Wie zwei Studierende die Kaserne überplanen

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Architekt Wolfgang Helmle (l.) und der Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat, Berthold Weiß, vor dem Entwurf zweier Studierender, die als Bachelorarbeit die Konversionsfläche überplant haben.
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Daniel Blum und Laura Milena Hertfelder von der Hochschule für Gestaltung Nürtingen-Geislingen entwickeln in ihrer Bachelorarbeit die Kaserne zum Wohngebiet.

Ellwangen

Für die Überplanung des Konversionsgebiets, die Entwicklung der Reinhardt-Kaserne zum Wohnquartier, hätte die Fraktion der Grünen gerne einen städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben. Ihr entsprechender Antrag wurde jedoch im Gemeinderat überstimmt.  Vorwiegend aus zeitlichen Grünen, aber auch weil der Entwurf, den das Stadtplanungsamt zusammen mit der Kommunalentwicklung (KE) gefertigt hat, bereits so gut und innovativ sei, wurde entschieden, diesen zum Bebauungsplan fortzuführen. In einer Bürgerplanungswerkstatt wurde die Öffentlichkeit eingeladen, sich daran zu beteiligen. In der Bürgerbeteiligung kamen viele Ideen hinzu. Nun werde geprüft, was davon in die Planung übernommen werden kann, sagte der OB bei der Abschlussveranstaltung.

Der Entwurf des Stadtplanungsamtes erstreckt sich über den Technischen Bereich und auch den Bereich der LEA. Deshalb argwöhnten einzelne Gemeinderäte, die Ablehnung eines Wettbewerbs sei dem Ansinnen geschuldet, mit einer fortgeschrittenen Überplanung bessere Argumente zu haben, dem Land eine Weiterführung der LEA zu verweigern. Der Plan dürfe keine "kalte Beerdigung der LEA" werden, hatte Herbert Hieber moniert.

Jetzt haben zwei Studenten der Hochschule Nürtigen-Geislingen eine Bachelorarbeit vorgelegt, die eine Wohnbebauung bei gleichzeitiger Fortführung der LEA aufzeigt. Entwickelt wird darin nur der Technische Bereich der Kaserne, mit 700 Wohneinheiten und einer gänzlich anderen Erschließung als die im Entwurf der Stadt.

Kein Wunder, dass die Grünen den Ball gerne aufnehmen. Im Büro von Wolfgang Helmle hängt der Übersichtsplan schon an der Wand. Helmle findet die Unvoreingenommenheit richtig gut, mit der die beiden das Gebiet betrachtet haben. "Genauso hatten wir uns das vorgestellt, diese Herangehensweise hätte der städtebauliche Wettbewerb bringen sollen." Dass man nichts als gegeben nimmt und alles neu denkt, schaffe man eben nur mit der entsprechenden Freiheit. Für die Realisierung hätte man sich ja dann die besten Ideen kombinieren können.

"Das ist auf lange Zeit das letzte große Gebiet der Stadt, das zu einem Wohnareal entwickelt wird. Da hätten wir uns nicht unter Zeitdruck setzen lassen sollen", bedauert Berthold Weiß, der aber akzeptiert, dass die Entscheidung gefallen ist. Nun gelte es, für den weiteren Prozess das Beste daraus zu machen.

Und gerade deshalb beschloss die Fraktion der Grünen, die beiden Studierenden einzuladen, um ihren Entwurf der Öffentlichkeit in Ellwangen vorzustellen. Am 28. März um 19 Uhr werden Daniel Blum und Laura Milena Hertfelder ihr Konzept erläutern. Die Bachelorarbeit trägt den Titel "Klima- und sozial gerechte Entwicklung einer Konversionsfläche in Ellwangen an der Jagst". Vorgelegt wurde sie Prof. Dr. Alfred Ruther-Mehlis im Bachelorstudiengang Stadtplanung.

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