Theresia Nagler zeigt „Vergangene Kinderträume“

+
Über Tausend Exponate hat die Sammlerin Theresia Nagler in ihrer neuesten Ausstellung mit dem Titel „Vergangene Kinderträume“ ausgestellt. Foto: HA

Von Puppenstuben über Aufziehtiere und Autos bis hin zum Schaukelpferd und Puppenwagen.

Unterschneidheim. Kinderträume in Sachen Spielzeug hat es schon immer gegeben, auch schon vor 100 Jahren und mehr. Betritt man den Ausstellungsraum der 91-jährigen Sammlerin Theresia Nagler in Unterschneidheim, Ziegelhütte 30, wird man sofort gefangen genommen, gefangen von weit über 1000 Exponaten, die darin erinnern, was bei Kindern früher leuchtende Augen und Freude ausgelöst hat. So passt der Titel der Ausstellung bestens: Vergangene Kinderträume.

Man sollte sich schon Zeit nehmen, wenn man von Theresia Nagler durch die Ausstellung geführt wird, denn die 91-Jährige weiß fast zu jedem Stück etwas aus der Geschichte. Das kommt vielleicht auch davon, weil sie früher selber mit solchem Spielzeug – Sie erinnert sich noch gut an eine Schildkröt-Puppe - gespielt hat. Aber sie weiß auch sonst ziemlich genau, welche Firma was hergestellt hat und hat dazu auch die richtigen Daten im Kopf. Hut ab. Dieses Jahr aber hat sie es nicht mehr ganz alleine geschafft: „Die Puppenstuben waren mir einfach zu schwer“, erzählt sie und dankt Holger Schneider, Elisabeth Thum und Bärbel Wille, die beim Aufbau tatkräftig mit zugelangt haben.

Bemerkenswerte Sammlung

Es ist schon bewundernswert, was die 91-Jährige so in ihrem Leben zusammengetragen hat. Die jetzige Ausstellung mit dem Titel „Vergangene Kinderträume“ bringt viel an den Tag. Und so reihen sich Puppenstuben, Kaufläden, Blechspielzeug, Aufziehtiere, geschnitzte Bauerngespanne vom Walxheimer Schnitzer Michael Volk aneinander, akribisch in verschiedene Bereiche sortiert. Da tauchen Firmen auf, die längst Geschichte sind wie die Nürnberger Firma Bing oder die frühere Spielwarenfabrik Lutz aus Ellwangen, von der Theresia Nagler ein Blecheimerle aus dem Jahr 1850 zeigt. Besonders stolz ist die Sammlerin auf eine große Puppenküche der Firma Märklin mit sämtlichem kupfernen Inventar, Schildkröt-Puppen, Steiff-Aufziehtiere, Autos und Aufziehtiere von Schuco und Kaufläden, früher der Traum eines jeden Kindes. Nähutensilien samt Nähmaschinen, das Modell einer kompletten Schneiderei, Kohle-, Elektro- und Bolzen-Bügeleisen, Figuren von Maria Kuhn, die 1898 gestorben ist und von ihrer Bekanntheit durchaus mit Margarethe Hummel (Hummelfiguren) mithalten kann. Wer sich durch die Ausstellung schaut findet auch Spielzeuge der Firma Gottschalk aus Marienberg, die durch ihre hochwertigen Puppenhäuser, Pferdeställe und mehr bekannt geworden waren.

Zeit mitbringen

Die Ausstellung ist vielseitig und mancher wird Dinge entdecken, mit denen er vielleicht schon selber gespielt hat. Erinnerungen werden wach und man kommt zur Ruhe.

Wie gesagt, man sollte Zeit mitbringen, wenn man die Ausstellung von Theresia Nagler besucht. Führt sie durch ihre Ausstellung und das ist eigentlich immer der Fall, darf es ruhig auch etwas mehr sein. ⋌HA

Die Ausstellung in Unterschneidheim, Ziegelhütte 30, ist vorerst nur auf Anfrage unter der Telefonnummer 07966/2817 zugänglich. In der Adventszeit ist die Ausstellung Sonn- und Feiertags immer von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

Kommentare