Zwei herrlich verrückte Damen auf Abschiedstour

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Die Crazy Ladies Angela Maier (links) und Monika Hartmann gaben am Donnerstagabend vor dem Cafe Punto über Abschiedskonzert. Foto: Sabine Freimuth
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Warum Humor und Lebenslust alters- und zeitlos ist, bewiesen die beiden zusammen 152-jährigen „Crazy Ladies“.

Ellwangen

Die „Crazy Ladies“ Monika Hartmann und Angela Maier gaben am Donnerstagabend vor dem Cafe Punto ein großes Abschiedskonzert. Knapp hundert Fans der Ladies konnten sich davon überzeugen, dass Humor und Lebenslust alterslos ist. Trotz der 152 Jahre, die sie zusammengezählt alt sind. Im Gespann ist Monika Hartmann das Zugpferd an der Gitarre und mit ihrer dunklen kräftigen Stimme. Den Gegenpol bildet Angela Maier mit literarischen Geschichten aus dem Lebenskreis der beiden und dem einen oder anderen frivolen Witz. Ein Hingucker sind die beiden allemal. Mit Hut, Tüll verziert und blumig dekoriert ist ihr Motto beim Bühnenoutfit klotzen, nicht kleckern.

An den Gitarrensaiten klingen nicht nur die Saiten, sondern auch die mindestens dreißig silbernen Reifen der Sängerin. Beim über zweistündigen Konzert wechseln sich heitere Texte, Anekdoten mit Country-Songs, urschwäbischen Liedern und eigenen Kompositionen ab. Das 9-Euro-Ticket wurde genauso in Reimform verpackt, wie der Gschwender Musikwinter oder der Mann, der ins Freudenhaus kommt und nach einer ganz mageren Dame fragt. Meist erleben diese vermeintlich frivole Geschichten eine äußerst heitere Wendung, so dass die Zuhörer bei den Pointen schmunzelten. Falls sie das nicht taten, wurden sie von Maier dazu aufgefordert: „Jetzt müssat sia abr lacha“. Das gesangliche Repertoire von Monika Hartmann, die bekennende Country-Liebhaberin ist, ging von Oldies wie „Five Hundred Miles“, über griechischen Wein, bis hinzu „Auf dem Wasen grasen Hasen“.

Bei diesem Schunkel-Lied nach dem einen oder anderen Viertele klatschten die Gäste gerne mit. Passend zu der Anekdote „Goldene Hochzeit“ hatte die Sängerin die passende Antwort: „Was fang ich an mit der Leiche unter meinem Bett“. „Weiße Rosen aus Athen“, eine der letzten Songs des Konzertes hätte man den beiden schicken Ladies ganz viele gewünscht. Dass sie auch ein großes Herz haben, bewiesen sie mit der Aufforderung den zugedachten Obulus für das Konzert dem Ellwanger Tafelladen zukommen zu lassen. Über 400 Euro wanderten so in den Hut, den Jürgen, der Mann fürs Grobe an der Seite der Damen, einsammelte. „Sierra Madre“ klang es dann aus allen Kehlen in die abendliche Dämmerung von Ellwangens Fußgängerzone.

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