Bürgermeisterwahl Tannhausen: Zwei Favoriten für die zweite Runde

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Bürgermeister Manfred Haase (Zweiter von links) und sein Team hatten nach rund 40 Minuten Auszählen das Ergebnis parat. Auch die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden waren gekommen und hatten gespannt die Verkündung des Ergebnisses erwartet.
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Siegfried Czerwinski und Daniel Göggerle haben im ersten Wahlgang klar die Nase vorn. Eine absolute Mehrheit jedoch hat keiner der sechs Kandidaten geschafft.

Tannhausen

Sonntagabend, 18.55 Uhr. Rund 200 Tannhäuser Bürgerinnen und Bürger strömen in die Turn- und Festhalle, haben schon ein Weilchen draußen ausgeharrt, während drinnen im Eiltempo das Ergebnis der Bürgermeisterwahl ausgezählt wurde. Punkt 19 Uhr tritt Noch-Amtsinhaber Manfred Haase ans Mikro. Und spannt dann auch nicht lange auf die Folter.

Im ersten Wahlgang hat es keiner der sechs Kandidaten geschafft, die 50-Prozent-Hürde zu knacken, die absolute Mehrheit zu erreichen. Doch damit hatte auch keiner der Bewerber wirklich gerechnet. Zu viel gute Auswahl hatte Tannhausen. 1850 Einwohner hat die Gemeinde, 1502 sind wahlberechtigt, 70,17 Prozent davon zur Wahl gegangen.

Die Nase vorn

Und so verteilen sich die 1054 abgegebenen Stimmen auf die Kandidaten:

Klar die Nase vorn hat Siegfried Czerwinski , Diplom-Verwaltungswirt aus Wesel. Der 42-Jährige hat 400 Stimmen abgeräumt, was 37,95 Prozent der abgegebenen Stimmen entspricht. Staunen steht in seinem Gesicht, als Haase die Zahlen verliest. „Ich bin total zufrieden, glücklich. Das hätte ich nicht erwartet, dass ich mich so an die Spitze kämpfen kann“, sagt er direkt nach Verkünden des Ergebnisses. „Das bedeutet jetzt weitere zwei Wochen Zittern und Bibbern und vor allem,wieder viel in Tannhausen unterwegs sein.“ Zuspruch gibt’s von Bürgern, die gekommen waren. Hier dankt er auch für die Unterstützung und Hilfestellung, die er erfährt. „Niemand kannte mich bis vor wenigen Wochen“, staunt er selbst. Und ruft dann schnell zuhause an. „Die müssen ja auch das Ergebnis erfahren.“

Der zweite klare Sieger ist der Jüngste der Kandidaten. Daniel Göggele , der 27-jährige studierte Agrarfachberater aus dem Stödtlener Ortsteil Stillau, der sich mit Tannhausen sehr verbunden fühlt, hier in den Kindergarten und zur Schule ging, beim VfB und dem Musikverein Tannhausen aktiv ist. An ihn gingen 319 der Stimmen, 30,26 Prozent und ein dicker Applaus vom Publikum.

„Es bleibt spannend“, sagt Göggerle. Diese Etappe sei geschafft. Jetzt gelte es, eine Strategie zu entwickeln, zusätzliche Wähler zu gewinnen. Zuspruch und Schulterklopfen gibt’s auch für ihn von den Tannhäusern: „Die Leute wissen, was sie an Dir haben.“

Daniel Ott , der die Gemeindekasse in Ellenberg leitet und mit Frau Annemarie und seinen drei Kindern im Nördlinger Stadtteil Löpsingen wohnt, hat 21,06 Prozent der Stimmen für sich gewinnen können: in Zahlen 222. Wie er weitermachen will, will der 41-Jährige mit seiner Frau in den nächsten Tagen besprechen und dann entscheiden. „Ich muss mich erst mal sortieren.“

Das Ergebnis des Kirchheimer Diplom-Politologen Stephan Slavik ist überraschend. Für ihn und wohl auch so manch' anderen. Der Wahlkampf des 46-jährigen Familienvaters war intensiv und engagiert gewesen. 105 Stimmen, 9,96 Prozent sind es für ihn geworden. „Das spiegelt nicht das, was ich in den vielen Gesprächen und öffentlichen Runden in den vergangenen Wochen erlebt und erfahren habe“, sagt er. Er will in den kommenden Tagen einige Gespräche führen, mit seiner Frau reden, eruieren, wie es weitergeht.

Frank Sailer , 55-jähriger Kaufmann aus Kerkingen, hat drei Stimmen bekommen, Manfred Meyer , 55-jähriger Trochtelfinger Polizeioberkommissar zwei – und Noch-Amtsinhaber Manfred Haase drei Stimmen. Obwohl er gar nicht mehr kandidiert hatte.

Am 22. Mai geht's ein weiteres Mal an die Urne

In zwei Wochen, am Sonntag, 22. Mai, geht’s für die Tannhäuser ein zweites Mal an die Urne. Hoffentlich wieder mit so guter Wahlbeteiligung. Bis Mittwochabend – 11. Mai - 18 Uhr müssen die Bewerber der Verwaltung mitteilen, ob sie weiterhin kandidieren. Wer sich nicht meldet, steht automatisch auf dem Stimmzettel. Grundsätzlich ist es auch möglich, dass bis Mittwoch noch ein ganz neuer Kandidat seinen Hut in den Ring wirft. Klar ist: Am 22. Mai reicht dann auch eine einfache Mehrheit.

Im Team wurde ausgezählt und gerechnet: Von der Verwaltung Heike Abele (von links), Carina Geis, Bürgermeister Manfred Haase, der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Körner und Hauptamtsleiterin Ulla Leinberger.
Daniel Göggerle, der Mann mit den zweitmeisten Stimmen im ersten Wahlgang.
Siegfried Czerwinksi hat die meisten Wählerstimmen beim ersten Wahlgang bekommen.
Rund 200 Tannhäuser kamen am Sonntagabend zur Turn- und Festhalle und warteten gespannt auf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl.
Rund 200 Tannhäuser kamen am Sonntagabend zur Turn- und Festhalle und warteten gespannt auf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl.

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