St. Leonhardkirche: Fledermäuse kontra Bauarbeiten

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Auch im Innern der St. Leonhardkirche finden derzeit Sanierungsarbeiten statt.
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Die St. Leonhardkirche in Stödtlen wird derzeit renoviert. Welche Arbeiten anstehen, zeigt ein Besuch der Baustelle.

Stödtlen

Schon seit geraumer Zeit ist die St.Leonhardkirche in Stödtlen ein Sanierungsfall. Nach einer Voruntersuchung kamen unerwartet viele Schäden am Gotteshaus zutage. Das Fass zum Überlaufen brachten einzelne Dachziegel, die herabstürzten.

Pfarrer Jens Kimmerle, Josef Helmle, der gewählte Vorsitzende des Stödtlener Kirchengemeinderates, und die freie Architektin Cornelia Welte aus Bad Wurzach gaben nun bei einem Besuch Einblicke in die Sanierungsarbeiten. Bürgermeister Ralf Leinberger nutzte die Gelegenheit und machte sich ebenfalls ein Bild vom Baufortschritt an der im Jahre 1894 im Stile der Neugotik errichteten St. Leonhardkirche.  

Gotteshaus eingerüstet

Das Gotteshaus ist derzeit fast komplett eingerüstet. Im Juli vergangenen Jahres wurde mit den ersten Arbeiten begonnen. Die letzte Dacheindeckung fand 1975 statt, und im Jahr 1995 wurden einzelne Platten ausgetauscht. „Bei den Voruntersuchungen wurde festgestellt, dass das Dach brüchig war und es gab viele kaputte Schieferplatten. Lehmeinschlüsse wurden außerdem registriert“, erklärte Josef Helmle.

„Im Zuge der Sanierung sind die Fensterfugen erneuert worden, die waren recht mürbe“, sagte Architektin Cornelia Welte. Teilweise schadhaftes Glas an den Kirchenfenstern wurde zudem ausgetauscht. Das Gesimsgestein hatte sich im Laufe der Jahre an einigen Stellen gelockert. Das hat man nun wieder verfestigt und die Steinfassade restauriert. „Das Dachtragwerk hatte statische Mängel und Fäulnis wurde entdeckt. Einzelne Knotenpunkte wurden verstärkt“, erklärte Welte weiter. Als Absturzsicherung musste im Kirchenschiff ein Gerüst aufgestellt werden.

Auch im Innern des Kirchenschiffs gibt's Handlungsbedarf. An der Westseite wies die Wand  innen Feuchtigkeitsschäden auf. „Deshalb hat man an den entsprechenden Stellen großflächig den Putz abgeschlagen, der jetzt noch erneuert werden muss“, erklärte Welte.

Bankstrahler sorgen für Wärme

Eine neue Bankstrahler-Heizung erhält die St. Leonhardkirche auch noch, damit es die Kirchenbesucher auch in der kalten Jahreszeit warm haben. Die Heiligenfiguren in der Kirche werden gegen Diebstahl gesichert.  „Sie sind bereits abmontiert und werden noch gründlich von einer Restauratorin gesäubert, mehr ist nicht nötig, da sich die Figuren noch in einem guten Zustand befinden“, erklärte Josef Helmle.

15 Langohrfledermäuse sind vor einiger Zeit im Dach der St. Leonhardkirche eingezogen. „Die haben dafür gesorgt, dass der Bauzeitenplan etwas durcheinandergewirbelt wurde. Uns wurde wegen der Fledermäuse die Auflage gemacht, dass die Sanierungsarbeiten im Kirchenschiffdach nur in der Zeit zwischen September und März erlaubt sind, also in der kälteren Jahreszeit. Im Sommer finden es die Tiere in unserer Kirche offenbar besonders behaglich“, schmunzelte Pfarrer Jens Kimmerle.  

Hoffen auf das Fest

Der gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderates Stödtlen, Josef Helmle, freut sich über den großartigen Zusammenhalt und das Engagement der Bürger und seiner Kirchenmitglieder. „Das zeigt sich in besonderer Weise bei unserem beliebten viertägigen St. Leonhardfest“, sagte er. In der Kirchengemeinde hofft man, dass das St. Leonhardsfest dieses Jahr endlich wieder stattfinden kann.

  • Kosten und ein Blick in die Geschichte
  • Die Kosten: Die Gesamtkosten der Kirchensanierung belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Die Kirchengemeinde Stödtlen trägt insgesamt 656 000 Euro der Kosten. An Spenden müssen 35 000 Euro erbracht werden. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart übernimmt über eine Million Euro der Aufwendungen und 160 000 Euro steuert das Landesdenkmalamt als Zuschuss bei.
  • ur Geschichte: Die Kirche in Stödtlen findet erstmals 1229 eine urkundliche Erwähnung. Im Jahre 1632 brannte dieser frühe Kirchenbau ab. Teile wurden beim Wiederaufbau 1658/60 erhalten. Dieser Bau wich 1893 aufgrund des Bedarfes nach einer größeren Kirche einem Neubau. 
Die St. Leonhardkirche ist innen derzeit eingerüstet und die Ausstattung ist wegen Staubbildung abgedeckt.
Josef Helmle, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderates Stödtlen, erläutert Bürgermeister Ralf Leinberger, Pfarrer Jens Kimmerle und der Architektin Cornelia Welte (von rechts) die Baufortschritte an der St. Leonhardkirche.

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