Die Kläranlage Gaxhardt bleibt auch in 2022 ein Großbauprojekt.

+
Die Erweiterung / Modernisierung der Kläranlage Gaxhardt (im Bild) ist schon weit vorangeschritten. Im kommenden Jahr wird daran die Kläranlage Stödtlen-Niederroden angeschlossen. Ein Pumpwerk wird dafür errichtet und die notwendige Druckleitung nach Gax
  • schließen

Die Gemeindeverwaltung Stödtlen bringt den Haushalts 2022 im Gemeinderat ein. Die für Ende 2022 prognostizierte Pro-Kopf-Verschuldung: 688 Euro.

Stödtlen.

Im Stödtlener Gemeinderat wurde der Haushaltsplan 2022 unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie eingebracht. Begonnene Maßnahmen müssen jedoch auch in schwierigen Zeiten umgesetzt werden.

Bürgermeister Ralf Leinberger bemerkte eingangs: „Wir können heute einen soliden Haushalt präsentieren, der durch große Investitionen gekennzeichnet ist. Wir müssen keine Gebühren, beziehungsweise Steuern erhöhen.“

Kämmerer Hans Wagner ging danach ins Detail und erläuterte den Haushaltsplan 2022. „Infrastrukturelle Maßnahmen haben in Stödtlen hohe Priorität. Das Vermögen, beziehungsweise die Substanz bleiben dadurch erhalten und die Gemeinde bleibt damit zukunftsfähig. Das Großbauprojekt „Neubau Kläranlage Gaxhardt samt Druckleitung und Fernwirkung“ ist dabei ein wichtiger Baustein.“ Große Bedeutung kommt auch weiterhin dem Thema Breitbandausbau „graue Flecken“ zu, das die Gemeinde Stödtlen in den kommenden Jahren beschäftigen wird.

Im kommenden Jahr wird mit der Erschließung des Neubaugebietes „Buck“ in Strambach begonnen. Auch werden Grunderwerbe angestoßen, damit die wohnbauliche Entwicklung in der Gemeinde vor allem im Kernort Stödtlen zeitnah begonnen werden kann.

Wichtig sei es, dass die Gemeinde für ihre Projekte alle Anstrengungen unternimmt, eine möglichst hohe Investitionszuschussquote zu erzielen, so Hans Wagner: „Wir sind maßgeblich von Zuweisungen abhängig.“

Darlehen ist nötig

Stödtlen wird im kommenden Jahr ein Darlehen zur Vorfinanzierung der benötigten Grunderwerbe aufnehmen müssen. Die Gegenfinanzierung ist jedoch durch die Bauplatzverkäufe gesichert.

Positiv zu beurteilen sei die gegenwärtig gute Liquidität der Gemeinde. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt Ende 2022 voraussichtlich 688 Euro.

Aufgrund der unsicheren Situation, bedingt auch durch die Pandemie, werde in Stödtlen vorsichtig kalkuliert und 2022 mit einer Gewerbesteuereinnahme von 680 000 Euro gerechnet. Hier setze sich der positive Trend fort.

Der Gesamtergebnishaushalt weist 4,464 Millionen Euro an Erträgen aus. Dem stehen 4,608 Millionen Euro an Aufwendungen gegenüber. Unter dem Strich kommt es zu einem Fehlbetrag in Höhe von -143 685 Euro in der Kasse, der aber gut ausgeglichen werden könne. „Der Fehlbetrag ist coronabedingt auf die Auswirkungen des kommunalen Finanzausgleichs zurückzuführen. Die Zuweisungen haben sich zwar leicht verbessert, doch haben wir noch nicht das Niveau des Jahres 2019 / 2020 erreicht“, erklärte Kämmerer Wagner. Hinzu komme, dass die Netto-Abschreibungen von rund 293 000 Euro nicht erwirtschaftet werden konnten. Der Zahlungsmittelbedarf des Ergebnishaushalts beläuft sich auf 158 609 Euro.

Die Kreditaufnahmen für Investitionen und Förderungsmaßnahmen wurden auf 300 000 Euro festgesetzt.

Grundstückskauf und Kläranlage

Im kommenden Jahr sollen Grundstücke für 700 000 Euro erworben werden. Wesentliche Arbeiten für den Umbau / Modernisierung der Kläranlage in Gaxhardt seien schon geleistet worden. Der Bau des Nachklärungsbeckens, des Rechenhauses und Schlammsilos seien unter anderem weitgehend abgeschlossen. Im kommenden Jahr werde dann die Kläranlage Stödtlen an die Anlage in Gaxhardt angeschlossen. Das Pumpwerk und die restliche Druckleitung werden im kommenden Jahr vergeben. Im kommenden Jahr werde das Baugebiet „Buck“ in Strambach mit fünf Bauplätzen erschlossen. Dafür werden 320 340 Euro bereitgestellt.

Kleinere Investitionen betreffen zum Beispiel die Grundschule. Dort sollen neue Möbel für 12 000 Euro beschafft werden. Für die Erweiterung des Parkplatzes am Festplatz werden 5000 Euro bereitgestellt.

Die Bauplatzpreise liegen in Stödtlen bei 98 Euro je Quadratmeter und in Regelsweiler werden 47 Euro je Quadratmeter erhoben.

Gemeinderat Johannes Feil urteilte am Ende der Präsentation: „Unsere Pro-Kopf-Verschuldung in Stödtlen ist okay, wenn man sieht, was wir alles investieren.“ Gemeinderat Michael Benninger wünschte sich die Aufnahme eines Bürgermobils im Haushalt und dass darin mehr Geld für die Vorbereitung auf die 1000-Jahr-Feier in Stödtlen eingestellt wird.

Im Januar des kommenden Jahres soll der Haushalt vom Gemeinderat beschlossen werden.

Jahresrückblick und Ausblick

In seinem Jahresrückblick erinnerte Bürgermeister Ralf Leinberger an die Projekte und Baumaßnahmen, die bereits umgesetzt worden sind, beziehungsweise vollendet werden müssen. Er nannte dabei die Erweiterung und Modernisierung des Klärwerks Gaxhardt als große Aufgabe. „Hier wurde bereits einiges saniert und gebaut, wir liegen dort voll im Plan.“ Der Ausbau der L 2385 zwischen dem Maxenhof und Regelsweiler bis zur bayerischen Grenze konnte erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. „Der Breitbandausbau-Süd steht vor dem Abschluss. Wir können sagen, dass die Internetversorgung in unserer Gemeinde auf einem guten Stand ist.“ Der Bürgermeister bedankte sich für die gute, kooperative und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Gemeinderat Michael Benninger strich heraus: „Es wurde viel geleistet im zu Ende gehenden Jahr. Jetzt gilt es den Blick optimistisch in die Zukunft zu richten.“ Er dankte dem Bürgermeister und dem Rathaus-Team für ihren tollen Arbeitseinsatz.

Der Bürgermeister kritisierte zum Schluss seiner Ausführungen die Politik. „Sie soll sich mehr mit der Lebenswirklichkeit der Menschen beschäftigen. Sie sorgen sich um Wohnraum, der sich immer mehr verteuert, die Zukunft der Industrie, und sie sorgen sich, wie es mit der Energieversorgung weitergeht.“

Wir müssen keine Steuern erhöhen.“

Ralf Leinberger, Bürgermeister

Zurück zur Übersicht: Stödtlen

Mehr zum Thema

Kommentare