Wofür die Bauarbeiter schwitzen

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Die Siemensbrücke sowie die angrenzende Jagstbrücke werden seit etwa Ende März saniert. Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten erledigt sein. Die letzte so umfangreiche Sanierung der Brücken liegt 24 Jahre zurück.

Die Bauarbeiten an Siemens- und Jagstbrücke sind bei dem augenblicklichen Wetter höchst anstrengend. Wir sagen, was dort eigentlich genau gemacht wird.

Ellwangen

Wer immer zurzeit über die Hitze meckert, darf gerne einen Gedanken an die Arbeiter verschwenden, die im Regelfall in der prallen Sonne arbeiten. Besonders eindrücklich ist es zu sehen, wenn Baufirmen Asphalt aufbringen und die heiße Masse den Arbeitsplatz noch weiter aufheizt.

Respekt! Hut ab vor dieser Leistung.

Doch nicht nur als Anschauungsobjekt für die Tätigkeit der der Hitze trotzenden Bauarbeiter können die Jagstbrücke und die Siemensbrücke in Ellwangen herhalten. Da werden vom Land zwei Millionen Euro ausgegeben. Seit 21. März haben auf den Brücken die Baufirmen das Sagen, und das voraussichtlich noch bis Ende Oktober. Die Sanierung der Brücken war dringend notwendig, ist umfangreich und wird vermutlich, wie ursprünglich angekündigt, rund sieben Monate dauern.

Wer aus Richtung Norden kommt und von der B  290/Haller Straße ins Industriegebiet Neunheim oder auf die Autobahn will – das ist vor allem auch der Schwerverkehr – fährt nicht durch die Stadt, respektive über die Südtangente, sondern biegt normalerweise an der Einmündung der Siemensstraße (Jet-Tankstelle) nach Osten ab. Von da an geht's zunächst über die Jagstbrücke, dann folgt unmittelbar die Kreuzung mit der Straße "An der Jagst", direkt darauf kommt die Siemensbrücke, die über die Eisenbahngeleise führt, und schließlich die Westumfahrung hoch in Richtung Schönenberg und schließlich das Industriegebiet.

Wenn nun die beiden Brücken wegen der Arbeiten halbseitig gesperrt sind – es gibt nur eine Einbahnregelung von Ost nach West - bedeutet das, dass wesentlich mehr Verkehr jetzt zwangsläufig durch die Stadt hindurch muss; besonders bemerkt werden natürlich die Laster und Sattelzüge.

Bis voraussichtlich Ende Oktober wird das auch so bleiben.

Was wird an den Brücken eigentlich gemacht?

Eine Komplettsanierung. Der ganze Belag wird neu aufgelegt, die Abdichtung erneuert, die Fahrbahnübergänge (Zebrastreifen), die Entwässerung, die Geländer und die Brückenkappen sowie die Betonoberflächen werden grundlegend erneuert oder zumindest instand gesetzt.

Besonders aufwendig sind vor allem die Arbeiten an der Siemensbrücke über den Bahngleisen mit deren elektrischen Oberleitungen. Hier sind spezielle Schutzmaßnahmen nötig, damit der Zugbetrieb darunter ungehindert weitergehen kann.

Weil es sich um eine Landesstraße handelt – die L 1060 – ist das Land für die Maßnahme zuständig – auch für die Begleichung der Rechnung, die an die zwei Millionen Euro umfassen wird. Wie das Regierungspräsidium als zuständige Behörde mitteilt, sind die Arbeiten bis Ende Oktober wohl abgeschlossen und der Verkehr kann wieder in beiden Richtungen fließen – die eingerichtete Einbahnrichtung wird übrigens nicht "umgedreht", es bleibt beim reinen Ost-West-Verkehr.

Gegen Ende der jetzigen Sanierung wird die Fahrbahndecke aufgebracht – da heißt's für die Autofahrer noch mal Umwege fahren, denn dazu müssen die Brücken komplett gesperrt werden, dann gibt's auch keine Einbahnstrecke mehr.

Nun sind solche umfangreichen Sanierungsarbeiten zum Glück nicht oft fällig. Brücken werden alle drei Jahre kontrolliert, Bausubstanz und Brückenausstattung werden geprüft und bewertet. Aus diesem Befund ergibt sich dann, ob und welche Arbeiten notwendig sind. Die letzten umfassenden Sanierungsarbeiten an Siemens- und Jagstbrücke fanden übrigens vor 24 Jahren statt.

Wenn es im Oktober also wieder "Freie Fahrt" heißt, ist eine andere, von den Autofahrern auch als recht lästig empfundene Baustelle schon lange verschwunden: Zurzeit wird ja noch an der Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße, etwa auf Höhe der Stadtwerke gebaut, und der Verkehr von dort in Richtung Siemensbrücke wird weiträumig umgeleitet (Ortskundige kennen natürlich kürzere "Schleichwege").

Diese Sperrung wird voraussichtlich bereits Mitte August aufgehoben werden können.

Diese Absperrung ist nötig: Dahinter geht's runter auf die Bahngleise und deren elektrische Oberleitungen.

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