Tempo 30 lässt seit neun Monaten auf sich warten

+
Seit vielen Jahren kämpfen die Zöbinger um den Lärmschutz für die Anwohner der Landesstraße 1060. Vor einem dreiviertel Jahr entschied sich der Gemeinderat klar für Tempo 30 für Lastwagen. Bislang ist noch immer nichts umgesetzt. Foto: pe
  • schließen

Warum sich nach der großen Erleichterung im Oktober Frust breit macht in Zöbingen. 

Unterschneidheim-Zöbingen. Tempo 30 für Lkw in der Zöbinger Ortsdurchfahrt. Dafür kämpfen die Anwohner seit über zehn Jahren. Zurecht. Wie ein Lärmgutachten längst gezeigt hat.

Im Herbst hatte der Ortschaftsrat klar für ein Tempolimit für Lastwagen gestimmt, der Gemeinderat dann anschließend mit sich gerungen. Es galt einen Kompromiss zu finden zwischen Gesundheitsschutz der Anwohner an der Landesstraße 1060, die so einiges an Schwerlastverkehr auszuhalten haben. Und der Berücksichtigung der Tatsache, dass halt jeder gerne flott von A nach B kommt und von einem Tempolimit etwas ausgebremst wird: Private genauso wie Busse oder Firmen. Das Lärmgutachten selbst würde locker für eine Geschwindigkeitsbegrenzung für alle reichen. Doch dafür hat sich der Unterschneidheimer Gemeinderat am 11. Oktober vergangenen Jahres nicht ausgesprochen. Eben, um alle Interessen irgendwo unter einen Hut zu bringen.

Aus dem Publikum hatte es ordentlich Applaus gegeben. Erleichterung. Endlich hatte der über ein Jahrzehnt andauernde Kampf ein Ende. So dachten sie, die Zöbinger. Vor einem dreiviertel Jahr. Inzwischen hat sich Frust breitgemacht.

„Wir leiden“, brachte Ortschaftsratsmitglied Klaus Buchstab, der selbst Betroffener ist, am Dienstagabend bei der Versammlung des Gremiums auf den Punkt. „Wir warten seit Jahren und können so nicht noch monatelang weitermachen. Der Verkehr wird immer schlimmer“, schilderte er. „Nach unserem Beschluss im Gemeinderat im Oktober, dachten wir, dass das nach ein paar Wochen umgesetzt und erledigt ist“, sagte Ortsvorsteher Roland Gloning. Für Gerhard Kohnle unverständlich: „Das ist doch von unserer Seite beschlossene Sache. Das Lärmgutachten ist eindeutig. So was kann man doch durchwinken.“

Antrag bei Behörden

Bürgermeister Johannes Joas erklärte, es gebe strenge rechtlich Vorschriften, wann Tempo 30 angeordnet werden könne. Der Antrag sei mehrere Monate lang beim Landratsamt bearbeitet worden, der Kontakt dorthin gut. Beim Regierungspräsidium allerdings jemanden zu erreichen, schwierig. Sabine Beck schickte eine Bitte nach Stuttgart: „Wir hoffen sehr auf eine zügige Entscheidung. Es geht um die Gesundheit der Anwohner.“ ⋌⋌⋌

⋌Panja Tillmann-Mumm

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

Kommentare