Zwei Schulen, ein Schulzentrum

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Amtseinsetzung am Kreisberfsschulzentrum: (hinten, v.l.) Schuldezernent Karl Kurz, Martin Sabelhaus von der Kultusverwaltung, Dr. Stephan Scheiper, stellvertretender Schulleiter GHS, Christian Plautz, stellvertretender Schulleiter GKS. (Vorne v. l.) Esth
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Am Kreisberufsschulzentrum wurden die Schulleitungen besetzt. Quereinsteiger zeigen, dass im Schulbetrieb außergewöhnliche Karrieren möglich sind.

Ellwangen

Die Studiendirektorin Esther Hoffmann und der Studiendirektor Robert Knietig wurden am Mittwochabend im Kreisberufsschulzentrum zur Schulleiterin der Gewerblich-Hauswirtschaftlichen Schule (GHS) beziehungsweise der Gewerblich-Kaufmännischen Schule (GKS) eingesetzt. Beide sind ursprünglich Quereinsteiger, bringen Berufserfahrung von außerhalb mit, bevor sie an beruflichen Schulen ihren Platz gefunden haben. Der Abteilungsleiter Berufliche Schulen am Regierungspräsidium Stuttgart (RPS), Martin Sabelhaus, dankte der Kreisverwaltung für die enge Kooperation, dank der es gelungen sei, sowohl die Rektorenstellen wie auch die Positionen der Stellvertreter beider Schulen so schnell zu besetzen. Es seien zwei bestens qualifizierte Kollegen, die nun die Schule leiten und die Kombination von Internen und Externen sei ganz bewusst gewählt worden.

Wie es zur Schulteilung gekommen war: Mit 1800 Schülerinnen und Schülern und einem Kollegium von 140 Lehrkräften bildete das Kreisberufsschulzentrum Ellwangen einen Koloss und absoluten Ausnahmefall in der Schullandschaft. Eine Aufteilung in zwei Schulen sollte schlankere Leitungsstrukturen, stärkere Profilierung und eine Entlastung für die Kollegien durch mehr Anrechnungsstunden bringen. Der frühere Schulleiter Peter Lehle war bereit, ein Jahr seines Ruhestands zu opfern, um den Übergang in die neue Struktur zu begleiten.

Landrat Dr. Joachim Bläse freute sich über die 2 plus 2-Lösung und dankte dem Dezernenten für Finanzen, Schule und Bildung, Karl Kurz, und der Kultusverwaltung in Stuttgart, dass die neue Struktur wie geplant zum Schulbeginn umgesetzt wurde. Dann stellte Bläse die neuen Personen an der Spitze vor: Rektorin der GHS ist Esther Hoffmann, die seit 2005 am Kreisberufsschulzentrum tätig ist. Ihre berufliche Laufbahn begann sie als Krankenschwester und Fachkraft für Intensivpflege, bevor sie Lehramt für Realschulen studierte und an die KBSZ kam. Dort verantwortete sie unter anderem den Aufbau der generalistischen Pflegeausbildung. Als Stellvertreter steht ihr Dr. Stephan Scheiper zur Seite, der von der Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen kommt.

An der GKS ist Robert Knietig neuer Schulleiter. Er lernte Industriekaufmann in Aalen und arbeitete in der Industrie, bevor er Medizininformatik in Heidelberg studierte und sich für den Schuldienst entschied. Seit 20 Jahren unterrichtet er an der Berufsschule in Heidenheim, wo er stellvertretender Schulleiter war und Digitalisierung und Netzwerkbetreuung verantwortete. Ihm steht als Stellvertreter Christian Plautz zur Seite, der am KBSZ vom chemisch-technischen Bereich und Umweltschutz bis zur Altenpflege unterrichtete.

Markus Kuhn, Vorsitzender des Personalrats, berichtete, dass das Kollegium einmütig für die Schulteilung gestimmt habe, weil es die einzige Möglichkeit für eine Entlastung war. Unter der Unübersichtlichkeit und dem Stress hätten die Lehrkräfte gelitten. Jetzt hoffe man auf einheitliche Ausstattung, Besprechungs- und Pausenräume. "Wir glauben, dass es richtig gut wird", sagte er.

Esther Hoffmann und ihr Kollege Robert Knietig stellten sich und ihre Pläne vor: Reizvoll sei der komplette Neustart mit den enormen Handlungsspielräumen, nun gelte es beiden Schulen ein klares Profil und Erscheinungsbild zu geben. Digitalisierung werde eine Mammutaufgabe bleiben, so Knietig, der sich fragte, ob die Tablets die Zukunft sind oder doch eher ein Netzwerk, in das sich die Schülerinnen und Schüler mit dem eigenen Gerät einwählen. "Ich will einfach, dass der Laden läuft", meinte Esther Hoffmann. Das berufliche Gymnasium als gemeinsame Aufgabe von GHS und GKS werde nicht die einzige Kooperation sein, man werde die Ressourcen gemeinsam nutzen. Zum Beispiel soll es für die Konferenzräume ein Ticketsystem geben. Zweimal die Woche sei ein Jour-fix geplant, um Dinge zu besprechen, die beide Schulen angehen.

Das Percussion-Duo Marquardt und Kuhn der städtischen Musikschule gestaltete die Einsetzungsfeier musikalisch. Gerhard Königer

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