Wie wird die Stadt klimaneutral?

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Windrad der Stadtwerke Ellwangen: nur mit regenerativer Energie wird Ellwangen klimaneutral. Die Pläne für weitere Windräder liegen bei den Stadtwerken bereits in der Schublade.
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Der Gemeinderat diskutiert über die Konsequenzen des Jahresenergieberichts. SPD-Fraktion stellt Anträge zu konkreten Weichenstellungen.

Ellwangen

Der Jahresenergiebericht des städtischen Energiemanagers Olaf Butz sorgte für Diskussionen im Gemeinderat. Butz zeigte auf, dass die Stadt bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes feststecke. „Uns geht das Verbesserungspotenzial aus“, sagte er im Hinblick auf das gesetzlich vorgegebene Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Die Stadt müsse auf eine größtmögliche Dekarbonisierung hinarbeiten, was insbesondere im Bereich Wärme einen Verzicht auf fossile Energieträger voraussetze. Die Stabilisierung des Verbrauchs reiche jedenfalls nicht aus, um die Klimaziele der Stadt beziehungsweise des Landes zu erreichen.

Herbert Hieber, Fraktionssprecher der SPD, bedauerte, dass die Stadt in den letzten Jahren nicht alle Chancen wahrgenommen habe, um bei ihren Gebäuden auf klimaneutrale Energiequellen zu setzen. Den Bericht des Energiemanagers bezeichnete Hieber als „Brandbrief“, der nach einer klaren Aktion des Gemeinderates verlange. „Eine Kenntnisnahme ist hier zu wenig“, rief Hieber und formulierte einen Antrag: Die Stadt möge ein Ausstiegsszenario für alle städtischen Gebäude vorlegen, die noch mit fossilen Energieträgern beheizt werden. Außerdem solle ein Katalog von Impulsen formuliert werden, der den Bürgern Lösungen aufzeigt zum Ausstieg aus dem Verheizen fossiler Energien. Damit solle die Stadt ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.

Peter Müller (CDU) forderte dazu auf, nicht nur auf Elektrizität zu setzen, sondern auch eine Fernwärmeversorgung durch Hackschnitzel oder Biomasse- in Betracht zu ziehen.

Olaf Butz teilte mit, dass ein kommunaler Wärmeplan bereits in der Vorbereitung sei. Den Auftrag dazu habe das Land allen Kommunen gegeben. In Ellwangen befinde man sich bereits in Verhandlungen mit Ingenieurbüros, die einen solchen Plan unter Federführung des Stadtbauamts für Ellwangen entwickeln können. Ein solcher Wärmeplan zeige neben der Beschreibung des Ist-Zustandes die Areale für eine sinnvolle Fernwärmeversorgung.

Gunter Frick (FW-FBE) teilte mit, dass seine Fraktion die Anstrengungen zur Klimaneutralität unterstütze: „Soweit technisch machbar sind wir dabei.“

Armin Burger (CDU) meinte, die CDU-Fraktion stehe nach wie vor zum Ziel der Klimaneutralität, aber nicht zu blindem Aktionismus. In die Wärmeversorgung durch regenerative Energien müsse der gesamte öffentliche und private Sektor der Stadt eingebunden sein. Der kommunale Wärmeplan werde die entsprechenden Notwendigkeiten und zeitlichen Handlungsschritte dafür aufzeigen.

Hans-Peter Krämer sah keine Möglichkeit, sofort über den SPD-Antrag abzustimmen, da dieser nicht schriftlich vorliege. Er wies auch darauf hin, dass die Stadt keine Gebäude mehr anmieten sollte, die nicht klimaneutral mit Wärme versorgt werden können.

„Wir werden manches Gebäude nicht klimaneutral beheizen können“, meinte der OB und verwies auf die Wasserstofftechnologie, die auf der Konversionsfläche zur Fernwärmeversorgung angedacht ist. „Das geht nicht mit Hauruck, das ist ein jahrzehntelanger Prozess und der muss Ziel von uns allen sein.“ Gerhard Königer

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