Wo die Flieger mit der Sturmfront anreisen

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Beim "Fly-In" auf dem Flugplatz Erpfental finden sich rund 35 Flieger ein.

Ellwangen-Erpfental. Hätte es die Corona-Pandemie nicht gegeben, hätte die Fliegergruppe Ellwangen ihr traditionelles Flugplatzfest in Erpfental mit großem Publikum veranstaltet. Weil dies Corona aber nicht zuließ, organisierten die Hobbypiloten kurzerhand mit einem "Fly-In" einen internen Fliegertreff für befreundete Vereine.

Seit Jahren veranstaltet die Fliegergruppe Ellwangen am dritten Augustwochenende ihr Flugplatzfest. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie hatten die Verantwortlichen in Erwägung gezogen, das Fest zu verschieben. "Wetterbedingt könnte ein Flugplatzfest bis Mitte September veranstaltet werden", sagt der stellvertretende Vorsitzende der Fliegergruppe, Markus Beerhalter.

Als es sich abzeichnete, dass das Fest wegen der Pandemie in seiner üblichen Form nicht veranstaltet werden kann, wurde innerhalb der Vorstandschaft unter der Regie ihres neuen Vorsitzenden, Dominik Stempfle, nach einer Alternative gesucht. Schließlich sei der von den vergangenen Flugplatzfesten bekannte Besucheransturm unter Corona-Bedingungen nicht zu bewerkstelligen.

So kam die Idee auf, für die befreundeten Fliegervereine ein "Fly-In" zu organisieren. Dieser Treff für Hobbypiloten sei lediglich über die sozialen Medien in der Fliegerszene publiziert worden, sagt Beerhalter. Insgesamt 55 Piloten hätten sich angemeldet.

Am Samstagmorgen sah es zunächst aus, dass das "Fly-In" wegen der aufziehenden Gewitterfront sprichwörtlich ins Wasser fallen könnte. Doch mit der nachfolgenden Sonne erschienen quasi gleichzeitig die ersten Flieger am Horizont. Als erster Fluggast landete Roland Lutz mit seiner "Renegade" auf dem Fluggelände. Die Gäste aus Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg sind quasi mit, beziehungsweise hinter der Gewitterfront angereist.

Letztendlich schauten rund 35 befreundete Hobbypiloten in Erpfental vorbei. Mit Gästen aus Bopfingen und Elchingen sowie aus Heubach und vom Hornberg waren alle Flugplätze im Ostalbkreis präsent.

Zu diesen Gästen gesellten sich Hobbypiloten aus Giengen, Ulm-Erbach sowie der Pilot einer auf dem Stuttgarter Flughafen stationierten "Cirrus SR22".

Der frühere Vorsitzende der Fliegergruppe, Gerd Konle, hatte für die Gäste eine kleine Schau mit historischen Flugzeugen organisiert. Hierfür hatte der Inhaber des "fliegenden Museums" in Elchingen, Karl Grimminger, mehrere Flugzeuge zur Verfügung gestellt. So waren beispielsweise eine "Bücker Jungmann" und eine "ME 108" zu sehen.

Franz Kuhn von der Fliegergruppe bedauerte, dass der Fliegertreff ohne Zuschauer abgehalten werden musste. Dies sei halt "in diesen Zeiten nicht drin", sagte er. Als Vorteil nannte er, dass die Ellwanger Hobbypiloten Zeit hatten, um sich mit den Gästen zu unterhalten. Bei den regulären Flugplatzfesten sei dies nicht möglich, ergänzte Beerhalter. An diesen müssten die Vereinsmitglieder "unter Vollgas arbeiten".

Aufgrund der familiären Atmosphäre erhielten die Mitglieder der Fliegergruppe viel positives Feedback. Beispielsweise von einem Hobbypiloten aus Pleidelsheim, der gleich in den nächsten Wochen wieder in Erpfental vorbeischauen will.

Diejenigen, die einen mehrstündigen Anflug hatten, saßen abends am Lagerfeuer zusammen und zelteten auf dem Fluggelände.

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