Alles steht und fällt mit Zuschüssen

+
Der Kindergarten St. Maria in Tannhausen. Wenn alles gut geht, kann frühestens Ende 2023 der Umbau fertig sein. SP-Archivfoto: rat
  • schließen

Warum es in Sachen Kindergartenumbau in Tannhausen so schleppend vorangeht, Kinder keinen Platz bekommen und Eltern „in der Luft hängen“.

Tannhausen

Wie steht es um den Kindergartenumbau in Tannhausen? Den jungen Eltern der Gemeinde brennt das Thema unter den Nägeln. Den Gemeinderatsmitgliedern genauso. Mehrfach drängten sie in der jüngsten Sitzung darauf, das Thema voranzutreiben.

Die Eltern hätten einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung, die Zahl der Kinder steige an. „Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass der Kindergarten um eine vierte Gruppe, eine Krippen-Gruppe, erweitert wird“, sagt Hauptamtsleiterin Ulla Leinberger. „Unser Gebäude ist 50 Jahre alt. Unter anderem müssen Sanitäranlagen, Elektrik und das Dach saniert werden“, erläutert Kindergartenleiterin Gabriele Hurler.

Gut 2,5 Millionen Euro koste die Maßnahme, so Leinberger. Darin enthalten sind rund 300 000 Euro, die das Containerdorf, das für 15 Monate neben dem Friedhof eingerichtet werden und die Kindergartenkinder für die Bauzeit beherbergen soll, kostet.

„Die Anträge von kirchlicher Seite haben wir eingereicht“, sagt Pfarrer Jens Kimmerle. Anfang Dezember müsste die Kirchengemeinde aus Rottenburg Bescheid bekommen, inwieweit die Finanzen der Diözese ausreichen. „Im letzten Jahr haben wir eine Absage bekommen, da wir keine Bedarfshochrechnung vorweisen konnten.“ Die hätte das Rathaus vorlegen müssen.Kirchenpfleger Karl Negraschis erklärt, was alles „schief lief“: Die Stelle, die sich beim katholischen Verwaltungszentrum um die Angelegenheit kümmere, sei monatelang verwaist gewesen.

Rottenburg hat abgelehnt

Der Antrag vom Dezember 2020 war seitens Kirchengemeinde vollständig gewesen. Daher hätte ihn Rottenburg abgeschmettert. In Tannhausens Rathaus sei Kämmerer Franz Werner, der sich immer um die Belange des Kindergartens gekümmert habe, krank geworden. „Wir haben auf beiden Seiten die Leute verloren, die uns unterstützt hätten. Das war enormes Pech. Wir haben alles versucht, das durchzubekommen“, versichert Negraschis, der es sehr bedauert, dass alles „so schleppend vorangeht“. Eine geplante Infoveranstaltung für die Bürger habe abgesagt werden müssen. Der jetzige Leiter des katholischen Verwaltungszentrums, Roland Herzog, wolle in Tannhausen keine Stellungnahme abgeben, solange die Diözese keine Zahlen dargelegt hat.

Haase sucht Gespräch mit RP

Bürgermeister Manfred Haase sagt, er suche derzeit das Gespräch mit dem Regierungspräsidium. Die Kommune ist mit 80 Prozent an dem Projekt beteiligt. Bis zum 1. Februar 2022 müsse der Antrag für den Ausgleichsstock gestellt werden. Im Sommer werde entschieden, ob und in welcher Höhe Tannhausen Finanzhilfe für seinen Kindergarten bekomme, im Herbst könne dann – wenn alles glatt geht – ausgeschrieben werden. Baubeginn wäre dann Anfang 2023, die Fertigstellung Ende 2023. Alles sei abhängig von den Zuschüssen.

Bedarfsanalyse fehlt

Das Grundproblem in Tannhausen sei aber die nicht umgesetzte Bedarfsanalyse, so Pfarrer Jens Kimmerle. „Wir haben viel zu wenig Platz.“ Zwölf Kinder hätten in dem laufenden Kindergartenjahr im Kindergarten St. Maria aufgenommen werden sollen. Doch es gab keine freien Plätze. Für die Dreijährigen ja, aber nicht für die Jüngeren, die wegen des höheren Betreuungsaufwands zwei Plätze „belegen“. Der räumliche Platz sei gar nicht das eigentliche Problem gewesen. Doch die Finanzierung sei zu 100 Prozent Aufgabe der bürgerlichen Gemeinde. Diese habe im Frühjahr nicht absehen können, ob die zusätzlichen sechsstelligen Personalkosten leistbar gewesen wären.

„Wir haben einiges versucht, ob andere Modelle vorübergehend Sinn machen“, erklärt der Pfarrer. Doch dies sei an der knappen Zeit und einer fehlenden finanziellen Verlässlichkeit gescheitert. Mindestens zwei Eltern seien nach Stödtlen und Ellenberg in den Kindergarten ausgewichen, weiß der Kirchenpfleger.

Zurück zur Übersicht: Tannhausen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare