reisegewerbeschein ist einfach zu bekommen.

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