Wann das "Repowering" rentabel wird

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Zwei neue Windkraftanlagen enstehen derzeit im Windpark "Freihof" zwischen Gerau und Birkenzell auf der gemarkung der Gemeinde Stödtlen.
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Das Ellwanger Unternehmen Uhl Windkraft baut im Windpark "Freihof" zwei neue Anlagen mit je 3,6 Megawatt Leistung. Die drei alten dort bringen nur je 1,2 Megawatt.

Stödtlen

Bundesweit stockt der Ausbau der Windenergie, nur in Stödtlen nicht. Im Windpark "Freihof", windgünstig auf der Liaskante gelegen, werden derzeit zwei neue Anlagen errichtet. Das eine Windrad steht bereits, am anderen wird noch gearbeitet.

Projektierer ist das Ellwanger Unternehmen Uhl Windkraft, das zwischen Gerau und Birkenzell bereits die drei bestehenden Anlagen gebaut und an Investoren verkauft hat. Jetzt kommen zwei neue hinzu mit einer Nabenhöhe von jeweils 87 Meter. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 126 Meter, die Leistung der beiden Anlagen vom Typ Vestas V126 liegt bei je 3,6 Megawatt. Zum Vergleich: Die drei bestehenden Anlagen im Freihof haben eine Leistung von lediglich je 1,2 Megawatt. Wäre es da nicht rentabel, die alten Anlagen durch neue Technik zu ersetzen, ein sogenanntes Repowering?

"Für die alten Anlagen, erbaut 2006, läuft noch die garantierte Einspeisevergütung", erklärt Maximilian Weiß, Projektleiter bei Uhl Windkraft. Diese garantierte Einspeisevergütung greift allerdings nur, wenn der am Spotmarkt gehandelte Preis sonst unter diese sinken würde. Die aktuellen Strompreise bringen den Betreibern der Windkraftanlagen in der Regel deutlich mehr als die staatliche garantierte Vergütung. Wenn eine neue Anlage dann das Dreifache der ursprünglichen Leistung bringen könnte, ist Repowering möglicherweise interessant.

Allerdings ist es nicht ganz einfach, ein älteres Windrad durch ein neueres Modell zu ersetzen. "Alte Anlagen müssen mit Haut und Haar zurückgebaut werden", macht Weiß deutlich. Rotoren, Kanzel, Turm und sogar das Fundament müssen für eine neue Anlage komplett demontiert, wenn möglich recycelt, ansonsten anderweitig entsorgt werden. Beim Repowering müsse komplett neu geplant und gebaut werden, selbst wenn die neue Anlage nicht wesentlich höher wird als die, die ersetzt werden soll. Am Standort Freihof gilt beispielsweise die Höhenbeschränkung von 150 Meter.

Die einzige Synergie beim Ersetzen älterer Windkraftanlagen durch neue Modelle, ergibt sich demnach durch die "Hardware in der Peripherie", wie es Maximilian Weiß ausdrückt. Das sind etwa die Zufahrten, Aufstellplätze und die Leitungen, über die der erzeugte Strom abgeführt wird. Diese Infrastruktur kann je nachdem wie weit der nächste Einspeisepunkt entfernt liegt, beträchtliche Kosten verursachen. Im Windpark "Freihof" wird der erzeugte Strom direkt an das Umspannwerk Ellwangen geleitet und von dort in das Mittelspannungsnetz eingespeist.

Hinzu kommt: beim Repowering muss auch das gesamte Genehmigungsverfahren erneut durchlaufen werden, macht Weiß deutlich. Eine Gesetzesnovelle sei zwar in Arbeit, doch bis wann eine Erleichterung im Genehmigungsverfahren kommt, ist noch offen. Dies ist ein wesentlicher Grund, weshalb das Repowering derzeit noch wenig Fahrt hat. Uhl Windenergie hat bundesweit schon 200 Anlagen projektiert, aktuell arbeite man nur an einem Repoweringprojekt, in Coburg.

Ein durchaus interessanter Standort, um eine neue, leistungsstärkere Anlage zu errichten, wäre womöglich das Windrad am Ortseingang von Ellenberg. Es ist die älteste Windenergieanlage im Raum Ellwangen, errichtet vor über 20 Jahren. Auch diese Anlage wird von Uhl Windkraft betrieben. "Wir prüfen natürlich auch dort, ob ein Repowering sinnvoll ist", sagt Weiß. Das sei auch abhängig davon, ob teure Reparaturen anstehen. Derzeit laufe die WKA Ellenberg allerdings noch anstandslos. Abgeschrieben und technisch einwandfrei: günstiger lässt sich Windstrom nicht erzeugen.

Zwei neue Windkraftanlagen entstehen derzeit im Windpark "Freihof" zwischen Gerau und Birkenzell auf der Gemarkung Stödtlen.

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