Bebauungsplan "Roderslache 3.2" soll verändert werden

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Blick auf Tannhausen und das Baugebiet Roderslache (rechts), wo nun eine verdichtete Bebauung und eine zweite Zuwegung geprüft wird.
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Anlieger sammelten Unterschriften gegen zunehmenden Verkehr und der neue Bürgermeister Siegfried Czerwinski will nun den Plan prüfen lassen.

Tannhausen

Eine üppige Tagesordnung und eine große Zuhörerschaft prägten die erste "Arbeitssitzung" des neuen Bürgermeisters Siegfried Czerwinski. Gut vorbereitet, freundlich auftretend und mit einer klaren Sitzungsleitung bewies der neue Schultes Führungsqualität.

Die meisten der rund 20 Bürgerinnen und Bürger dürften wegen des Baugebiets "Roderslache" gekommen sein. In dem großen Wohngebiet an der Sechta am Ortseingang Richtung Bleichroden, das bereits seit Jahrzehnten Stück für Stück erweitert wird, läuft der dritte Bauabschnitt. Bald sollen hier 100 Häuser stehen. Die Anlieger "am Brühl", der einzigen Zufahrtsstraße, befürchten immer stärkeren Verkehr und gefährliche Straßenverhältnisse in ihrem Wohngebiet. Sie kritisieren die aktuelle Planung des Abschnitts "Roderslache 3.2".

In dem neuen Bürgermeister haben sie einen Fürsprecher gefunden: Er will prüfen lassen, ob sich der Bebauungsplan noch grundlegend überarbeiten lässt, bevor er in die Ausführungsplanung geht. Ihm geht es nicht nur darum, eine zweite Zufahrt in das Wohngebiet zu schaffen, sondern auch um neue Wohnformen. "Der Bebauungsplan entspricht nicht mehr den Ansprüchen an ein Wohngebiet", sagte er und wies auf die Wohnungsknappheit in Tannhausen hin. "Der aktuellen Wohnungsnot können wir nicht mehr nur mit Einfamilienhäusern begegnen", sagte er. Mietwohnungen gebe es im Ort praktisch nicht und er wisse von Leuten, die deshalb nach Stödtlen gezogen seien.

Ob und wo in der "Roderslache" moderne Wohnformen, Mehrfamilienhäuser, sozialer Wohnraum, betreutes Wohnen geschaffen werden könne, soll nun rechtlich geklärt werden. Man werde zunächst Auskünfte einholen und bevor ein konkretes Planungsbüro beauftragt werde, solle der Gemeinderat neu entscheiden. Dieser Vorgehensweise stimmte das Gremium geschlossen zu.

Indessen geht die Erschließung der "Roderslache 3.1" weiter mit dem Straßenbau. Der Gemeinderat vergab Bauarbeiten für 1,35 Millionen Euro an das Bauunternehmen Georg Eichele aus Untergröningen. In dem Gesamtpaket, das Manuela Bergdolt vom Ingenieurbüro Stadtlandingenieure vorstellte, ist auch eine Gehwegsverlängerung in Riepach enthalten. Das günstigste Angebot liege im Rahmen der Kostenschätzung, sagte sie: "Wir machen eine gute Punktlandung."

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