Tannhausen: Siegfried Czerwinski setzt auf Transparenz und Kommunikation

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Siegfried Czerwinksi setzt bei seiner Arbeit als Rathauschef auf Transparenz und Kommunikation.
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Im Gemeinderat Tannhausen setzt der neue Bürgermeister Siegfried Czerwinski deutliche Akzente.

Tannhausen. Transparenz und Kommunikation hatte er sich bei der Bürgermeisterwahl in diesem Jahr groß auf die Fahnen geschrieben: Tannhausens neuer Bürgermeister Siegfried Czerwinski. Dass der Nordrhein-Westfale dieses Wahlversprechen auch umsetzt, zeigte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rathaus. Auf der Tagesordnung standen gleich mehrere Themen, die es für gewöhnlich nicht in den öffentlichen Teil einer Gremiumssitzung schaffen.

Schon die Ouvertüre war am Montagabend  ungewöhnlich. Czerwinski eröffnete die Sitzung mit einer Bürgerfrageviertelstunde. Für den Gemeinderat Tannhausen war das eine echte Premiere. Wer von den anwesenden Bürgern eine Sachfrage hatte, durfte sich melden. Wobei der neue Rathauschef dem Publikum im rappelvollen Sitzungssaal klare Regeln vorgab. Jedem stehe nur eine Frage zu, damit die Viertelstunde nicht zu einer mehrstündigen Angelegenheit wird, erklärte der neue Rathauschef in ruhigem, aber auch sehr bestimmtem Ton. Außerdem sei die Bürgerfrageviertelstunde nicht dafür gedacht, Einzelschicksale zu erötern oder allgemeine politische Themen.  Und so traute sich am Ende nur einer aus dem Publikum aus der Deckung. Florian Frenzel meldet sich zu Wort und wollte wissen, wann endlich eine Verkehrsberuhigung in den Teilorten Riepach und Bleichroden kommt. "Viele nutzen die Ortsdurchfahrten derzeit als private Rennstrecke. Es ist echt extrem, was wir da erleben müssen", monierte Frenzel. Czerwinski stimmte zu, dass hier Handlungsbedarf bestehe. "Aber wir können über die Straße leider nicht so verfügen, wie wir es gerne wollen", fügte der Bürgermeister an. Man müsse sehen, was man in Absprache mit den übergeordneten Behörden erreiche könne. "Das ist ein richtig dickes Brett. In diesem Jahr wird sich da ganz sicher nichts mehr tun", informierte Czerwinski.

Mehr Geld für den Kämmerer

Beraten wurde in öffentlicher Sitzung dann auch noch über Personalfragen beziehungsweise Personalkosten. Was äußerst ungewöhnlich ist. Konkret ging es dabei um die Höhergruppierung des Tannhausener Kämmerers David Scheiner,  der bislang nach E12 bezahlt wurde und künftig - auf Vorschlag des Bürgermeister - nach E13 entlohnt werden wird. Wie Czerwinski in diesem Zusammenhang betonte, mache das für die Gemeinde lediglich 1000 Euro mehr im Jahr aus. "Das ist wirklich nur ein Äpfelchen." Die Höhergruppierung sei deshalb auch eher als ein Zeichen der Wertschätzung zu verstehen. Es gehe darum, eine gute Fachkraft zu halten. In diesem Zuge verwies der Bürgermeister darauf, dass Kämmerer in vielen anderen Gemeinden Beamtenstatus hätten und deutlich mehr verdienten. So würden Gemeinden wie Stödtlen oder Adelmannsfelden für ihre verbeamteten Kämmerer 109 700 Euro im Jahr aufbringen, in Tannhausen wird der Kämmerer im Angestelltenverhältnis selbst nach der Höhergruppierung zum 1. Januar 2023  die Gemeinde "nur" 93 000 Euro kosten. Angesichts der enormen Arbeitsverdichtung auf dieser Position sei die Erhöhung mehr als gerechtfertigt, unterstrich der Bürgermeister. Der Gemeinderat schloss sich an und stimmte ohne große Diskussion geschlossen zu.

8000 Euro Umzugskostenvergütung und Trennungsgeld

Öffentlich abgestimmt wurde in der Sitzung dann auch noch über die Umzugskostenvergütung sowie das Trennungsgeld, das dem neuen Tannhausener Bürgermeister gemäß Landesumzugskostengesetz zusteht -  rund 8000 Euro. Da sich Siegfried Czerwinski an dieser Stelle für befangen erklärte, leitete der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Körner die Beratung. Wie Körner erklärte, seien Czerwinski zwischen dem 21. Juni und dem 29. August  Kosten für eine getrennte Haushaltsführung entstanden. Diese getrennte Haushaltführung sei notwendig gewesen, damit Czerwinski die Dienstgeschäfte in Tannhausen schnellstmöglich übernehmen konnte. Auch an dieser Stelle gab es im Gremium keine Diskussionen. Der Gemeinderat sagte dem neuen Rathauschef Umzugskostenvergütung und Trennungsgeld einmütig zu. "Unser neuer Bürgermeister ist halt uns lieb und teuer", merkte Körner mit einem Augenzwinkern an. Czerwinski nahm den Ball witzelnd auf: "Vor allem teuer." Wobei er unterstrich, dass er sich diese Vorgaben nicht selbst ausgedacht habe und für die Berechnung auch nichts könne. Die sei vom Gesetzgeber so vorgegeben. Für ihn sei es aber wichtig, auch diese Entscheidung transparent zu machen. "Sonst bekommt das noch ein Geschmäckle."

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