Ein (Zug-)Ticket ins Paradies

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Carmen Goldammer-Bereth betreibt zusammen mit ihren Eltern eine große Gärtnerein und das gemütliche Zugcafé.
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Wer für seinen Nachmittagskaffee eine besondere Location sucht, muss unbedingt ins Zugcafé nach Tannhausen kommen.

Tannhausen

Es gibt fraglos viele tolle, lauschige Cafés auf der Ostalb. Aber dieses Café gibt es im Landkreis garantiert nur ein einziges Mal: das Zugcafé in Tannhausen. Es empfängt seine Gäste tatsächlich in beziehungsweise vor originalen historischen Eisenbahnwaggons.

Wer das Zugcafé in Tannhausen sucht, muss dazu die Gärtnerei Goldammer am Ortseingang, aus Richtung Ellwangen kommend, ansteuern. Durch ein großes Tor geht es hier zunächst über das parkähnliche Gelände der Gärtnerei, ehe man schließlich in einem Café landet, dass es so nirgendwo sonst im Ostalbkreis gibt. Auf Schienen stehen drei alte historische Waggons. In der kalten Jahreszeit werden hier die Gäste des Cafés indoor bewirtet. Im Sommer sitzt man selbstverständlich draußen, vor den Waggons – man kann es nicht anders sagen: in einem wahrhaftigen Gartenparadies samt kleinem Streichelzoo.

Ein Konzept, das ankommt. Die Besucher des Zugcafés kommen aus der ganzen Region und sind begeistert. Von der Örtlichkeit und auch vom Angebot. Die Tasse Kaffee gibt es im Zugcafé noch für unschlagbare 1,90 Euro. Für ein Stück Kuchen oder Torte werden zwischen 2,80 und 3,20 Euro fällig. Was auf den Tellern landet, entscheidet die angestellte Bäckerin des Cafés, die sich immer wieder für neue Rezepte erwärmen kann. Und so werden Gäste auch schon mal mit außergewöhnlichem Backwerk, wie einer Aperol-Torte, überrascht: „Die war wirklich der Hammer“ , schwärmt Carmen Goldammer-Bereth. Die 33-jährige studierte Betriebswirtin und gelernte Floristin betreibt gemeinsam mit ihren Eltern, Gerhard und Edith, das Zugcafé und die Gärtnerei.

„Das Zugcafé“, sagt Carmen Goldammer-Bereth, „ist schon immer der Traum meines Vaters gewesen. Die Idee hatte er aus einem Urlaub mitgebracht.“ Die Umsetzung sei dann aber gar nicht so einfach gewesen.  Alte ausgemusterte Zugwaggons – zu erschwinglichen Preisen – waren und sind kaum zu bekommen. Als sich vor rund zehn Jahren dann überraschend die Gelegenheit auftat, schlug die Familie zu und erstand 2012 drei historische Waggons, die bis dahin in Hamburg gestanden hatten. Sie wurden vor zehn Jahren per Tieflader nach Tannhausen transportiert und dort auf bereits verlegte Schienen gestellt. Das Zugcafé  in Tannhausen war geboren.

Seitdem hat sich der Gastronomiebetrieb – trotz eingeschränkter Öffnungszeiten - zu einem wichtigen zweiten Standbein der Gärtnerei entwickelt. Das Café brummt. Neben Kaffee und Kuchen, kommen die Menschen besonders gerne und zahlreich auch zu den Pizzaabenden, die von Juni bis einschließlich September, immer donnerstags von 17 bis 22 Uhr stattfinden. Dann packt die ganze Familie Goldammer an, um die vielen Gäste mit Flammkuchen oder diversen Pizzen zu verköstigen, die übrigens auch zu äußerst fairen Preisen angeboten werden. Eine hausgemachte Gärtnerin-Pizza mit Tomaten, Käse und verschiedenem Gemüse kostet im Zugcafé 9,50 Euro, einen Flammkuchen Classic mit Zwiebelringen und Speck gibt es für 7,50 Euro und eine Bruschetta für 4,50 Euro. Alles mit Liebe handgemacht versteht sich.

Ein absoluter Publikumsmagnet ist darüber hinaus der Weihnachtsmarkt bei Familie Goldammer. Nachdem der coronabedingt im vergangenen Jahr nur eingeschränkt über die Bühne gehen konnte, soll er in diesem Jahr wieder ein Großereignis sein. An dem Wochenende im November werden dazu Tausende Besucher in Tannhausen erwartet.

Eventuell werden auch die Cocktailabende wieder aufleben, die vor Corona zum festen Zugcafé-Programm gehörten. Und ganz vielleicht wird das beliebte Café irgendwann auch noch am Sonntag seine Pforten für Gäste öffnen. Laufen würde es, ist Carmen Goldammer-Bereth überzeugt. Es gebe da nur ein einziges, kleines Problem. „Dafür fehlt uns im Moment das nötige Personal. Das ist derzeit einfach nicht zu bekommen.“

Was man über das Zug-Café wissen muss:

Das Zug-Café hat montags, dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An jedem ersten und dritten Freitag und Samstag im Monat finden Frühstücksbuffets statt (die Termine werden auf der Homepage, www.gaertnerei-goldammer.de, veröffentlicht). Jeden Donnerstag ist von Juni bis einschließlich September Pizzaabend von 17 bis 22 Uhr. Außerdem wird es am 25. August eine kleine Premiere in dem Café geben. Dann findet hier erstmals ein Livekonzert mit der Ellwanger Band Akustik Fellows statt.

"So schön": Sitzecke im Zugcafé Tannhausen.
Das Zugcafé in Tannhausen bietet in seinen drei alten Waggons rund 40 Plätze.
Malerisch: der Zugang zum Zugcafé.
Idylle pur bietet das Zugcafé in Tannhausen.

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