Wohncontainer in der LEA aufgestellt

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Schild am Eingangsbereich zur Landeserstaufnahestelle für Flüchtlingen (LEA) in Ellwangen.
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Aufgrund verstärktem Zuzug muss die Landesregierung die Aufnahmekapazität in der Erstaufnahme erweitern. 700 Personen bleibt Obergrenze in Ellwangen.

Ellwangen

Eine dpa-Meldung diese Woche ließ aufhorchen. Darin war von erhöhtem Zuzug von Flüchtlingen in Baden-Württemberg die Rede und dass die Landesregierung die Kapazitäten in der Erstaufnahme erhöht habe, unter anderem in Ellwangen. Auf Anfrage teilt Thomas Deines, Referatsleiter Flüchtlingsaufnahme im Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) mit, bei der Meldung der dpa gehe es um eine größere Anzahl an belegbaren Plätzen in den Einrichtungen. "Aufgrund der Corona-Pandemie müssen wir eine größere Anzahl von Isolierzimmern vorhalten. In der LEA Ellwangen waren dafür unter anderem im Gebäude 93 Unterkünfte reserviert. Durch die Aufstellung von Wohncontainern konnten wir die Isolierwohnräume aus den Unterkunftsgebäuden heraus verlegen." Die Wohncontainer stehen auf der Freifläche zwischen Gebäude 88 und 90. Es handele sich um sechs Container für 1 bis 2 Personen und drei Module für Familien. Alle Container seien mit eigenen Sanitärzellen ausgestattet. "Dadurch konnten wir in den bestehenden Gebäuden die belegbare Kapazität um 50 bis 70 Personen erhöhen. Die Gesamtbelegung bleibt im Rahmen der vereinbarten Zahl von maximal 700 Personen." Zum 7. Dezember waren in der LEA Ellwangen 494 Personen untergebracht.

Landesweit bestehe weiter Bedarf an zusätzlichen Plätzen in der Erstaufnahme, rund 4000 Plätze sollen geschaffen werden. "Über die Standorte wird im Rahmen der Evaluierung der Standortkonzeption und im Dialog mit den betroffenen Kommunen entschieden. Die Gespräche werden durch das Ministerium geführt", erklärt Thomas Deines.

Not auch in den Landkreisen

Und nicht nur in der Erstaufnahme werden die Plätze knapp. Der Zuzug wirkt sich auch bereits auf die Anschlussunterbringung in den Landkreisen aus. Wie Susanne Dietterle, Pressesprecherin im Landratsamt Aalen, mitteilt, habe der Ostalbkreis in den letzten Wochen etwa 50 afghanische Ortskräfte untergebracht. Und dies, obwohl der Landkreis aufgrund des LEA-Privilegs dazu nicht verpflichtet war. Dietterle: "Entsprechend einem Kreistagsbeschluss nehmen wir trotz LEA-Privileg weiterhin freiwillig Flüchtlinge auf. Unsere Gemeinschaftsunterkünfte sind aktuell zu 80 Prozent belegt, das heißt wir haben noch etwas Puffer und sind personell noch flexibel."

In dieser komfortablen Situation sind andere Kreise nicht. Der Landkreis Ravensburg beispielsweise kann schon jetzt nicht mehr alle vom Land zugewiesenen Flüchtlinge aufnehmen. Die Landkreisverwaltung ist unter Druck und hat einen Antrag auf Stopp der Zuweisungen gestellt. Möglicherweise müssen jetzt Notunterkünfte in Turnhallen geschaffen werden. Auch die Stadt Singen hat die Kapazitätsgrenze in der Flüchtlingsunterbringung erreicht und will keine weiteren zugewiesenen Personen mehr aufnehmen. Dessen ungeachtet will der Landkreis Konstanz in Singen eine Flüchtlingsunterkunft wieder in Betrieb nehmen, die seit einem Jahr leer stand. 100 Personen sollen dort unterkommen. Und die Kreisverwaltung schließt nicht aus, dass bald auch wieder Container aufgestellt werden oder Sport- und Gemeindehallen für Flüchtlinge genutzt werden müssen.

"Wir konnten in den bestehenden Gebäuden die belegbare Kapazität um 50 bis 70 Personen erhöhen."

Thomas Deines, Referatsleiter Flüchtlingsaufnahme beim RPS

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