Pflicht auch zum Schutz der Sechta

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Regenüberlaufbecken - Kläranlage Tannhausen Archivfoto: rat
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Tannhausen nimmt den nächsten Abschnitt der aufwendigen Kläranlagen-Sanierung in Angriff und 360 000 Euro dafür in die Hand.

Tannhausen

Rund 40 Jahre hat die Sammelkläranlage Tannhausen auf dem Buckel. Es besteht dringender Sanierungsbedarf. Da aber nicht alles auf einmal geht, arbeitet die Gemeinde die anstehenden Maßnahmen Stück für Stück ab. Oberste Priorität hatten die Abwasserpumpwerke in Riepach und Bleichroden. Die waren in den vergangenen beiden Jahren an der Reihe und sind nun in Schuss. Jetzt geht’s an den zweiten Bauabschnitt: Das Regenüberlaufbecken soll fit für die Zukunft gemacht werden. Dafür hat der Gemeinderat am Montag einstimmig den Bau- und Ausschreibungsbeschluss gefasst.

„Motor, Drosselschieber und Schaltanlage sind veraltet“, sagt Bauingenieur Andreas Strobel vom Ellwanger Büro "stadtlandingenieure". Ersatzteile gebe es entweder gar nicht mehr oder seien schwer zu bekommen. Da es keine Durchlaufmessung gibt, und auch keine automatische Steuerung, muss bei Regenwetter der Motorschieber per Hand bedient werden. Etwas, was Klärwärter Steffen Witzinger und Bauhofleiter Markus Lutz immer übernommen haben. Genauso wie das mühselige Säubern und Wiederanwerfen, wenn die einzige Pumpe ausgefallen ist. Das ist nicht zukunftsfähig, kein heute angemessener Standard und in Sachen Gewässerschutz auch nicht ausreichend sicher. Denn wenn die Einzelpumpe, die auch nicht ausreichend automatisiert ist, länger ausfällt, kann das Becken nicht entleert werden und dieses entlastet durch einen Abfluss in die Sechta. Und das darf nicht über Gebühr sein.

Dass saniert werden muss, diese Hausaufgabe hat die Gemeinde längst vom Landratsamt bekommen. Wegen anderer wichtiger Projekte, hatte diese Pflichtaufgabe geschoben werden müssen, so Bürgermeister Manfred Haase. Doch jetzt will die Gemeinde rund 360000 Euro in die Hand nehmen, für einen neuen Schieber, Drosselschacht mit Messstrecke, eine automatische Steuerung, den Rückbau und eine Doppelpumpe, die dann immer abwechselnd in Betrieb sein kann und sich gegenseitig „vertreten“, wenn die Eine mal wieder lahmgelegt ist durch Äste oder Dinge, die im Abwasser nichts verloren haben. Zwanzig Prozent habe er schon mal auf die Preiskalkulation draufgeschlagen, so Strobel. „Wir müssen zur Zeit mit so hohen Zuschlägen rechnen“, bedauert er. Auf die Nachfrage, ob es sinnvoll sei, hier Fertigteile zu verbauen, bestätigt er: „Ja! An dieser Stelle ist das verdammt wichtig, dass alles dicht ist.“ Und das lasse sich über die Fertigteile gut gewährleisten.

Mittelfristig geht es 2023 und 2024 weiter im dritten und vierten Bauabschnitt. Und anderem steht dann das Thema Phospatfällung an, das bislang bei so kleinen Anlagen wie der in Tannhausen nicht nötig gewesen war, wie Haase erläutert. „Wenn es der Haushalt zulässt, sind wir Ende 2024 fertig und haben die Kläranlage auf dem aktuellen Stand.“

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